Internationaler Rettungsflieger-Kongress AirMed 2022

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Sandra Kinkade-Hutton, Pionierin und Expertin aus den USA, bei einer "Alouette III" beim Hangar 7.
Beim Schloss Mirabell wurden dazu im dicht bebauten Stadtgebiet am Montag, den 27. Juni, zwei der modernsten Notarzthubschrauber angeliefert – auf Lastwagen. Sie dienten als Ausstellungstücke für die Bevölkerung. Zu sehen war ein Helikopter der norwegischen Einsatzkräfte – ebenso eine Eurocopter EC 135 Notarztmaschine der ÖAMTC-Christophorus-Flotte.
Eine Bell 429 „Global Ranger“, der "Alpin Heli 6" aus Zell am See.

Der Internationale Rettungsflieger-Kongress AirMed 2022 fand vom 28. bis 30. Juni 2022 im Congress Salzburg in der Neustadt der Stadt Salzburg statt.

Über den Kongress

Der Kongress fand auf Einladung des Christophorus-Flugrettungsvereins des ÖAMTC statt, der ihn auch organisiert hatte. Bei der „AirMed“ debattierten nun mehr als 400 Piloten, Flugrettungsärzte, Notfallsanitäter und Fachleute für Bergungstechnik die aktuelle Probleme beim Betrieb der Flotten, Modernisierung und Zukunftsstrategien. Dieser internationale Kongress in Salzburg stand unter dem Motto „United in care by air“. Im Mittelpunkt der Fachdiskussionen standen die gesamten Rettungsketten, die für Schwer- und Schwerstverletzte und andere Notfallpatienten zur Verfügung stehen müssen – abgestimmt auf internationale, nationale, regionale und lokale Bedingungen. Es geht um die optimale und zeitgemäße Versorgung an Unfallorten, bei den folgenden Lufttransporten bis hin zur optimalen Übergabe an Spitalspersonal.

Beim Schloss Mirabell wurden dazu im dicht bebauten Stadtgebiet am Montag, den 27. Juni, zwei der modernsten Notarzthubschrauber angeliefert – auf Lastwagen. Sie dienten als Ausstellungstücke für die Bevölkerung. Zu sehen war ein Helikopter der norwegischen Einsatzkräfte – ebenso eine Eurocopter EC 135 Notarztmaschine der ÖAMTC-Christophorus-Flotte.

Ein Thema der Tagung war die Teuerung beim Sprit für Flugturbinen, die den Rettungsfliegern in Österreich massiv zusetzt. Es geht mittlerweile um Mehrkosten bei Kerosin von mehr als zwei Mio. Euro pro Jahr. Um das abzufedern, müsse die öffentliche Hand einspringen, sagen Experten. Das international brisante Thema wurde auch bei einem Fachkongress in Salzburg diskutiert. Seit Beginn des Ukrainekrieges war der Kerosinpreis auf das Doppelte gestiegen – von rund 60 Cent auf derzeit 1,20 Euro pro Liter (Stand 28. Juni 2022). Bei mehr als 22 000 Flugeinsätzen im Jahr fallen allein beim ÖAMTC massive Mehrkosten an, sagt der Geschäftsführer des Christophorus Flugrettungsvereins, Reinhard Kraxner. Er ist selbst auch Einsatzpilot und pocht nun auf Unterstützung durch die öffentliche Hand: „Länder, Krankenkassen und die Patienten müssen über die Privattarife ihren Beitrag leisten, sonst steht die Zukunft der Flugrettung auf dem Spiel.“

Zum internationalen Rettungsflieger-Kongress AirMed 2022 in Salzburg hatten alle österreichischen Heli-Betreiber jeweils eine Maschine zum Hangar 7 auf dem Salzburg Airport beordert. Dort kam es zu einer historisch denkwürdigen Begegnung gekommen. Eine Pionierin und Expertin aus den USA traf hier – unerwartet – auf einen Rettungshubschrauber der 1960er-Jahre. Eine "Alouette III" des Bundesheeres, die noch immer auf dem Fliegerhorst Fiala Fernbrugg[1][2] in Aigen im Ennstal[3] im Einsatz steht: „Unglaublich!“ meinte die Amerikanerin. Sandra Kinkade-Hutton machte in den 1980er-Jahren selbst als speziell ausgebildete Krankenschwester auf einer leichten "Alouette III" (Aerospatiale SA 319) ihren Dienst – zusammen mit einem Rettungspiloten und einem Paramedic, wie Notfallsanitäter in den USA genannt werden. Das Einsatzgebiet des Teams waren die riesigen Weiten und Hochgebirge rund um den Lake Tahoe in den Staaten Kalifornien und Nevada. Oft holten sie dort auch Bergsteiger wieder zurück ins Leben. Dabei seien ihnen die hervorragenden Flug- und Steigleistungen des französischen Baumusters sehr zugute gekommen, sagt die Amerikanerin.

Insgesamt neun Rettungshubschrauber waren im Rahmen der AirMed 2022 beim Hangar 7 zu sehen, die "Alouette" mit riesigem Abstand als älteste Maschine – und zum allerletzten Mal im aktiven Heeresdienst. Das Bundesheer mustert seine letzten "Alouette III" schon in wenigen Wochen endgültig aus. Die Hochalpin-Einsatzmaschinen in der Steiermark und Tirol werden ersetzt durch fabrikneue, viel stärkere und größere Agusta-Westland AW 169 aus Italien. Diese sind viele Generationen jünger, bieten jedoch längst nicht so perfekte Rundum-Sicht wie die „fliegenden Wintergärten“, wie die "Alouette III" auch liebevoll genannt wird.

Bilder

 Internationaler Rettungsflieger-Kongress AirMed 2022 – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen

Fußnoten

  1. siehe Ennstalwiki → enns:Militärflughafen Aigen im Ennstale
  2. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des Salzburgwikis
  3. siehe Ennstalwiki → enns:Aigen im Ennstal