Sigrid Deger-Jalkotzy

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Prof. Dr. phil. Sigrid Deger-Jalkotzy, geborene Deger (* 3. Februar 1940 in Linz, ) ist eine österreichische Althistorikerin.

Leben

Sigrid Deger ist die Tochter von Rudolf Deger, eines deutschen Offiziers der Wehrmacht, der 1945 in russische Kriegsgefangenschaft geriet und 1957 für tot erklärt wurde, und seiner Frau Josefine, geborene Bachinger, einer Linzer Magistratsbeamtin. Nach ihrer Matura am Linzer Realgymnasium in der Körnerstraße 1958 besuchte sie den Abiturientenjahrgang an der Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt mit Matura-Abschluss 1959 und wurde Lehrerin an verschiedenen Volks- und Hauptschulen in Steyr ().

Mit einem Stipendium der Stadt Linz begann sie 1960 mit dem Studium der Altzen Geschichte, Klassischer Philologie, Geschichte und Archäologie an der Universität Wien. Am 1. April 1968 promovierte sie mit einer Arbeit über Herrschaftsformen bei Homer zum Doktor der Philosophie.

Gleichzeitig studierte Deger an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien Schulmusik mit Hauptfach Gesang und Klavier, schloss dieses Studium jedoch nicht ab. Vielmehr zeichnete sich bereits eine wissenschaftliche Laufbahn ab. Von 1968 bis 1970 war sie Lektorin in der Pädagogischen Abteilung des Wiener Verlages Jugend und Volk tätig. Von 1970 bis 1972 absolvierte sie als Stipendiatin des österreichischen Unterrichtsministeriums und des British Council ein Postgraduales Studium an der Cambridge University mit Spezialisierung auf dem Gebiet der Mykenologie.

Von 1972 bis 1977 war sie Forschungsassistentin an der Mykenischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Fritz Schachermeyr. Daneben war sie von 1973 bis 1976 Mitglied der Wiener Schützkantorei.

Seit 1971 war sie mit dem Germanisten, Kunsthistoriker und Verlagslektor Dr. Gottfried Jalkotzy verheiratet, der 1986 verstarb.

Von 1975 bis 1986 war sie Mitglied des Grabungsteams von Wilhelm Alzinger in Aigeira auf der Peloponnes. 1976 wurde sie Mitglied der Mykenischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Von 1978 bis 1986 war sie Universitätsassistentin am Institut für Alte Geschichte und Klassische Archäologie der Universität Wien und habilitierte sich 1979 mit einer Arbeit über Alte Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Mykenologie und der Geschichte der frühen Kulturen des östlichen Mittelmeerraumes. 1980 war sie auch Gastprofessorin an der Universität Cambridge und erhielt 1984 den Berufstitel Außerordentlicher Professor.

1986 wurde Deger-Jalkotzy ordentliche Professorin für Alte Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Vor- und Frühgeschichte des Mittelmeer- und des Donauraumes am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde der Paris-Lodron-Universität Salzburg und setzte sich dort für die Verankerung der Mykenologie ein. Von 1988 bis 2010 war sie Obfrau der Mykenischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1987 wurde sie zum Korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt und leitete von 1988 bis 1992 das österreichische Team der österreichisch-griechischen Ausgrabungen der Stadt Elateia in Phokis. An den Universitäten von Saarbrücken, Heidelberg, Köln, Rostock und Edinburgh erhielt sie Gastprofessuren.

1995 wurde sie zum wirklichen Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Im selben Jahr wurde sie bis 1999 zur Prodekanin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg gewählt. Nach ihrer Emeritierung an 2008 war es allerdings ein schwerer Schlag für sie, dass ihre Professur nicht mehr nachbesetzt wurde.

2009 wurde sie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaft, wo ihr Forschungsfeld weiterhin sehr erfolgreich verankert ist, bis 2011 zur Vizepräsidentin gewählt. Von 2011 bis 2013 war sie Präsidentin der Philosophisch-historischen. Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Auszeichnungen

  • 2003: Kardinal-Innitzer-Würdigungspreis für Geisteswissenschaften
  • 2010: Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Geisteswissenschaften
  • 1987: Wahl zum Korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, seit 1995 ist sie wirkliches Mitglied.
  • 2004 wurde sie Wahl zum Korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Athen,
  • 2005 der Akademie der Wissenschaften in Göttingen gewählt.
  • 2007 erschien, herausgegeben von Eva Alram-Stern und Georg Nightingale die ihr gewidmete Festschrift Keimelion: Elitenbildung und elitärer Konsum von der mykenischen Palastzeit bis zur homerischen Epoche (The formation of elites and elitist lifestyles from mycenaean palatial times to the homeric period). Akten des internationalen Kongresses vom 3. bis 5. Februar 2005 in Salzburg. Redaktion Anna Elisabeth Bächle. Wien (Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) 2007.

Publikationen (Auswahl)

  • Herrschaftsformen bei Homer, Dissertationen der Universität Wien, Band 43. Wien 1970.
  • Fremde Zuwanderer im spätmykenischen Griechenland. Zu einer Gruppe handgemachter Keramik aus Myk. III C Siedlungsschichten von Aigeira. Wien (ÖAW) 1977.
  • E-QE-TA. Zur Rolle des Gefolgschaftswesens in der Sozialstruktur mykenischer Reiche. Wien (ÖAW) 1978.
  • Elateia (Phokis) und die frühe Geschichte der Griechen. Ein österreichisch-griechisches Grabungsprojekt. Wien (ÖAW) 1991.
  • Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band V Supplementum 2: Die Siegel aus der Nekropole von Elatia-Alonaki (mit Phanouria Dakoronia und Agnes Sakellariou). Mainz (v. Zabern) 1996.
  • Das mykenische Griechenland. Geschichte, Kultur, Stätten (mit Dieter Hertel). München (C.H. Beck) 2018.

Quelle