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Anselm Desing

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Anselm Desing, OSB eigentlich Franz Josef Albert Desing (* 15. März 1699 in Amberg; † 17. Dezember 1772 in Ensdorf), war Professor an der Benediktineruniversität Salzburg und ein vielfältig gebildeter Mann.

Leben

Anselm Desing wurde als Sohn des angesehenen Regierungsadvokaten und Hofrichters Johann Georg Desing in Amberg geboren und auf den Namen Franz Josef Albert getauft. Von 1710 bis 1715 besuchte er das Jesuitengymnasium in Amberg, 1715 bis 1717 schloss in Wien die philosophischen Studien ab.

1717 trat er in das in der Nähe von Amberg gelegene Kloster Ensdorf ein und nahm den Ordensnamen Anselm an. In Ensdorf wurde er am 4. April 1723 zum Priester geweiht. 1725 kam er als Lehrer für Latein und Griechisch an das von Benediktinern geleitete Lyzeum von Freising. Hier förderte er die bisher vernachlässigten Fächer Geschichte und Geografie. Auch Lehrbücher für die Fächer verfasste er in seiner Freisinger Zeit. 1731 wurde er an sein Heimatkloster zurückgerufen, um das Amt des Priors zu übernehmen. In seiner Zeit als Prior verfasste er das dreibändige Werk `Historica Auxilia', eines dreiteiligen historischen Handbuch, das zwischen 1733 und 1736 erschien.

1736 wurde er Professor für Poetik an die Benediktineruniversität Salzburg, 1737 promovierte er zum Doktor der Philosophie und übernahm das Fach Mathematik, 1740 wurde er zusätzlich Professor für Ethik und Geschichte. In den Jahren 1740 und 1741 war er auch Dekan der philosophischen Fakultät.

Im Dezember 1743 trat er von seinen Lehrämtern zurück und verließ Salzburg, um in der Abtei Brevnov-Braunau bei Prag am Aufbau einer Ritterakademie und einer damit verbundenen Benediktinerakademie mitzuwirken. 1745 zerschlug sich dieser Plan und er kehrte nach Ensdorf zurück.

Als Kenner der Baukunst entwarf er den Plan der 1749 Sternwarte von Kremsmünster. Am 7. November 1752 ernannte ihn Fürsterzbischof Dietrichstein zum Geistlichen Rat, einem Titel, den er auch von den Erzbischöfen von Freising und Passau erhielt. 1759 wurde Desing Mitglied der neu gegründeten bayerischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1761 wurde er zum Abt von Ensdorf gewählt, wo er bis zu seinem Tode am 17. Dezember 1772 wirkte.

Quellen