Halm

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Sumpf-Siegwurz (Gladiolus palustris). Foto: Claudia Arming

HALM (Heimisches Arten- und Lebensraum-Management) ist eine Gemeinschaft engagierter Menschen, die sich für die Erhaltung der heimischen Natur und ihrer Vielfalt einsetzt.

Biotopschutzgruppe HALM

Mahd einer Streuwiese mit der Handsense. Foto: Bernhard Schmall
Abrechen einer Streuwiese. Foto: Bernhard Schmall
Pflege des Steppenhanges am Rainberg. Foto: Bernhard Schmall
Nachzucht der Sibirien-Schwertlilie. Foto: Bernhard Schmall
Bestandsstützung der Sibirien-Schwertlilie durch Aussaat auf Probeflächen im Gelände. Foto: Bernhard Schmall

Ziele

  • Erhaltung heimischer Lebensräume durch konkrete Maßnahmen und Aktionen, um dem Rückgang von Tier- und Pflanzenarten aktiv entgegen zu wirken.
  • Entwicklung von wissenschaftlich fundierten Pflege- und Managementkonzepten.
  • Umsetzung der Konzepte gemeinsam mit Grundbesitzern und zuständigen (öffentlichen) Stellen.
  • Wissenschaftliche Betreuung und Dokumentation der durchgeführten Projekte.
  • Bereitstellung dieses Wissens in Form von Publikationen, Postern und Vorträgen.

Tätigkeitsfelder

Wiesen- und Halbtrockenrasenpflege

Viele ökologisch wertvolle Biotope sind durch extensive landwirtschaftliche Nutzung entstanden. Diese werden heute oft nicht mehr bewirtschaftet, dadurch geht Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten verloren.

  • HALM übernimmt die arbeitsintensive Erstpflege von aufgegebenen Streuwiesen und versucht in der Folge Landwirte zu motivieren, die Mahd wieder selbst durchzuführen (im Rahmen des Vertragsnaturschutzes).
  • HALM bewirtschaftet einige hochwertige Flächen, die nur in mühsamer Handarbeit zu pflegen sind (z. B. steile Wiesenhänge, Halbtrockenrasen), selbst. Neben dem Einsatz von Motorsensen wird die traditionelle Mahd mittels Handsense forciert.
  • Seit 2011 werden besonders wertvolle Wiesenflächen im Rahmen eines Mahdprojektes von einem Kooperationspartner mit speziellen Mähgeräten gepflegt. HALM übernimmt dabei das Management für hochwertige Flächen, für die kein geeigneter Bewirtschafter gefunden werden konnte. In Salzburg und Oberösterreich werden auf diese Weise mehrere Hektar Wiesen gemäht.

Nachzucht seltener Pflanzenarten

Durch Nachzucht von selten gewordenen Pflanzen in Kooperation mit dem Botanischen Garten der Universität Salzburg und die anschließende Auspflanzung auf entsprechenden Zielflächen trägt HALM dazu bei, die gefährdeten Populationen zu erhalten oder neue Bestände zu etablieren. Erfolgreich nachgezüchtet wurden bzw. werden u.a.:

Schaffung von hochwertigen Lebensräumen

Durch das Anlegen von naturnahen Teichen und geeigneten Reptilien-Eiablagehaufen sowie andere Maßnahmen versucht HALM lebenswichtige Strukturen und Wandermöglichkeiten für viele Tierarten aufrecht zu erhalten.

Müllräumaktionen

HALM befreit immer wieder besonders stark verschmutzte, ökologisch wertvolle Gebiete von Müll und Abfall.

Neophytenbekämpfung

Neophyten sind Pflanzenarten, die nach 1492 unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen in Gebiete gelangten, in denen sie vorher nicht einheimisch waren. Etliche dieser gebietsfremden Arten, z. B. das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) oder der Japan-Staudenknöterich (Fallopia japonica), zeigen eine starke Ausbreitungstendenz und treten beispielsweise an Bach- und Flussufern häufig in dichten Beständen auf, wodurch sie die heimische Vegetation verdrängen. HALM engagiert sich seit vielen Jahren bei der mühsamen, arbeitsaufwändigen Bekämpfung dieser Bio-Invasoren.

HALM-Science - HALMe in der Wissenschaft

  • HALM gibt durch Exkursionen und Praktikumsplätze wertvolles Wissen über die heimische Natur an den "wissenschaftlichen Nachwuchs" und an Naturinteressierte weiter.
  • In Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg übernimmt HALM die Mitbetreuung von Bakkalaureats- und Diplomarbeiten.
  • Neben den theoretischen Grundlagen vermittelt HALM insbesondere die praktische Umsetzung des generierten Wissens im Bereich des angewandten Naturschutzes.

Umweltbaustellen

Bei einer Umweltbaustelle handelt es sich um eine freiwillige Arbeitswoche für Jugendliche aus ganz Europa. HALM organisiert diese in enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Alpenverein und der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg. Bei einer Umweltbaustelle werden vor allem diverse arbeitsaufwändige (Erst-)pflegemaßnahmen in wertvollen Biotopen durchgeführt, wobei neben schweißtreibender Arbeit für Natur- und Artenschutz auch Spaß und Spiel nicht zu kurz kommen.

Weitere Projekte

HALM hat sich im Laufe der Jahre vielen weiteren Tätigkeitsfeldern zugewandt, u.a.:

  • Projekt zur Erhaltung des letzten Standortes der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica) im Bundesland Salzburg
  • Ingenieurbiologische Ufersicherungsmaßnahmen
  • Mithilfe bei der Betreuung von Amphibienzäunen, "Froschklauben"
  • Teilnahme am Austrian Birdrace (Vogelbeobachtungswettbewerb), Mitarbeit am Österreichischen Brutvogelatlas und den Internationalen Wasservogelzählungen

HALMini

2013 wurde HALMini, die Kinder- und Jugendgruppe von HALM, ins Leben gerufen.

Naturinteressierten Kindern und Jugendlichen im Alter von ca. sechs bis zwölf Jahren wird die Möglichkeit geboten, bei den Ausflügen und Exkursionen in der Umgebung der Stadt Salzburg die Natur spielerisch und erlebnisreich zu entdecken. Begleitet werden die Kinder und Jugendlichen von HALM-Mitgliedern, die Experten auf ihrem Gebiet sind, z. B. Botaniker, Amphibienspezialisten oder Vogelkundler. Hierbei sollen nicht nur Artenkenntnisse und ökologische Zusammenhänge vermittelt werden, sondern auch der respektvolle Umgang mit Tieren und Pflanzen sowie das konzentrierte Beobachten gefördert werden.

Öffentlichkeitsarbeit

HALM vermittelt seine Anliegen über eine eigene Homepage, Vorträge, Infostände, Führungen und Presseaussendungen.

Schützlinge

Laubfrosch (Hyla arborea). Foto: Angelika Vago
Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino). Foto: Claudia Arming
Sibirien-Schwertlilie (Iris sibirica). Foto: Günther Nowotny

Durch die Arbeit von HALM werden die Lebensbedingungen vieler heimischer Tier- und Pflanzenarten verbessert. Zu den Schützlingen gehören z. B. Sibirien-Schwertlilie (Iris sibirica), Sumpf-Siegwurz (Sumpf-Gladiole, Gladiolus palustris), Deutsche Tamariske (Myricaria germanica), Laubfrosch (Hyla arborea) und unzählige Insekten.

Erfolge

Von den vielen erfolgreich umgesetzten bzw. laufenden Projekten seien drei herausgegriffen:

  • Die Althammerbauer-Streuwiese in den so genannten „Walser Wiesen“ am Fuß des Untersberges (Flachgau) war eine der ersten Flächen, die HALM nach seiner Gründung zu pflegen begann. Durch Entbuschung, Streuabzug und Sommermahd sowie den Einsatz eines Mulchmähgerätes wurde eine maschinelle Bewirtschaftung der Streuwiese wieder möglich. Seit 2007 übernimmt nun ein Landwirt die jährliche Mahd dieser hochwertigen Streuwiese. Das parallel dazu durchgeführte Monitoring bestätigt den Erfolg der Pflegemaßnahmen, insbesondere hinsichtlich der Vegetationszusammensetzung.
  • Die Halbtrockenrasenböschung in Pfarrwerfen (Pongau) gehört zu den artenreichsten Flächen, die HALM betreut. 103 Pflanzenarten wurden hier nachgewiesen, wie z. B. der Orchideen-Blauweiderich (Veronica orchidea), der im Bundesland Salzburg nur hier vorkommt, oder die Fiederschuppen-Wiesenflockenblume (Centaurea jacea ssp. macroptilon). Seit 2007 erhält HALM diesen wertvollen Lebensraum durch regelmäßige Mahd, bei der die Biomasse entzogen wird und aufkommende Gehölze sowie wuchernde Ruderalpflanzen und invasive Neophyten zurückgedrängt werden. Der Bestand des Orchideen-Blauweiderichs konnte durch diese Maßnahmen erheblich vergrößert werden.
  • Die auf der Bruchhäuslwiese in Großgmain (Flachgau) angelegten drei Amphibienlaichgewässer sind als so genannte Trittsteinbiotope zu einem wichtigen Bestandteil einer langen Tümpelkette geworden. Somit tragen sie zu einem funktionierenden Biotopverbund im nördlichen Vorfeld des Untersberges bei. Kurz nach der Befüllung stellten sich Grasfrosch (Rana temporaria), Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) und Ringelnatter (Natrix natrix) als erste Gäste an den Tümpeln ein. Inzwischen tummelt sich dort auch eine große Anzahl verschiedener anderer Tiere, die sich gerne an Gewässern aufhalten. Auch die botanische Entwicklung darf in Zukunft gespannt erwartet und beobachtet werden.

Unterstützung

HALM freut sich über finanzielle Unterstützung genauso wie über tatkräftige Mithilfe bei ihren Einsätzen für den Biotopschutz.

Vereinsadresse

Biotopschutzgruppe HALM
Universität Salzburg
Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Biowissenschaften
z. Hd. Mag. Dr. Christian Eichberger
Hellbrunner Straße 34
5020 Salzburg

Weblinks

Quelle