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Magnesitwerk Hochfilzen

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Der weithin sichtbare Schlot des Magnesitwerkes in Hochfilzen
Tagbau Weißenstein in Hochfilzen

Das Magnesitwerk Hochfilzen in der Nordtiroler Gemeinde Hochfilzen im Bezirk Kitzbühel nächst der Grenze zum Bezirk Zell am See hat auf mehreren Ebenen einen Salzburgbezug.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Verwendung von Magnesitsteinen

Magnesitsteine werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften hauptsächlich in der Stahl-, Eisen- und Metallindustrie, der Glasindustrie, aber auch in der Zement-, Talk-, Dolomit- und Magnesitindustrie eingesetzt. Sie werden aber auch zur Herstellung von Elektrospeichern und im Kohlvergasungsverfahren verwendet. Das Material zeichnet sich durch Temperaturbeständigkeit, geringe Abgabe von Fremdmaterialien und hohe Wärmeleitfähigkeit und Speicherfähigkeit aus.

Rohmagnesitlagerstätten Leogang / Hochfilzen

Die Rohmagnesitlagerstätten im Raum LeogangHochfilzen zählen zu den größten Europas und bildeten den Ausgangspunkt für die Errichtung des Magnesitwerkes in Hochfilzen. Es war dies im Pinzgau die Lagerstätte Inschlagalpe mit dem Rohmagnesitbergbau Inschlagalpe in Leogang, Hütten, der mittlerweile eingestellt wurde. In Nordtirol sind es die noch im Betrieb befindlichen Bergbaue im Bereich der überregional bedeutsamen Rohmagnesitlagerstätten Weißenstein, Rettenwand und Bürglköpf in den Gemeindegebieten von Hochfilzen und Fieberbrunn.

Das Magnesitwerk

Planung und Umweltschutz

Die Errichtung einer Magnesithütte inmitten eines vorwiegend bäuerlich und touristisch genutzten Gebietes stellte große Anforderungen an die Erbauer und wurde zu einem Präzedenzfall für den Umweltschutz. Bevor das Werk endgültig in Betrieb gehen konnte, wurde in jenen Bereichen, die von den Immissionen des Werkes (Immission: Einwirkung von Luftverunreinigung und Schadstoffen auf Mensch, Tier und Umwelt) betroffen waren, der Istzustand erhoben und Messstellen errichtet. Während des nachfolgenden Betriebes wurde der Abgas- und Staubausstoß genauestens kontrolliert und alle werksseitigen Einflüsse auf die Umgebung festgehalten.

Errichtung und Inbetriebnahme

Die Vorarbeiten für die Errichtung des Magnesitwerkes Hochfilzen begannen 1957 und der Hüttenbetrieb wurde im Jahr 1960 aufgenommen. Aufgrund der ersten Messergebnisse wurden neue Verfahren entwickelt und die Betriebsanlagen verbessert. 1975 wurde eine neue Gasreinigungsanlage installiert, wodurch die Staub- und Schwefeldioxid-Emissionen (Emission: Ausströmen luftverunreinigender Stoffe in die Außenluft) unter die gesetzlich vorgesehenen Grenzwerte gesenkt werden konnten. Die Investitionen betrugen in Österreichischen Schillingen über 100 Mio und man erreichte damit die Luftgüteklasse I. Neben diesen Verbesserungen wurden auch Energieeinsparungsmaßnahmen gesetzt und zuletzt in den 1980er-Jahren des 20. Jahrhunderts auch eine Abwärme-Rückgewinnungsanlage installiert. Parallel zur Errichtung des Werkes wurden Wasserversorgung, Kanalisation und Stromversorgung in Hochfilzen und Umgebung erweitert.

Produktion und Versand

Im Magnesitwerk Hochfilzen werden Stückerzsinter und Brikettsinter erzeugt und für den Brennprozess Heizöl schwer und Petrolkoks eingesetzt.

Das Werk besitzt eine eigene Anschlussbahn, auf der der Großteil der Produktion abtransportiert wird. Der Rest geht per Lkw an die Abnehmer. Der Exportanteil an Magnesitprodukten beträgt über 90 Prozent.

Am Beginn waren etwa 350 Beschäftigte etwa je zur Hälfte im Werk selbst und in den angeschlossenen Bergbauen beschäftigt. Rationalisierungsmaßnahmen und die nicht volle Kapazitätsauslastung führten dazu, dass nur mehr etwa 60 Beschäftigte tätig sind (Stand 1995), was aber immer noch die Anzahl der Dauerarbeitsplätze in der touristisch geprägten Region positiv beeinflusst.

Das Werk ist bis heute wirtschaftsprägend für die Gemeinden Hochfilzen und Fieberbrunn, aber auch darüber hinaus.

Salzburgbezug

Das Magnesitwerk Hochfilzen verarbeitete bis zur Schließung des Bergbaues auch den Rohmagnesit aus dem Gemeindegebiet von Leogang. Zweitens sind für Leogang als agrarische und touristische Gemeinde die Kontrolle der Immissionen und Emissionen des Werkes relevant, da das Gemeindegebiet im Nahbereich des Werkes liegt. Ein dritter Punkt sind die Dauerarbeitsplätze, die das Werk bietet, die auch für den Pinzgau von Bedeutung sind.

Quellen