Lauter

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Lauter, Historisches Wirtshaus, Bild v. Andreas Hirsch
Wirtshaus in Lauter

Lauter ist ein Ortsteil der Gemeinde Surberg im Landkreis Traunstein in Oberbayern. Lauter, einer der 66 Ortsteile der Gemeinde, hat 342 Einwohner und liegt auf 600 m ü. A. an der Bahnstrecke Salzburg – München.

Allgemeines

Lauter liegt im ehemals salzburgischen Rupertiwinkel. Alle anderen Ortsteile der Gemeinde Surberg zählen zum Chiemgau und gehörten durchgängig zu Bayern. Das Dorf Lauter war als Grenzort eine wichtige Raststation an der Straße von Salzburg nach München.

Geschichte

Die Römerstraße erster Ordnung von Iuvavum (Salzburg) nach Augusta vindelicorum (Augsburg) verlief vermutlich über Lauter. Dort wird auch die Lage des römischen Ortes „Artobriga“ angenommen, der in der „Tabula Peutingeriana“ (antike Straßenkarte[1]) verzeichnet ist, archäologisch aber bisher nicht nachgewiesen werden konnte.

Im 8. Jahrhundert schenkten die Adeligen Adalbert, Reimbert und sein Bruder Norbert mehrere Güter „ad Lutra“ der Salzburger Kirche. Die Schenkung ist in den Breves Notitiae (798 - 800) verzeichnet. Die Herren von Surberg hatten bis zum Ende des 12. Jahrhunderts ebenfalls Besitz in diesem Bereich.

Seit dem 13. Jahrhundert ist die durch Lauter führende „Mittlere Salzstraße“ belegt. Schon früher bestand in Lauter eine Mautstelle an dieser bedeutenden Straße von Salzburg und Reichenhall über Traunstein und Wasserburg am Inn nach München. Die Mautstation hatten bis 1275 Siboto von Tettelham und Liebhard und Heinrich von Bergheim als Lehen besessen. Mit dem 1275 geschlossenen Zweiten Vertrag von Erharting zwischen dem bayerischen Herzog und dem Salzburger Erzbischof wurde Lauter zum salzburgischen Grenzort zwischen deren Herrschaftsbereichen. Der Herzog kaufte die Mautstelle und verlegte sie nach Traunstein.

Trotzdem blieb Lauter eine wichtige Raststation, wo sogar zwei Tafernen von den Durchreisenden leben konnten. In dieser Zeit hatten noch andere Grundherren Besitz im Ort, wie etwa die Klöster Benedikitinerstift Admont|Admont]], Dietramszell und Schliersee. Die starke Aufsplitterung des Grundbesitzes auf viele Eigentümer ist wohl auf die lukrative Lage an der Salzstraße zurückzuführen. Ab dem 14. Jahrhundert war die Salzburger Kirche alleiniger Grundherr in Lauter und der Ort wurde dem Urbaramt Waging unterstellt.

Im 18. Jahrhundert kam es zu langjährigen Streitigkeiten zwischen den salzburgischen Gerichten Raschenberg-Teisendorf und Waging um die Gerichtsgrenze in Lauter: Der Tanzboden des Wirtshauses und die Kegelbahn lagen im Gericht Teisendorf, das Wirtshaus selbst im Gericht Waging. Seit einer Grenzbereinigung im Jahre 1789 gehörte dann das gesamte Dorf mit seinen elf Anwesen zum Gericht Waging.

Im Jahre 1810 fiel Lauter, wie der gesamte Rupertiwinkel, in dem es liegt, an das Königreich Bayern. Ab 1818 gehörte das Dorf zur neu gebildeten Gemeinde Kapell. Durch die Ende des 18. Jahrhunderts im Surtal gebaute neue Straße verlagerte sich der Verkehr und die Bedeutung des Ortes verringerte sich deutlich. Die 1860 eröffnete Bahnlinie München – Salzburg - Wien verläuft durch den Ort, der bis in die 1970er-Jahre einen eigenen Bahnhof besaß. 1968 wurde die Gemeinde Kapell in Gemeinde Lauter umbenannt und 1970 wurde ein Teil dieser Gemeinde, einschließlich des Ortsteils Lauter, der Gemeinde Surberg eingemeindet.

Heute erinnert noch das historische Wirtshaus in Lauter an die einstige Bedeutung des Ortes als Raststation. Am westlichen Ortsrand markiert eine Tafel die ehemalige Grenze zwischen Bayern und Salzburg.

Alte Ortsinschrift in Lauter

Quellen

Einzelnachweise