Pfarrkirche hl. Margaretha Eschenau

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Eschenauer Kirche
Pfarrkirche hl. Margaretha, Hochaltar und Fresken im Hintergrund
Eschenauer Kirche

Die Pfarrkirche hl. Margaretha steht am höchsten Punkt des Dorfes Eschenau in der Marktgemeinde Taxenbach. Sie ist möglicherweise ein Nachfolgebau einer Burgkapelle. Urkundlich wird sie das erste Mal im Jahr 1394 erwähnt zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Taxenbach.

Über Baugeschichte und Architektur

Die Kirche wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 1394. Damals gehörten große Teile des Ortes dem Bischof von Chiemsee, was dessen Beteiligung an der Errichtung der Kirche wahrscheinlich macht. Der Bau besteht aus dem südseitigen, mit einem Satteldach eingedeckten Turm und einer einschiffigen frühgotischen Halle, der im Osten ein Chor mit kurzem Vorjoch und einem Fünfachtelschluss vorgelagert ist. Der Bau ist 17 Meter lang und neun Meter breit. Die Kirche wurde 1896, 1951 und 1982/1983 restauriert, wobei 1896 der barocke Altar von 1664 des Künstlers Wilhelmb Faistenberger durch einen neugotischen ersetzt wurde.

Über die Einzigartigkeit der Fresken

Was die Kirche von Eschenau, die aufgrund ihrer besonders schönen Berglage weithin sichtbar ist, so einzigartig macht, sind die Fresken, die in den Jahren 1982 und 1983 vom Restaurator Sebastian Enzinger frei gelegt wurden. Die Secco-Malerei im Fünfachtelschluss des Chores befindet sich in drei von fünf Zwickeln oberhalb der Fenster. Ronald Gobiet, früherer Landeskonservator für das Land Salzburg, datierte sie in die Zeit um 1370 und vermutet als deren Urheber einen Meister, der auch in der Stadtpfarrkirche St. Hippolyth in Zell am See gearbeitet haben soll.

Zum geschichtlichen Umgang mit diesen Malereien der Priester und Regionalchronist Josef Lahnsteiner im Jahr 1960: „Das Presbyterium und die Wände des Schiffes waren voll Malereien, die aber nicht erhaltungswürdig befunden wurden. Nur der hl. Florian von 1820 wurde von Michael Lackner 1951 abgedeckt und etwas ergänzt.“

Der Bildinhalt der freigelegten Fresken ist das Jüngste Gericht mit den Symbolen, die der Offenbarung des Johannes zu entnehmen sind. Hier sind alle Zeichen dargestellt, die in der Ikonographie-Tradition des Themas bis in das 14. Jahrhundert aufgetaucht sind. Rainer Straub listet sie wie folgt auf:

  • 1. Die zum Jüngsten Gericht blasenden Engel,
  • 2. der auf dem Weltenthron sitzende Richter mit fünf Attributen (was einem europäischen Unikat entspricht): a) dem zweischneidigen Schwert links aus seinem Munde, b) dem blühenden Zweig rechts aus seinem Munde, c) der Erntesichel in seiner Rechten, d) der Worfschaufel in seiner Linken und e) dem A und W auf seinem Gewand,
  • 3. die Engel mit den Leidenswerkzeugen (Arma Christi), die für unsere Erlösung wichtig waren: Peitsche, Rutenbündel, Dornenkrone, Kreuz und Lanze,
  • 4. Maria und Johannes der Täufer, die für uns um Gnade bitten (Deesis),
  • 5. unsere Sünden, mit denen wir unsere Gnade verwirkt haben,
  • 6. die Auferstehung aus den Gräbern,
  • 7. die Aufnahme der Seligen in den Himmel und
  • 8. die Aufnahme der Verdammten in die Hölle.

Nach Meinung von Rainer Straub stellt die Malerei ein Unikat in der europäischen Kunst dar, da nirgendwo sonst „der Weltenrichter auf dem Thron sitzend mit Schwert, Pflanzenspross, Sichel und Worfschaufel dargestellt wird.“

Literatur

  • Straub, Rainer (Text) / Bernd Pommer (Fotos), Der Alte der Tage, ISBN: 978-3-200-03878-3, HG: Bernd Pommer, Erscheinungsjahr 2014

Quellen