Verein Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg

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Gründungsversammlung des Vereins in Mühlbach am Hochkönig am 20. September 2014
Initiator und erster Vereinsobmann Michael Mooslechner als Leiter einer Exkursion des Vereines in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück am 8. August 2015
Der von Anton Thuswaldner gestaltete, am 8. August 2014 feierlich enthüllte Gedenkstein zur Erinnerung an die Opfer des Goldegger Sturms auf dem Areal der Salzburger Gebietskrankenkasse

Der Verein Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg – Plattform für regionale Erinnerungskultur wurde im Herbst 2014 gegründet.

Zur Entstehungsgeschichte

Standortstreit um Gedenkstein

Im Jahr 2014 entbrannte in der Pongauer Gemeinde Goldegg ein heftiger Konflikt um einen Gedenkstein für NS-Opfer, die im Rahmen des „Sturm“ am 2. Juli 1944 getötet, verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt worden waren. Von der Gemeinde war auch 70 Jahre nach den Ereignissen noch kein Erinnerungszeichen an die Opfer errichtet worden. Aus diesem Grund entwarf der Salzburger Bildhauer Anton Thuswaldner einen schlichten Gedenkstein, der im historischen Zentrum von Goldegg, im Hof des Schlosses verlegt werden sollte. Die Tochter des in KZ Mauthausen hingerichteten Wehrmachtsdeserteurs Karl Rupitsch, Brigitte Höfert, hatte dieses Erinnerungszeichen angeregt und gestiftet. Das Projekt wurde vom Pongauer Historiker Michael Mooslechner begleitet und unterstützt.

Der Bürgermeister von Goldegg, Johann Fleissner, lehnte den vorgeschlagenen Standort ab. Auch der Kulturverein Schloss Goldegg wandte sich nach anfänglicher Kooperation mit dem Projekt vom geplanten Verlegungsort ab. Schließlich gestattete die Salzburger Gebietskrankenkasse, dass der Stein auf ihrem Gelände verlegt wird. Die feierliche Enthüllung fand am 8. August 2014 statt.

Unterstützer und Unterstützerinnen schließen sich zusammen

Im Konflikt um diesen Gedenkstein hatten sich viele Unterstützer zusammengefunden. Diese Menschen haben den Verantwortlichen geschrieben, Leserbriefe verfasst und sich in ihrem Umfeld für den Gedenkstein Goldegg engagiert.

Nach der Verlegung des Steines sollte dieses Engagement nicht versiegen. Zu diesem Zweck wurde im Herbst 2014 der Verein „Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg“ von Aktivisten rund um den Historiker Michael Mooslechner gegründet. Der Verein will die Tragödie um die „Goldegger Partisanen“ und ihre Unterstützer stärker in der Öffentlichkeit und im Bewusstsein der Goldegger Bevölkerung verankern.

Zur Verlegung des Gedenksteines am 8. August 2014 wurde ein kleiner Folder mit einer Liste der Opfer veröffentlicht. Eine Internetseite soll den Opfern auch ein Gesicht und mit den Kurzbiografien eine individuelle Geschichte geben. Der Verein möchte diesen Internetauftritt zu einem virtuellen Gedenk- und Kommunikationsort ausbauen, der Informationen für die Öffentlichkeit, den Geschichtsunterricht und die Wissenschaft bereitstellt.

Vereinsaktivitäten im Interesse der Erinnerungskultur

Gedenkveranstaltungen

Der Verein „Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg“ organisiert jährlich eine Gedenkfeier am 2. Juli und möchte in den nächsten Jahren Anfang Juli eine Themenwanderung auf den Spuren der Wehrmachtsdeserteure anbieten.

Exkursionen

Im August 2015 führte eine Exkursion des Vereins in die Mahn- und Gedenkstätte des Konzentrationslagers Ravensbrück. An der Mauer des ehemaligen Frauen-KZ wurden zwei Gedenktafeln montiert, die an jene Frauen aus dem Pongau erinnern, die wegen der Unterstützung der Kriegsdienstverweigerer verschleppt wurden.

Vereinstreffen

Seine Sitzungen hält der Verein beim „Pauss-Bauern“ in Mühlbach am Hochkönig ab. Dies ist der Geburtsort von Karl Rupitsch, auch „Pauss-Karl“ genannt. Er gilt als Gründer und Anführer der Goldegger Deserteure.

Vereinsvorstand

Bei der Generalversammlung des Vereins am 7. Dezember 2014 wurden der Historiker Mag. Michael Mooslechner zum Obmann und die Dipl. Sozialarbeiterin Mag.a[1] (FH) Elfriede Oblasser zu seiner Stellvertreterin gewählt. Elfriede Oblasser ist die Enkelin von Johann Oblasser, der den Deserteuren immer wieder an seinem Hof in Taxenbach Unterschlupf gewährte und dafür von der Gestapo in mehrere Konzentrationslager verschleppt wurde. Weitere Vorstandsmitglieder sind: Johanna Doppler-Klausner, Gertrude und Dr. Paul Chalupny, Viktoria Wahrstätter, Anton Winter und Roland Irnberger. Seit der Generalversammlung im Jahr 2018 gibt es eine neue Vereinsführung: Obfrau: Brigitte Höfert, Obfrau-Stv. (geschäftsführend): Dr. Paul Chalupny.

Weblinks

Quellen

  • Mag. Michael Mooslechner, Initiator des Vereines und erster Vereinsobmann
  • Teilnahme der Autorin an Vereinsaktivitäten

Fußnoten

  1. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.