Schneeräumung Schafbergbahn

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Schneeräumung an der Schafbergbahnstrecke 2019, 2 Min Video

Die Schneeräumung der Geleise der Schafbergbahn findet alljährlich im April statt.

Schneeräumung 2019

Hunderte Male ist Werkleiter Josef Lienbacher schon mit der Zahnradbahn hinauf auf den Schafberg gedampft. "Ich bin jedes Mal wieder von der Schönheit der Strecke beeindruckt", sagt er an der Talstation in St. Wolfgang und geht mit den Lokführern an Bord. Lienbacher will sich einen Eindruck von den Schneeräumarbeiten an der 5,8 Kilometer langen Strecke verschaffen. Die 1893 in Betrieb genommene Zahnradbahn ist die steilste Österreichs.

Seit drei Wochen ist die Schneeräumung im Gange, damit die Fahrgäste rechtzeitig zum Saisonstart am 11. Mai 2019 problemlos hinauf zur Schafbergspitze fahren können. Die Bergstation liegt auf 1 732 Metern Seehöhe. "Würden wir die Strecke nicht vom Schnee befreien, könnte die Bahn erst im Sommer fahren", erklärt Christian Wörister, einer der Geschäftsführer der Tourismus Management GmbH. In dieser 2018 gegründeten Tochterfirma bündelt die Salzburg AG den Mönchsbergaufzug, die Festungsbahn sowie die Schafbergbahn und die Wolfgangsee-Schifffahrt.

Nicht nur die Arbeiter, auch die Sonne hat in den vergangenen Tagen ganze Arbeit geleistet. Bis zur Haltestelle Schafbergalpe auf knapp 1 400 Metern Seehöhe, die zugleich die Baumgrenze bildet, herrscht freie Fahrt. "Hier lagen im Winter vier bis fünf Meter Schnee", sagt Lienbacher und deutet auf den Steg vor der Alm, der die Strecke überspannt. Die Brücke sei gar nicht mehr erkennbar gewesen. "So viel Schnee haben wir im Schnitt alle zehn Jahre." Auf 1 600 Metern ist plötzlich Schluss. Bis zum Gipfel dauert die Fahrt ab hier noch zehn Minuten, doch erst Ende nächster Woche wird der Weg frei sein. Jene Mütter, die an "ihrem" Tag am 12. Mai hier vorbeidampfen und das traumhafte Bergpanorama genießen werden, würden staunen, könnten sie jetzt die Schneemassen auf den Gleisen sehen. Zentimeter für Zentimeter bahnt sich Firmenchef Peter Spießberger aus Bad Gastein im steilen Gelände mit der Schneefräse den Weg - gerade so, als habe er ein inneres Navigationsgerät. Der Pongauer kann nur erahnen, wo die Gleise verlaufen. "Das habe ich mittlerweile im Gespür", sagt er. Schon Spießbergers Vater war auf dem Schafberg im Einsatz.

Unerschrocken werkt auch der Fahrer der Lungauer Erdbaufirma Gfrerer aus Mariapfarr. Gekonnt räumt er mit einem Spezialbagger den Schnee von den Gleisen. Der Bagger ist fast so breit wie die Strecke. Daneben geht es steil in die Tiefe. Den Arbeitern, die ausgerüstet mit Schaufeln und Spitzhacke die Zahnstangen frei machen, bläst ein eisiger Wind um die Ohren. Unten im Tal weht im Vergleich dazu ein laues Lüftchen.

Die Fahrt herauf dient zugleich nach der routinemäßigen Wartung als Test für die mit Leichtöl betriebene moderne Dampflok. Auf den Nostalgiefahrten wird die Strecke ab Juli auch von den originalen Dampfzahnradlokomotiven befahren.

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