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Herbert von Karajan

Herbert von Karajan Berlin 1966
Strauss - Radetzky Marsch - Karajan, Video 6:09 min
Herbert von Karajan im Jahr 1938
Herbert und Eliette von Karajan 1961.
Herbert von Karajan und Eliette von Karajan, Taufe von Tochter Arabel in Sankt Moritz, 1964.
Herbert von Karajan bei der Inszenierung der Oper Carmen in Salzburg 1966.
Herbert von Karajan 1967, Tschaikowsky Konzert, Berlin mit Pianist Alexis Weissenberg.

Herbert von Karajan, eigentlich Heribert Ritter von Karajan (* 5. April 1908 in der Stadt Salzburg; † 16. Juli 1989 in Anif) war einer der bedeutendsten österreichischen Dirigenten des 20. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren wurde Karajan nicht im Hause an der Hummelstraße 1 in der Salzburger rechtsufrigen Altstadt, wie ein Schild an der Hauswand dort verkündet, sondern in einem heute nicht mehr bestehenden Sanatorium an der Franz-Josef-Straße[1].

Im Alter von vier Jahren begann Karajan 1912 mit der pianistischen Ausbildung bei Franz Ledwinka. Zeitweise hatte er gemeinsam mit Adele Lenhoff Klavierunterricht. Von 1916 bis 1926 setzte Karajan als Schüler am Mozarteum-Konservatorium in Salzburg seine Studien bei Ledwinka, Franz Sauer (Harmonielehre) und Bernhard Paumgartner (Komposition, Kammermusik) fort.

1926 absolvierte Karajan die Matura am humanistischen Gymnasium in Salzburg. Noch im selben Jahr begann Karajan mit dem Studium an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst (Klavier bei Josef Hofmann, Dirigieren bei Alexander Wunderer). Am 22. Jänner 1929 trat Karajan erstmals als Dirigent des Mozarteum Orchesters in Salzburg auf. Von 1929 bis 1934 wurde er daraufhin als Leiter der Dirigenten-Sommerkurse an der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg engagiert. Am 12. April 1935 erfolgte die Ernennung Karajans zum Generalmusikdirektor des Aachener Stadttheaters. Das Jahr gilt heute auch als gültiges Eintrittsdatum Karajans in die NSDAP. Am 1. Juni 1937 dirigiert Karajan erstmals an der Wiener Staatsoper. 1939 wird Karajan als Staats-Kapellmeister an die Berliner Staatsoper berufen. 1942 laufen die Verträge mit der Stadt Aachen und der Berliner Staatsoper aus. Noch vor Kriegsende 1945 flüchtet Karajan nach Italien, wo er sich einige Zeit bei seinem Freund von Banfield (Träger des Maria-Theresien-Ordens) in Triest versteckt hielt. Karajan war auch mit dem Sohn von Banfield, Raffaello de Banfield, sehr gut befreundet.

1946 gibt Karajan sein erstes Nachkriegskonzert mit den Wiener Philharmonikern im Wiener Musikverein. Bald darauf erhält er wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft Dirigierverbot durch die russische Besatzungsmacht. Nach Aufhebung des Verbots 1947 wird Karajan von 1948 bis 1953 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Es folgen zahlreiche Gastverpflichtungen in Deutschland, Italien, Schweiz, England und Österreich.

Von 1948 bis 1968 ist Karajan ständiger Gastdirigent der Mailänder Scala und Leiter der deutschen "stagione" (deutsche Spielsaison). 1955 wird Karajan, als Nachfolger Wilhelm Furtwänglers, Chefdirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters. Ab 1956 hält er diesen Posten "auf Lebenszeit" inne. Von 1956 bis 1960 wird Karajan künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele.

1967 erfolgt die Gründung der Salzburger Osterfestspiele unter Karajans künstlerischer Gesamtleitung. Im selben Jahr ist er zum ersten Mal als Gastdirigent an der Metropolitan Opera in New York zu sehen. 1968 wird die Herbert von Karajan Stiftung in Berlin zur Förderung der wissenschaftlichen Erforschung bewussten musikalischen Empfindens gegründet. Daran angeschlossen werden in der Folge ein Dirigentenwettbewerb und die Orchesterakademie des Berliner Philharmonischen Orchesters. 1969 wird am Psychologischen Institut der Universität Salzburg ein Forschungsinstitut der Karajan Stiftung für experimentelle Musikpsychologie eingerichtet, das Symposien in Anschluss an die Osterfestspiele veranstaltet.

1973 erfolgt die Gründung der Salzburger Pfingstkonzerte unter Karajans künstlerischer Gesamtleitung. Am 15. April 1981 erfolgt die Weltpräsentation des "Compact Disc Digital Audio System" gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten des japanischen Konzerns Sony, Akio Morita, und dem Vizepräsidenten, Norio Ohga, im Rahmen einer Pressekonferenz der Salzburger Osterfestspiele.

1982 wird die Firma Telemondial gegründet mit dem Ziel, Karajans musikalisches Vermächtnis auf Video und Laserdisc festzuhalten. 1984 erfolgt daraufhin die erste digitale Gesamtaufnahme der neun Beethoven-Symphonien mit den Berliner Philharmonikern sowie deren Verfilmung durch die Firma Telemondial. Zur von Papst Johannes Paul II. zelebrierten Peter-und-Paul-Messe im Petersdom in Rom wird am 29. Juni 1985 die Krönungsmesse von W. A. Mozart aufgeführt. Am 1. Jänner 1987 dirigiert Karajan das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, das via TV-Übertragung weltweit ausgestrahlt wird. 1988 veranstaltet Karajan seine letzte Tournee mit dem Berliner Philharmonischen Orchester in Japan, Europa und USA. Während der Probenarbeiten zu G. Verdis "Un Ballo in Maschera" stirbt Karajan schließlich im Juli 1989 an den Folgen eines Herzversagens in seinem Haus in Anif. Er findet seine letzte Ruhestätte auf dem dortigen Friedhof.

1995 wurde das Herbert von Karajan Centrum in Wien eröffnet, das seitdem seinen künstlerischen und musikalischen Nachlass verwaltet. Am 26. November 2007 übersiedelte das Karajan-Archiv in das Eliette und Herbert von Karajan Institut in der Salzburger Getreidegasse.

Familie

Sein Vater, Dr. Ernst von Karajan (* 1868; † 1951), war Primararzt und Chirurg am Salzburger Landeskrankenhaus, seine Mutter Martha stammte aus der Slowakei. Sein Bruder Wolfgang von Karajan (* 1906; † 1987) war Elektrotechniker, Orgelbauer und Leiter des Orgel-Ensembles Wolfgang von Karajan.

Karajan war dreimal verheiratet: in erster Ehe mit der Sängerin Elmy Holgerloef (26. Juli 1938 in Aachen), in zweiter Ehe mit Anita Gütermann (Oktober 1942) und in dritter Ehe mit der erst 19-jährigen Eliette Mouret (6. Oktober 1958). Am 25. Juni 1960 wurde seine erste Tochter Isabel geboren, für die die Wiener Philharmoniker die Patenschaft übernahmen. Am 2. Jänner 1964 wurde seine zweite Tochter Arabel geboren, für diese übernahmen die Berliner Philharmoniker die Patenschaft.

Auszeichnungen

Widmungen

In Salzburg ist ihm der Herbert-von-Karajan-Platz in der Altstadt gewidmet.

Siehe auch

Bildergalerie

weitere Bilder

  Herbert von Karajan – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
  Herbert von Karajan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • Website des Karajan-Zentrums
  • Eintrag zu Herbert von Karajan in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)
  • Salzburgwiki-Artikel

Einzelnachweise

  1. Quelle Leserbrief in den SN vom 1. Februar 2011 von Horst Erwin Reischenböck, Stadtführer in Salzburg