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Vier-Elemente-Brunnen

Panoramaaufnahme: Mirabellgarten
Großes Gartenparterre, Vier-Elemente-Brunnen
Vier-Elemente-Brunnen
Große Fontäne (Vier-Elemente-Brunnen)
Große Fontäne (Vier-Elemente-Brunnen)

Der Vier-Elemente-Brunnen oder die Große Fontäne ist ein Brunnen im Salzburger Mirabellgarten.

Inhaltsverzeichnis

Über den Brunnen

Im Mittelpunkt des Großen Gartenparterres befindet sich ein Springbrunnen mit einem großen achteckigen flachen Brunnenbecken. In seiner Mitte steigt eine große Fontäne senkrecht und seitwärts speiend auf. Im Viereck angeordnet, stehen um den Brunnen vier Figurenpaare, die in der griechischen Mythologie und durch die dargestellten Ornamente die vier Elemente versinnbildlichen:

  • Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt'; Attribute: Blumen, Pflanzen,
  • Element Wasser: 'Paris entführt die schöne Helena über das Meer' Attribute: Muschel, Fisch, Anker
  • Element Feuer: 'Aeneas flieht aus dem brennenden Troja, seinen Vater Anchises am Rücken tragend und seinen Sohn Ascanius an der Hand führend', Attribute: Flammen, Kanone
  • Element Luft: 'Herkules ringt mit den Riesen Antaios'; dem Sohn des Posseidon (Wasser) und der Gaia (Erde), der - vom Boden in die Luft gehoben - keine Kraft mehr aus der Verbindung mit Gaia (seiner Mutter) ziehen kann. Attribut: Vögel

Geschichte

Der Mirabellgarten wurde um 1690 im Auftrag von Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun durch Fischer von Erlach errichtet. Spätere kleinere Umgestaltungen erfolgten durch Lukas von Hildebrandt. Die vier steinernen Skulpturengruppen wurden bereits 1690 von Ottavio Mosto und wie alle anderen 20 Skulpturen nach Entwürfen von Fischer von Erlach gestaltet.

Das Brunnenbecken wurde mehrfach saniert, z. B. im Jahr 1895. Damals wurde auch die Fontäne erneuert. Nach 1907 stieg die Große Fontäne vorübergehend sogar 20 Meter empor. Eine Beleuchtung der Großen Fontäne war schon seit dem Jahr 1908 vorgesehen [1]. Seit 1930 wurde die Große Fontäne bzw. der Vier-Elemente-Brunnen auf Grund einer neuen Initiative des Salzburger Stadtverschönerungsvereins mit Hilfe der Elektrofirma Georg Müller vom Waagplatz dann endlich in den späten Abendstunden elektrisch beleuchtet und damit zum Leuchtbrunnen. In den Jahren von 1930 bis 1938 wurden auch Leuchtbrunnenkonzerte veranstaltet. Im Jahr 1930 haben insgesamt 22 000 Personen an 6 Leuchtbrunnenkonzerten, sowie bei einem Konzerttermin sogar 4 000 Besucher teilgenommen. [2] Die Kosten der neuen Beleuchtungsanlage konnten durch die hohe Zahl der Besucher so bereits im Jahr 1930 zur Gänze wieder eingenommen werden.

Die Figurenpaare werden kunstgeschichtlich auch als Raptusgruppen[3] bezeichnet.

Bildergalerie

Quellen

Fußnoten

  1. anno.onb.ac.at/Salzburger Chronik 6. November 1907
  2. anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 19. September 1930
  3. Raptusgruppe: Von lateinisch raptus, "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” (Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann