Bernd S.

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Bernd S. (* 21. April 1942) war Hauptangeklagter im ersten WEB-Prozess, dem größten Wirtschaftsprozess der 2. Republik.

WEB-Affäre

Er geriet als Chef der Gemeinnützigen WEB Ende der 1980er Jahre in den Verdacht, Anlegergelder veruntreut zu haben. S. reiste ab 1993 gleich sechs Mal nach Panama, wo er sich mit seiner Vertrauten Annemarie S. niederlassen wollte. Bernd S. erwarb um 1,3 Mill. öS (94.000 Euro) einen panamaischen Reisepass. Auch für Annemarie S. lag ein Dokument zur "Filiacion" (Niederlassung) vor. Bernd S. floh dann am 19. Jänner 1995 gemeinsam mit seiner Vertrauten nach Panama und wurde am 30. Mai dort verhaftet.

Es folgten mehrere Jahre Untersuchungshaft − auch noch während des ersten WEB-Prozesses, der ab 16. September 1996 am Salzburger Landesgericht anhängig war. Mehrmals suchte S. um Haftentlassung an, am 9. Juni 1998 wurde er dann gegen eine Kaution von zwei Millionen Schilling (150.000 Euro) auf freien Fuß gesetzt. Nachdem S. am 14. Juni 1999 in erster Instanz zu neun Jahren Haft verurteilt wurde, ging der Prozess bis vor den Obersten Gerichtshof. Dieser bestätigte die Urteile gegen S. und seine Mitangeklagten am 23. Mai 2002. Gegen Ende Juli trat Bernd S. seine Haft an.

Am 14. September 2007 wurde auf Antrag des Finanzamts über das Vermögen Bernd S. der Privatkonkurs eröffnet. Das gab der Kreditschutzverband (KSV) an diesem Tag bekannt. S. hat über einen Zeitraum von mehr als 22 Jahren Steuerschulden von rund 876.000 Euro angehäuft.

S. lebt heute als Pensionist in der Stadt Salzburg.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten