Christian Kapeller

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Christian Kapeller

Christian Kapeller (* 14. Dezember 1928 in Seekirchen, Flachgau) ist Berufsfischer am Wallersee.

Leben

Christian Kapeller übernahm 1958 mit seiner Frau Rosina den väterlichen Fischereibetrieb in Seekirchen. "1960 ist der Fremdenverkehr losgegangen, wir waren die ersten mit dem Bootsverleih und dem Bau von Ruderbooten." Sein Sohn Christian führt das hauseigene "Frischfisch-Ladl" und beliefert die Gastronomie, unter anderem das Restaurant Pfefferschiff in Söllheim. Als drittes Standbein der Familie dient das im Sommer geöffnete Restaurant "Seeterrasse" von Enkel Christoph.

Vorgestellt

Als erster den Sonnenaufgang am Wallersee gesehen hat keiner so häufig wie er: Christian Kapeller. Am 14. Dezember 2010 feiert er 82. Geburtstag und fährt seit 70 Jahren jeden Tag zum Fischen auf den größten Flachgauer See.

"Früher gab es etliche Fischer am Wallersee, unsere Familie ist als einzige übrig geblieben", sagt der Seekirchener.

Bei den Kapellers wird in der fünften Generation gefischt: "1894 hat mein Großvater Matthäus begonnen", erzählt der Berufsfischer, der direkt an der Fischach, wohnt. Dort steigt er, außer wenn der See zugefroren ist, jeden Morgen in seine Motorzille und fährt zu den fix verankerten Netzen hinaus.

"Im Sommer um dreiviertel fünf Uhr früh, im Winter erst gegen acht." Auch zuletzt (Dezember 2010) war er trotz Winterwetters auf dem See: "Plötzlich ist der Wind gekommen, die Wellen waren ganz weiß, da konnte ich nicht viel Arbeit erledigen."

Kapeller sieht seinen Beruf vor allem als harte Arbeit: "Wir haben Netze am Seegrund in bis zu 23 Metern Tiefe. Die ziehe ich mit der Hand herauf, ohne Winde", erzählt er – und fängt so bis zu 50 Kilogramm Hecht, Zander, Brachsen oder Reinanken am Tag. Kapeller kennt den See wie kaum ein anderer: "Durch die Netze sehe ich auf den Meter genau, ab welcher Zone wie viel Sauerstoff im See ist".

Seit er als Zwölfjähriger das erste Mal allein zum Fischen hinausgeschickt wurde, habe sich vieles verändert. "Der See ist zuletzt in den 1980er Jahren gekippt. Dann hat sich durch Kläranlagen und das Düngeverbot in Seenähe viel verbessert." Auch das Motorbootverbot sei "ein Segen."

Kapeller sieht auch romantische Seiten an seinem Beruf: "Gerade am Beginn dieser Woche war es wunderschön am See. Wenn man da ein wenig Fantasie hat und in den Nebel hineinschaut, kann man sich Figuren vorstellen."

Von gelegentlichen Schwarzfischern oder Fischdieben lässt er sich die Laune nicht verderben. Mit Hobbys hat es der Familienmensch nicht so, auch der letzte größere Urlaub, der ihm einfällt, war typisch: "Da waren wir am Bodensee – aber nicht zum Fischen."

Die nächsten Tage werden geschäftig: "Der Weihnachtskarpfen ist wieder gefragt, das hat sich zur Hauptsaison entwickelt." Am 24. Dezember wird Kapeller um halb vier Uhr früh aufstehen müssen. "Der Stress hat schon zugenommen. Aber man muss es sich selbst gemütlich machen, wenn es geht."

Weblinks

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Stefan Veigl)