Salzburg-Rallye

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Die Salzburg-Rallye war ein österreichischer Rallye-Staatsmeisterschaftslauf, der 1984 und 1985 ausgetragen wurde.

Schatztruhe

1984 wurde in Salzburg erstmals ein Rallye-Staatsmeisterschaftslauf ausgetragen: Der MSC Flachgau (Motorsportclub Flachgau) hatte die Idee und fand in einem Dutzend Pongauer Gemeinden großen Anklang – der Fremdenverkehr wurde mit dieser Rallye angekurbelt. Start und Ziel befanden sich in Bad Hofgastein. Fast 600 Kilometer, davon 80 Prozent auf Asphalt, mussten bewältigt werden, 206 Kilometer davon auf Sonderprüfungen. Tausende Besucher kamen auf ihre Rechnung. Die Asse drifteten, dass es eine Freude war. Als Favorit der Premiere galt der Lokalmatador Sepp Haider im werksunterstützten Opel Manta; der Saalbacher hatte ein Budget von einer Viertelmillion Schilling aufgestellt, allein das vorbereitende Tuning, zwei Motoren und zahlreiche Ersatzteile verschlangen mehr als die Hälfte, der Tagsatz für einen Mechaniker belief sich auf 2.000 Schilling, die 40 Reifen bekam er zum Nulltarif. Vier Mal fuhr Haider mit Beifahrer Ferdl Hinterleitner die Strecke ab – die Planung sollte in einen Sieg umgemünzt werden. Es war ein Sekundenkampf, ehe ihn zwischen Lend und Bischofshofen ein Reifenschaden zurückwarf. Die drei Minuten waren nicht mehr aufzuholen, am Ende war Haider Dritter. Sieger wurde Franz Wittmann vor seinem Audi-Quattro-Kollegen Wilfried Wiedner. Der neunte Platz der Salzburger Gebrüder Justin und Erwin Winkler mit einem VW Golf war eine Riesenüberraschung.

Im Jahr darauf gelang Wiedner die Revanche vor den Salzburgern Wallner/Größlhuber. Streckenführung und Organisation hatten auch Ausländer angelockt und für 1986 war alles angerichtet – die Katastrophe von Tschernobyl verhinderte dann die dritte Auflage. Die sollte 1987 folgen. Die Organisation stand, das Teilnehmerfeld ebenso, auch die TV-Übertragung war gesichert. Da traf die Veranstalter ein Brief der Bürgerliste Pongau an die Bezirkshauptmannschaft St. Johann, die Rallye nicht zu genehmigen, wie ein Keulenschlag. Eine Rallye widerspreche "allen Bemühungen um Abgasverminderung und wirksame Verkehrserziehung". Die Veranstaltung wurde vom Land offiziell "aus Sicherheitsgründen" untersagt, der MSC Flachgau blieb auf 400.000 Schilling Unkosten sitzen und wurde fast in den Konkurs getrieben, die Salzburg-Rallye war Geschichte.

Quelle