Salzburger Festspiele - Intendanten-Nebenjobs gute Tradition

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Bei den Salzburger Festspiele sind Intendanten-Nebenjobs gute Tradition berichteten den Salzburger Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 12. Juni 2013, nachdem das Kuratorium der Salzburger Festspiele dem Wunsch des amtierenden Intendanten Alexander Pereira nach einer Doppeltätigkeit in Salzburg und Mailand in einer Sitzung am 10. Juni 2013 nicht entsprochen hatte.

Alexander Pereira

Eine vertraglich ausgeschlossene Doppelfunktion Alexander Pereiras an der Spitze der Salzburger Festspiele (bis 2016 hätte er einen gültigen Vertrag) und der Mailänder Scala (dort beginnt er 2015) wollte das Salzburger Festspielkuratorium nicht durch eine nachträgliche Vertragsänderung gestatten. Schon vor Tagen hatte sich Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) dagegen ausgesprochen. Pereira selbst hatte die Vorbereitung seiner Salzburger Intendanz als Intendant des Zürcher Opernhauses bestritten. Und auch sonst ging eine Salzburger Festspielintendanz in der Vergangenheit keineswegs immer mit einem monogamen Berufsverständnis einher.

Karajan wirkte in Salzburg, Wien und Berlin

Herbert von Karajan war von 1956 bis 1989 der unumstrittene künstlerische Taktgeber in Salzburg, auch wenn er seit 1960 nicht mehr als alleiniger Künstlerischer Leiter amtierte, sondern ab 1964 in ein Direktorium eingebunden wurde. Zugleich hatte der Umtriebige zahlreiche Positionen im Kulturbetrieb inne. So war Karajan seit 1955 auch Chefdirigent der Berliner Philharmoniker - eine Position, die er bis 1989 innehatte. Überdies war er von 1957 bis 1964 künstlerischer Leiter der Wiener Staatsoper und gründete 1967 die Salzburger Osterfestspiele, die er bis zu seinem Tod leitete.

George Solti, der 1989 als Interimsleiter kurzfristig für den wenige Wochen zuvor verstorbenen Karajan eingesprungen war, hatte als Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra selbstredend einen anderen Brotberuf. Gerard Mortier, Intendant von 1990 bis 2001, fokussierte sich dann in seiner Arbeit ganz auf Salzburg und gab 1999 bekannt, seinen Vertrag nicht über das Jahr 2001 hinaus zu verlängern. Ende 2000 stand dann fest, dass Mortier den ersten Zyklus der RuhrTriennale von 2002 bis 2004 gestalten würde.

Ruzickas Doppelengagement

Sein Nachfolger Peter Ruzicka (für die Jahre 2002 bis 2006 verantwortlich) steuerte die Festspiele durch das Mozartjahr - und zugleich auch weiterhin die Münchener Biennale, deren künstlerische Leitung er 1996 als Nachfolger von Hans Werner Henze angetreten hatte. Für den Posten zeichnet Ruzicka bis heute verantwortlich.

Und auch Ruzickas Nachfolger ab 2007, Jürgen Flimm, war nicht nur in Salzburg präsent, befand sich sein vorheriges Projekt, die RuhrTriennale von 2005 bis 2007, doch im Abschlussjahr. Nach der Ankündigung im Dezember 2008, ab 2010 die Berliner Staatsoper Unter den Linden zu übernehmen, und dort bereits ab Jänner 2009 als Berater tätig sein zu wollen, bat Flimm allerdings selbst um vorzeitige Vertragsauflösung per September 2010.

In die entstehende Lücke zwischen Abgang Flimm und Antritt Pereira 2012, sprang 2011 für ein Jahr Markus Hinterhäuser. Der Pianist und später zum Chef der Wiener Festwochen Designierte begnügte sich mit Salzburg.

Quelle