Eberhard Stüber Forschungsstation

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2014: 25 Jahre hochalpine Forschungsstation: von links Dr. Norbert Winding, Dr. Johannes Hörl, Prof. Bernd Lötsch, Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler, Dr. Eberhard Stüber

Die Eberhard Stüber Forschungsstation, ehemals Forschungsstation Haus Alpine Naturschau befindet sich im Haus Alpine Naturschau an der Großglockner Hochalpenstraße im südlichen Pinzgau. Die hochalpine Forschungsstation liegt auf 2 273 Metern Seehöhe.

2014: 25 Jahre hochalpine Forschungsstation

Die hochalpine Forschungsstation im Haus Alpine Naturschau fungiert seit 25 Jahren als wissenschaftlicher Stützpunkt für die Erforschung alpiner Lebensräume. Dafür steht sie nationalen und internationalen Forscherteams zur Verfügung. Ermöglicht wird dies durch die Zusammenarbeit zwischen der Großglockner Hochalpenstraßen AG und dem Salzburger Haus der Natur. Anlässlich dieses Jubiläums gab es Dank und Ehrungen, ein Geburtstagsgeschenk und den neuen Namen „Eberhard Stüber Forschungsstation für hochalpine Studien im Nationalpark Hohe Tauern“.

Forschung im Hochgebirge – wozu?

Jede Forschungsarbeit zur Ökologie des Hochgebirges liefert einen wertvollen Baustein zum Verständnis der komplexen Zusammenhänge dieses Lebensraums. Und dieses Verständnis bildet die Voraussetzung für seinen Schutz. „Um die Dynamik des Lebensraums Hochgebirge zu verstehen, genügt es jedoch nicht, im Labor zu experimentieren, ökologische Forschung erfordert umfangreiche Freilandarbeiten“, weiß Dr. Norbert Winding, heute Direktor am Haus der Natur, früher jahrelang mit dem Aufbau und der fachlichen Betreuung der Station betraut. Erreichbarkeit, Gelände und extreme Witterungsbedingen des Hochgebirges stellen hohe Anforderungen an die Forschenden. Mit der Errichtung der Forschungsstation gelang es, diese Arbeitsbedingungen nachhaltig zu erleichtern. Die Forschenden können sich ohne große Zeitverluste ihrer Arbeit im Freiland widmen und finden in der Station ein perfektes Basislager, in dem beispielsweise Proben an Ort und Stelle analysiert oder Messungen ausgewertet werden können.

Großglockner Hochalpenstraßen AG mit ökologischem Selbstverständnis

Die hervorragende Anbindung der Station an die Großglockner Hochalpenstraße sorgt für eine leichte Erreichbarkeit aller Höhenstufen des Hochgebirges. Alpine Rasen, Schutt- und Felsfluren liegen direkt vor der Haustüre und in kürzester Zeit erreicht man ausgedehnte Bergwälder, Almen, die Gletscherregion oder das Nationalpark-Sonderschutzgebiet Piffkar. Unzählige Forschungsprojekte rund um die alpine Ökologie wurden in den letzten 25 Jahren realisiert. „Ein wichtiger Schritt für uns, die Natur des Hochgebirges besser zu verstehen und respektieren zu lernen'“, so Dr. Johannes Hörl, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG, für den Verantwortung für Natur und Umwelt ein zentrales Unternehmensziel darstellt.

Demgemäß fließen die Forschungsergebnisse auch in die Informationseinrichtungen rund um die Großglockner Hochalpenstraße ein. Inhalte der Arbeiten findet man beispielsweise in der Ausstellung „Alpine Naturschau“, im botanischen Rundwanderweg „Wunderwelt Glocknerwiesen“ oder in der „Wilhelm-Swarovski-Beobachtungswarte“ an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. „An diesem Beispiel zeigt sich, dass die Förderung wissenschaftlicher Forschung für ein Wirtschaftsunternehmen durchaus lohnend sein kann“, meint DDr. Eberhard Stüber, vor 25 Jahren Impulsgeber für die Gründung der Station.

Am Anfang stand eine Vision

Die Errichtung der Hochalpinen Forschungsstation in einem stillgelegten Betriebsgebäude am Obernassfeld ist dem visionären Weitblick von Dr. Michael Pistauer, Generaldirektor der Großglockner Hochalpenstraßen AG von 1985 bis 1990, und DDr. Eberhard Stüber, Direktor am Haus der Natur von 1976 bis 2009, zu verdanken. Sie erkannten die Bedeutung einer derartigen Infrastruktureinrichtung inmitten der alpinen Naturlandschaft und schufen damit die Voraussetzungen für eine Intensivierung der Hochgebirgsforschung in den Hohen Tauern. Dr. Astrid Rössler, Landeshauptmann-Stellvertreterin von Salzburg würdigt nun den Initiator und Impulsgeber der Forschungsstation: „Als Anerkennung seines großen Engagements für den Nationalpark, seiner Initiativen zur ökologischen Ausrichtung der Großglockner Hochalpenstraße und nicht zuletzt für die Gründung der Forschungsstation soll die Station ab sofort den Namen „Eberhard Stüber Forschungsstation für hochalpine Studien im Nationalpark Hohe Tauern“ tragen.“ Professor Bernd Lötsch, ehemals GD des Naturhistorischen Museums Wien und Präsident des WWF, hielt die Laudatio für den Namensgeber Prof. Eberhard Stüber.

Auszeichnung der Preisträger Glockner-Öko-Fonds

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden auch die Preisträger des Glockner-Öko-Fonds ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträger sind Dr. Robert R. Junker und Anne-Amélie C. Larue mit dem Projekt „Diversität im Auge des Betrachters – Funktionelle und phylogenetische Diversität von Pflanzengemeinschaften entlang der Großgloa[1] Widerin mit der Forschungsarbeit „Migration von Fledermäusen in den Alpen“.

Aus Anlass des Jubiläumsjahres „25-Jahre-Forschungsarbeiten“ wurde der Förderbeitrag des Glockner-Öko-Fonds für das Jahr 2014 um 50% auf gesamt € 15.000,-- aufgestockt, daher können heuer sogar zwei Projekte gefördert und damit verwirklicht werden.

== Daten und Fakten zur Forschungsstation 00 Zur Verfügung gestellt werden die Räumlichkeiten der Forschungsstation von der Großglockner Hochalpenstraßen AG, das Haus der Natur betreut und verwaltet die Station seit ihrer Gründung in wissenschaftlicher und organisatorischer Hinsicht. Sie ist ausgestattet mit einem Seminarraum, einem wissenschaftlichen Arbeitsraum, einem Labor zur Probenaufbereitung, Schlafplätzen und einer Küche. Im Seminarraum findet man Literatur zu den regionalen Forschungsarbeiten, im Arbeitsraum stehen Binokulare und Mikroskope bereit.

Als Geburtstagsgeschenk übernahm die Großglockner Hochalpenstraßen AG die baulichen Sanierungen der Forschungsstation und die Schaffung eines von den Forschern besonders gewünschten und wichtigen Umkleideraums zur Erleichterung der Arbeit.

Weblinks

Quelle

  • Presseaussendung der Großglockner Hochalpenstraßen AG, 19. September 2014

Einzelnachweise

  1. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.