Josef Meth

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Josef Meth als Bauer im "Großen Welttheater", Salzburger Festspiele 1925
Meth's Bauerntheater in Bad Reichenhall

Josef Meth (*4. April 1870 in Erding, Oberbayern; † 28. Juni 1944 in Bad Reichenhall) war Schauspieler und Theaterleiter.

Leben

Als Sohn eines Metzgers erlernte er zuerst das Handwerk des Vaters, wandte sich aber bald dem Schauspielberuf zu.

Als Meth im Jahre 1891 bei einem Fest für den Prinzregenten in München auftrat, wurden der Intendant des Münchner Volkstheaters, Max Hofpauer (1845-1920) und der Schauspieler Xaver Terofal (1862-1940) auf ihn aufmerksam. Von seinem schauspielerischen Talent überzeugt, engagierten sie ihn für eine neunmonatige Gastspielreise des Münchner Volkstheaters durch Deutschland. Dieser schlossen sich weitere Auftritte in Wien, Leipzig und Russland an. Danach wurde Josef Meth Ensemblemitglied des renommierten Schlierseer Bauerntheaters, dessen Leiter, der bekannte Königlich Bayerische Hofschauspieler Konrad Dreher (1859-1944), ihn im Schauspiel unterrichtete. Nach einer ersten Gastspielreise des Schlierseer Bauerntheaters im Jahre 1893 durch Deutschland brach Meth zusammen mit dem Ensemble zwei Jahre später zu einer Tournee durch die USA auf. Ab 1900 war Josef Meth am Deutschen Volkstheater in Wien engagiert, wo er unter anderem die Rolle des „Gelbhofbauern“ in Ludwig Anzengrubers Stück „Die Kreuzlschreiber“ spielte.

Im Juni 1912 eröffnete Josef Meth das „Meth´s Bauerntheater“ in Bad Reichenhall.

In den Jahren 1922 und 1925 wirkte Josef Meth bei den Salzburger Festspielen mit, wo er beim „Salzburger Großen Welttheater“ in der Rolle des „Bauern“ auftrat. Das Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal erlebte seine Uraufführung 1922 in der Salzburger Kollegienkirche, und drei Jahre später wurde das Festspielhaus mit diesem Stück eröffnet. Bereits 1920 war Hofmannsthals „Jedermann“ erstmals vor dem Dom aufgeführt worden, seither war das Werk fester Bestandteil der Salzburger Festspiele. Bei beiden Produktionen des „Salzburger Großen Welttheaters“ trat Meth unter der Regie von Max Reinhardt zusammen mit Lil Dagover, Wilhelm Dieterle, Helene Thimig, Alexander Moissi und Hans Moser auf. Eine Illustrierte urteilte plakativ: „Meth, der Darsteller des Bauern, spielt gewissermaßen sich selbst. Er ist Direktor des Bauerntheaters im benachbarten Freilassing (sic!) und kommt – das allerdings ganz und gar nicht bäuerisch – zu den Proben und Vorstellungen im eigenen Auto.“ In einer weiteren Kritik hieß es: „Einen richtigen Bauern, standfest in seiner genagelten Einfalt, stellt der Bauernspieler Josef Meth dar.“ Das Etikett des „Bauernspielers“ sollte Meth zeitlebens nicht mehr verlieren.

Ein ausführlicher, von Andreas Hirsch erstellter biografischer Bericht über Josef Meth ist unter „Weblink“ angeschlossen.

Weblink

Quelle

  • Andreas Hirsch