Martin Ulrich

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Martin Ulrich

Martin Ulrich (* 16. Dezember 1969 in Wien) ist ein österreichischer Eishockeyspieler.

Karriere

Der gebürtige Wiener zählt zu den routiniertesten heimischen Eishockeycracks. Mit 214 Länderspielen ist er auch Rekord-Teamspieler. Acht Jahre war Ulrich in der deutschen DEL bei Mannheim, Düsseldorf und den Berliner Capitals engagiert. Seit 2005 spielt Ulrich in Salzburg, wo er auch in der Zeit nach seiner Karriere bleiben möchte. "Ich habe zu lange in Großstädten gelebt." Ulrichs Frau Nicole stammt aus Düsseldorf und brachte den kleinen Dean Martin Ulrich vor sieben Wochen zur Welt. Die älteren Kinder sind Neal (8 Jahre) und Ian (5).

Am 21. Juli 2008 wurde bekannt, dass Ulrich die kommenden beiden Saisonen beim EK Zell am See in der Nationalliga spielen werde. Nach dem Konkurs des EKZ gab er am 30. September 2009 seinen Rücktritt vom aktiven Sport bekannt und erklärte, dass er ab Oktober 2009 in Salzburg als Diplomierter Mentaltrainer arbeiten werde.

Vorgestellt

"Müde, leer und glücklich" – so fühlt sich ein frisch gebackener Eishockeymeister. "Wir galten in ganz Österreich als,Millionäre‘. So ein Blödsinn. Wir hatten zahlreiche Verletzte, in den letzten Spielen haben eigentlich nur mehr vier Verteidiger gespielt. Die Saison war schon ein Wahnsinn", sagt Martin Ulrich am Freitag, wenige Stunden, nachdem er den Meisterpokal hochgestemmt hat.

Es ist der erste in der Salzburger Eishockeygeschichte und es ist – nach zwei deutschen Titeln – auch Ulrichs erster österreichischer Meisterpokal. Dessen Verbleib war am Freitag aber fraglich. Stürmer Frank Banham hat den 20 kg schweren Pokal zur Meisterparty ins Lokal Dubliner in die Kaigasse geschleppt.

Während für den Kanadier der Urlaub beginnt, kann Ulrich seine Schlittschuhe nach 64 Saisonspielen noch nicht ins Eck stellen. Er wird im April mit dem Nationalteam zur A-WM nach Moskau reisen. Ulrich ist mit 214 Einsätzen Rekordnationalspieler.

"Die Motivation ist auch nach einer langen Saison kein Problem. Na gut, in der C-Gruppe wäre es nicht so lustig. Aber in meinem Alter bin ich froh, wenn ich noch spielen kann. Außerdem ist eine WM was anderes als die Bundesliga. Da haben wir 13 Mal gegen Villach gespielt. Jetzt spielen wir gegen Amerika und Tschechien", erklärt Ulrich.

Zum Eishockeyspielen hat der gebürtige Wiener – familiär vorbelastet – schon mit vier Jahren begonnen. Der Vater war Trainer beim WEV und Coach des Schülernationalteams, auch der ältere Bruder spielte.

"Er hatte mehr Talent als ich. Aber in der Jugend muss man sich klar für den Sport entscheiden, sonst ist man ganz schnell weg. Bei mir war der nötige Wille immer da", sagt Ulrich, und spricht von einem Privileg, Eishockeyspieler zu sein. "Wir treffen uns, spielen ein bisschen Eishockey und reden blöd", untertreibt der Routinier.

Eine Karriere wie die von Ulrich ist nur mit hartem Training möglich. Er war einer der ersten Legionäre in Deutschland, mit Stationen in Mannheim, Düsseldorf und Berlin. Von großen Städten hat der 37-Jährige aber die Nase voll. "Ich wollte auch in Salzburg auf dem Land wohnen, es war ein Glück, nach Faistenau zu kommen. Dort haben die Kinder einen tollen Kindergarten und eine super Schule. Es hat uns so gut gefallen, wir bleiben draußen", sagt Ulrich. Er hat in Faistenau ein Grundstück gekauft und wird jetzt ein Haus für die fünfköpfige Familie bauen.

Als Verteidiger könnte Ulrich noch einige Jahre spielen, folgen könnte ein Engagement beim EC Red Bull Salzburg. Als Sportmanager? "Trainer, das würde ich ganz gern probieren. Schließlich habe ich einige Erfahrung", meint Ulrich. Da könnte er gleich das Verteidiger-Problem in Österreich anpacken. Wieso gehen so wenige Eishockeyspieler in die Defensive? "Im Mittelpunkt", sagt Ulrich, "stehen halt immer die Stürmer."

O-Ton

"Ich spiele noch so lang Eishockey, wie ich Spaß habe und meine Leistung bringen kann. Dann höre ich auf. Zum Deppen lasse ich mich sicher nicht machen. Dafür bin ich zu eitel."

"Es ist ein großes Privileg, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann. Ich wollte immer diesen Weg gehen. Ich habe auch vier Jahre gearbeitet als Installateur und Heizungstechniker und nebenbei jeden Abend trainiert. Mein Ziel war es immer, weiterzukommen."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Michael Smejkal und Christoph Reiser)