Hotel Gasthof Kendler

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Hotel Gasthof Kendler in der Adventzeit

Das Hotel Gasthof Kendler ist ein Traditionsbetrieb in der Flachgauer Gemeinde St. Gilgen.

Geschichte

Der heutige Gasthof Kendler im Ortszentrum von St. Gilgen war vor langer Zeit das erste Gasthaus an der Landstraße zwischen Salzburg und Bad Ischl. Das geht zumindest aus den Chronikberichten hervor. Erwähnt wurde es als Untere Taferne, der Besitzer hieß rund um das Jahr 1350 Simon Schatzl. In den folgenden Jahrhunderten wechselte das geschichtsträchtige Anwesen mehrmals seine Besitzer. Die Untere Taferne überstand die Pestzeit im ausgehenden Mittelalter, die Bauernkriege des 16. Jahrhunderts und die Notzeiten des Dreißigjährigen Krieges. Ob Falkensteiner, Lürzer, Köstler – diese Namen klingen heute noch am Wolfgangsee. Auch prominente Bewohner hatte der Gasthof im Lauf der Geschichte. So amtierte in den Jahren 1719 und 1720 der damalige Pflegsverwalter Wolfgang Nikolaus Pertl in der Unteren Taferne, während das neue Gerichtsgebäude errichtet wurde. Im Gasthof wurde Pertls erste Tochter geboren, seine zweite Tochter kam Ende 1720 zur Welt. Dies war Maria Anna Walburga, die Mutter von Wolfgang Amadé Mozart.

1865 hat mit Josef I. Kendler die Familie Kendler das Anwesen durch Heirat übernommen. Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Familie Kendler in der zweiten Generation, das Haus den Anforderungen des damals aufblühenden Fremdenverkehrs mit großzügigen Umbauten anzupassen. 1906 entstand im Haus der große Mozartsaal. In einem Nachschlagebuch von 1909 wird der Gasthof so dargestellt: „30 besteingerichtete Fremdenzimmer, Wiener Küche, Ausschank österreichischer Weine und Biere, Automobilgarage, vorzügliches Touristenheim, mäßige Preise und elektrisches Licht.“ Heute führt Josef V. Kendler den Betrieb mit seiner Familie.

Vorgestellt

„Wer jetzt ein Wirtshaus hat und gut führt, braucht sich keine Sorgen für die Zukunft zu machen“, ist Josef V. Kendler überzeugt. Das sogenannte Wirtshaussterben sei schon vorbei, das sei eine Art Bereinigung gewesen. Wobei der Vater von zwei Söhnen in seinen jüngeren Jahren etwas ausgeschert ist: „Ich habe die fünfjährige Tourismusschule in Kleßheim absolviert und zu Hause in der eigenen Metzgerei gelernt. Aber als Wirt habe ich nicht übernehmen müssen, weil meine Eltern noch überaus vital das Unternehmen geführt haben. So hat es mich nach Salzburg und Innsbruck gezogen und ich habe erfolgreich Jus studiert. Das war für mich eine persönliche Bestätigung“, sagt er und lacht: „Oft heißt es, wer nichts wird, wird Wirt. So bin ich halt ein Magister Wirt.“

Operativ steht der Herr Magister, wie er von seiner Ehefrau Maria oft demonstrativ und mit einem Augenzwinkern angesprochen wird, seinem Vater seit 2000 zur Seite. 2002 ist er auch das erste Mal seiner späteren Ehefrau begegnet. „Maria hat damals bei uns als Kellnerin auf Saison gearbeitet“, erzählt Josef Kendler. „Wie man sieht, ist sie geblieben.“ Die beiden sind auf ihre Söhne Niklas Josef VI. sowie Oliver Alexander besonders stolz. Die aufgeweckten Buben, die Familie und noch ein Hotel-Gasthaus zu managen erscheint dabei auch nicht immer leicht. „Mit der Metzgerei haben wir 2000 Schluss gemacht, das Fleisch beziehen wir jetzt von Bauern aus der Umgebung“, sagen sie. Aus dem früheren Schlachthof sind jetzt fünf Mietwohnungen sowie ein Gästehaus entstanden, das 48 Betten für Schüler der St. Gilgen International School bietet. Im Hotel selbst stehen 21 Fremdenbetten bereit.

Ausspannen können die Kendlers nur jeweils zu Jahresbeginn. Sie fahren meist in die Sonne – nach Ägypten oder in die Dominikanische Republik –, denn die ersten größeren Touristengruppen kämen erst ab April an den Wolfgangsee. „Früher habe ich gern Fußball gespielt, das geht bei meinem Fulltime-Job jetzt nicht mehr“, erklärt Josef Kendler. Auch ein kurzes Intermezzo als freiheitlicher Gemeindepolitiker habe es gegeben, ehe er dann doch die Freude daran verloren habe.

Adresse

Kirchenplatz 3
5340 St. Gilgen
Telefon: 062 27 - 2223
E-Mail: info@hotel-kendler.at

Quellen

Weblinks