Entrische Kirche

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Eingang zur Schauhöhle Entrische Kirche

Die Entrische Kirche ist eine Naturhöhle im Gemeindegebiet von Dorfgastein im Pongau.

Erreichbarkeit

Die nördlich des Ortszentrums, am Fuße des Luxkogels auf 1 040 m ü.A., gelegene Höhle ist die größte Naturhöhle der Salzburger Zentralalpen.

Vom Parkplatz in Klammstein an der Gasteiner Straße (B 167) in Dorfgastein führt ein beschilderter Privatweg zum Eingang der Höhle. Zu überwinden sind 240 Höhenmeter, die Weglänge beträgt 1,3 km. Der Weg ist steil, für Kleinkinder und Kinderwägen nicht geeignet. Die Gehzeit beträgt zirka 45 Minuten. Das Mitnehmen von Hunden ist auch an der Leine nicht erlaubt und es gilt absolutes Rauchverbot. Beides sowohl in der Höhle als auch auf dem Wanderweg.

Da sich im Eingangsbereich der Höhle keine WC–Anlage befindet, wird der Besucher per Schild auf die vorhandene „Naturtoilette“ aufmerksam gemacht.

Geschichte

Hinweisschild am Wegrand

Der Name „Entrische Kirche“ kommt aus dem Mittelhochdeutsch und bedeutet sinngemäß „unheimliche Höhle“. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Höhle im Jahr 1428.

Die Naturhöhle wurde vom Höhlenforscher Richard Erlmoser auf drei Etagen erforscht. Eine ist 60 Meter, eine weitere 120 Meter oberhalb der Schauhöhle. Sie sind nur durch engste Löcher zu erreichen.

Die Höhle bietet mit ihren großen Hallen und imposanten Tropfsteinbildungen ein spektakuläres Schaubild und war zur Zeit der Gegenreformation heimlicher Versammlungsort der verfolgten Protestanten. Anlässlich der 500-Jahr-Feier von Martin Luther im Jahre 1983 wurde in der Höhle eine Protestantengedenkstätte errichtet. Einmal jährlich, am ersten Samstag im September, wird hier ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten. Kinder dürfen erst ab einem Alter von sechs Jahren daran teilnehmen.

Ein Felssturz im Herbst 2016 hatte den Zugangsweg zum Höhleneingang zerstört. Nach extrem schwierigen Instandsetzungsarbeiten wurde die Höhle am 24. Juli 2017 wieder zugänglich gemacht.[1]
2020 war die Entrische Kirche aufgrund der Coronapandemie geschlossen.

Früher nannte man die Höhle auch „Heidnische Kirche“.

Das Salzburger Volksblatt berichtete:

Der Felsdom der „Heidnischen Kirche"

Am rechten Ufer der Gasteiner Ache, ungefähr eine halbe Stunde oberhalb der Haltestelle Klammstein, befindet sich die sogenannte Heidnische Kirche, ein kleines Felsenloch, in dem der Sage nach die Heiden, als Gastein noch ein See war, ihren Kult trieben. Eine kleine Öffnung gestattete nur kriechend einen Einblick in das Felsenloch. In nächster Nähe befinden sich noch einige Steinmauertrümmer der sagenumwobenen alten Burg Klammstein. Heute ist der Eingang zur „Heidnischen Kirche“ schon größer, die Höhlenforscher haben einen „Dom“ in der Größe unsere Pfarrkirche entdeckt. In diesem Dome befinden sich mannshohe Tropfsteinsäulen aus reinstem Kalzit. Das Forstärar ist Grundeigentümerin und hat bereits einen Pachtvertrag mit der Höhlenkommission abgeschlossen. Die Fachmänner sind der bestimmten Ansicht, in dieser „Heidnischen Kirche“ noch mehr zu entdecken.[2]

Höhlenrundgang

Die sogenannte Normal-Führung beginnt beim Höhleneingang. Nur für Gruppen ab 15 Personen ist eine vorherige Anmeldung erwünscht. Die Führung beschränkt sich auf das „Erdgeschoss“ der Höhle und dauert zirka 50 Minuten. Dabei erlebt man eine Welt unter Tag, welche über Millionen von Jahren geschaffen wurde. Die Kraft des Wassers ließ nach den Eiszeiten verschiedene Hallen, Felsformationen und Tropfsteinbildungen entstehen. Die Besichtigungstour führt auf gut ausgebauten, gesicherten Wegen über eine Länge von zirka 400 Metern durch die Höhle. Es ist keine Ausrüstung erforderlich, warme Kleidung und festes Schuhwerk wird allerdings empfohlen. Die Höhlentemperatur beträgt im Sommer etwa +6°C, im Winter etwa -2°C.

  • Höhleneingang bzw. -ausgang (Wetterloch), Vorhalle, 15 m hoch
  • Fledermausloch
  • Erosionsquergang, Eintrag von Geröll und Lehm
  • Gruberhalle, benannt nach dem Höhlenforscher Hermann Gruber
  • Trümmerhalle, mit von der Decke herabgestürzten Gesteinsbrocken, der schwerste wiegt etwa 18 Tonnen
  • Tonnengewölbe, ein Gangprofil, welches sich halbkreisförmig gebildet hat, mit Sinterfahnen, Sinterröhrchen, Tropfsteinbildung und verschiedenfarbige Kalkablagerungen
  • kleine und große Bodensinterformationen, sowie Felsformationen z. B. Felsnase
  • Höhlenbach
  • Fledermaus-Dom mit Protestantengedenkstätte und Marienstatue
  • Höhengeräusche und -echo

Es besteht auch die Möglichkeit die große Höhlentour mitzumachen, für die allerdings eine vorherige schriftliche Terminvereinbarung notwendig ist. Diese mehrstündige Führung umfasst die erste Etage der Höhle und erfordert eine spezielle Ausrüstung.

Höhlentouren mit Gästen in tiefer gelegene Bereiche werden seit einigen Jahren nicht mehr durchgeführt.

Naturschutz

Die „Entrische Kirche“ ist ein Naturdenkmal nach dem Salzburger Naturschutzgesetz und seit dem 1. Jänner 2007 ein "NATURA 2000"-Europaschutzgebiet. [3]

Die „Entrische Kirche“ ist Schlafplatz und Überwinterungsquartier von heimischen Fledermausarten wie Großes Mausohr, Kleine Hufeisennase und Mopsfledermaus. Um die Tiere nicht zu stören, gibt es in der Höhle Fotografier- und Filmverbot und auch Handys müssen abgeschaltet werden, da diese auf der ständigen Suche nach einem Netz Schwingungen aussenden, welche die Tiere unruhig werden lassen.

Öffnungszeiten 2020

Die Höhle ist aufgrund der Covid-19 Situation 2020 geschlossen! [4]

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Nachrichten vom 21. Juli 2017
  2. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 6. April 1929, Seite 15
  3. LGBL.Nr. 128/2006 Entrische Kirche – Europaschutzgebietsverordnung
  4. Homepage des Tourismusverbandes Dorfgastein