Großglockner Hochalpenstraßen AG und Elektromobilität

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Sommer 2021: Leistungstest auf der Großglockner Hochalpenstraße mit einem Elektro-Bus auf dem Nationalparkplatz auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe von links: Dr. Johannes Hörl (Vorstand GROHAG), Christian (Nachname nicht bekannt) und David Gruber (Geschäftsführer von SILENTH.eu, Experte für E-Mobilität);
Tesla-Club-Ausfahrt zum Großglockner 2015 von links: Christian Wörister (Geschäftsführer Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH), Josef Schachner (Bürgermeister Gemeinde Heiligenblut am Großglockner), Heide Pichler-Herritsch (Obfrau Tourismusverband Heiligenblut am Großglockner), Johannes Hörl (Generaldirektor Großglockner Hochalpenstraßen AG), Clubobmann Ferdinand Hueter (Kärnten) und Kevin Hermann (Präsident TESLA-Club Austria);

Die Großglockner Hochalpenstraßen AG und Elektromobilität im letzten Jahrzehnt (die 2010er-Jahre) und ein Ausblick bis 2025.

Einleitung

Die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) ist führend beim Ausbau der Elektroladeinfrastruktur im Umfeld der schönsten Panoramastraßen Österreichs. Bereits seit 2011 forciert die GROHAG E-Mobilität als zukunftsweisende Art der Fortbewegung auf ihren alpinen Ausflugsstraßen in Schutzgebieten.

2018 erschien das Buch „Porsche Drive - Pass Portrait Großglockner Hochalpenstraße“. Autor Jan Karl Baedeker (Urenkel von Karl Baedeker, der durch seine roten Reisehandbücher berühmt wurde) stellt darin Dr. Johannes Hörl, der als Direktor und Vorstand der GROHAG seit 2008 das Unternehmen leitet, u. a. folgende Frage (Seite 261):

Wie könnte ein nachhaltiger Alpentourismus rund um die Großglockner Hochalpenstraße aussehen – was tun Sie, um ihn zu fördern?

Dr. Hörl führt in seiner Antwort verschiedene Maßnahmen an, unter anderem „dass sich die Auswirkungen der Großglockner Hochalpenstraße auf die Umwelt in den maßgeblichen Schadstoffbereichen – Blei, Stickstoff, Schwefel, CO₂ und dergleichen - im Verhältnis von vor 40 Jahren bereits um etwa 80 % und mehr reduziert haben.“ (Zitat Seite 261) Dr. Hörl weiter: „außerdem haben wir mit zehn Ausstellungen, die sich vorwiegend mit Bewusstseinsbildung von Natur und Umwelt in den Hohen Tauern sowie neuen Mobilitätsformen der E-Mobilität – zwölf E-Lademöglichkeiten entlang der Straße – beschäftigen, schon einiges anstoßen können.“[1] (Stand 2018)

Aus der Geschichte der Elektromobilität

1902, Lohner-Porsche: Am Steuer des Wagens: E. W. Hart aus Luton, England, daneben Ferdinand Porsche. Das Fahrzeug hat vier elektrisch betriebene Radnabenmotoren mit einer Leistung von je 1 500 W. Der elektrische Strom wird in Akkumulatoren mit einer Gesamtmasse von 1 800 kg gespeichert.

Elektrofahrzeuge sind keineswegs Erfindungen des 21. Jahrhunderts. Bereits um 1900 wurden Rekorde mit Elektrofahrzeugen aufgestellt. 1899 erreichte der Belgier Camille Jenatzy mit seiner elektrischen „La Jamais Contente“ („Die Nie-Zufriedene“) als erster die 100-km/h-Grenze, die dann 1902 vom Franzosen Léon Serpollet mit seinem „Œuf de Paques“ („Osterei“) mit 120 km/h übertroffen wurde. Aber auch Österreicher entwickelten sehr erfolgreich elektrisch betriebene Fahrzeuge. 1899 hatte der Wiener Kutschenbauer Jacob Lohner seinen ersten elektrischen Stadtwagen Typ „Egger-Lohner“ vorgestellt. Der bereits an dieser Entwicklung beteiligte junge Ferdinand Porsche konstruierte dann einen Radnabenmotor mit elektrischem Antrieb. Dafür gab es, sozusagen für den ersten „Porsche“, 1900 bei der Pariser Weltausstellung eine Auszeichnung.

Es folgten immer wieder Versuche mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, doch erst 2003 kam es mit dem Toyota Prius Hybrid zu einem deutlichen Aufschwung der Hybridfahrzeuge. 2013 war schließlich das Elektrofahrzeug Renault ZOE nach seiner Markteinführung das meistverkaufte Elektrofahrzeug in Österreich.

Schon 2010 hatten die Verantwortlichen der GROHAG die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität erkannt und errichteten die erste E-Ladestation auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Ende der Gletscherstraße, einer Stichstraße der Großglockner Hochalpenstraße auf Kärntner Seite.[2] 2016 wurde beim Südportal des Hochtor-Tunnels die erste solarbetriebene E-Ladestation an der Panoramastraße in Betrieb genommen. Die Nutzung ist kostenlos.

Mit der Eröffnung von drei weiteren Ladestationen auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am 21. August 2017 gab es insgesamt 15 E-Ladestationen. Fünf befinden sich auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, eine beim Hochtor-Tunnel, beim Haus Alpine Naturschau sowie in den Talorten Heiligenblut am Großglockner, Fusch an der Großglocknerstraße und Bruck an der Großglocknerstraße.

Die Ladestationen verfügen über eine Anschlussleistung von jeweils 22 kW und stehen kostenlos zur Verfügung. Adapter für E-Motorräder und ausgewiesene, grün markierte Parkplätze zum Beladen der Fahrzeuge ergänzen das Angebot. Zwei der fünf Ladestationen auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe sind zwei sogenannte „Tesla Destination Charger“ für E-Fahrzeuge. Die Ladestationen innerhalb der Mautstrecke sind kostenlos für die Benutzer, jene in Heiligenblut, Bruck und Fusch jedoch nicht.

100 neue E-Ladepunkte rund um den Großglockner bis 2025

Das Logo für die „Glockner-E-Power“-Ladestationen.
Das Logo für die „Glockner-E-fast“-Schnell-Ladestationen.

Bis 2025 werden insgesamt 100 neue E-Ladepunkte mit Glockner-E-Power installiert. Unter der neuen Marke „Glockner-E-Power“ (siehe Logo „G-E-POWER“) wurden am 22. Juli 2021 weitere sechs E-Ladestationen mit zwölf E-Ladepunkten in Krimml (Parkplatz 4, Burgwald bei den WasserWelten), Fusch (in Ferleiten und Parkplatz Piffkar) und Heiligenblut (Parkplatz Rossbach und Raststation Schöneck) für Nutzer von E-Fahrzeugen eröffnet.

Seit Sommer 2021 stehen auch zwei Schnell-Ladestationen – im Norden vor der Kassenstelle Ferleiten (mit 120 kW) und im Süden vor der Kassenstelle Heiligenblut (mit 60 kW) – zur Verfügung (siehe Logo G-E-FAST).

100 % E-Mobilitäts-Sicherheit rund um den Glockner und 1 000 Ladestationen

Die heutige E-Ladestation auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Die Gesellschaft befindet sich mitten in einer Mobilitäts- und Energiewende. Vor allem die Elektromobilität hat (neben der Elektro-Wasserstoff-Technologie) in den letzten Jahren zunehmend Fahrt aufgenommen. Im Jahr 2030 sollten bereits mehr batteriebetriebene Fahrzeuge als Automobile mit Verbrennungsmotoren verkauft und die E-Autos deutlich günstiger werden, so die Überzeugung der größten Autohersteller. Damit geht auch der Ausbau der nötigen Ladeinfrastruktur Hand in Hand. In Österreich gibt es schon heute (Stand 2021) über 5 000 E-Ladepunkte und alle 60 km eine E-Schnellladestation.

Dieser Entwicklung trägt auch die Großglockner Hochalpenstraßen AG, die vom ehemaligen Tankstellenbetreiber nunmehr auf den Betrieb von E-Ladestationen umgestiegen ist. Bereits jetzt besteht schon ein Drittel ihrer eigenen Fahrzeugflotte aus E-Mobilen. Darüber hinaus investiert das Unternehmen kontinuierlich in die Steigerung der Attraktivität für alternative Antriebe auf den schönsten Panoramastraßen Österreichs - wie zum Beispiel mit dem Ausbau der E-Ladeinfrastruktur, günstigem Glockner-Strom sowie günstigeren Tarifen für E-Autos und -E-Motorräder (aber auch für Elektro-Wasserstoff betriebene Fahrzeuge).

500 E-Ladepunkte gibt es bereits jetzt in der Nationalpark-Region Hohe Tauern (Stand 2021) und wenn man den Einzugsbereich von 100 km rund um den Großglockner betrachtet, sind es bereits über 1 000 (!) E-Ladestationen (Typen 1 und 2, CCS, Tesla und/oder Schuko-Stecker).

Die GROHAG wird mit Unterstützung von Partnern und Anrainergemeinden rund um den Großglockner bis 2025 insgesamt 100 eigene E-Ladepunkte unter der Marke „Glockner-E-Power“ anbieten. Damit ist eine durchgehende E-Mobilitäts-Sicherheit sowie ausreichender Ladekomfort für Besucher der hochalpinen Panoramastraße, die mit ihrem E-Fahrzeug anreisen und die schönsten Panoramastraßen Österreichs (der GROHAG Gruppe) nachhaltig erfahren wollen, gewährleistet.

Die Großglockner Hochalpenstraße mit einem Elektro-Auto zu erleben, ist ein Fahrerlebnis

Das beginnt schon beim Bergauffahren: Man gibt Strom statt „Gas“ und ohne Verzögerung ist die volle Leistung da. Angenehmer Nebeneffekt: Man wird in Zukunft wohl von weniger Motorenlärm und dafür von mehr Vogelgezwitscher und dem Pfeifen der Murmeltiere begleitet. Und wenn es dann wieder bergab geht, wird der Akku des E-Auto über die sogenannte Rekuperation – also die Rückgewinnung von Bewegungsenergie – wieder aufgeladen. Anders gesagt: Statt in Wärme, die beim Bremsvorgang mit einem Verbrennungsmotor entsteht, wandelt das Elektroauto die Bremsenergie effektiv in Strom um und lädt damit den Akku wieder auf – der Motor wird zum Stromgenerator. Experten empfehlen, den Akku vor der Bergfahrt so aufzuladen, dass man oben am Berg mit ca. 30 % Akkuladung ankommt. Denn dann kann sich der Akku beim Bergabfahren wieder in aller Ruhe aufladen. Ganz nach dem Motto: Energie erzeugen, statt verbrauchen! Und noch ein angenehmer Nebeneffekt: man muss auch weniger bremsen, da die Rekuperation wie eine Motorbremse wirkt.

Übersicht Elektromobilität GROHAG und Großglockner Hochalpenstraße

Seit genau zehn Jahren (Stand 2021) bemüht sich die GROHAG alternative Antriebsmöglichkeiten zu unterstützen, im Wege von bewusstseinsbildenden Maßnahmen aber auch im Rahmen von Erleichterungen und Vergünstigungen:

  • ermäßigte Tickets für E- und H2-KFZ (€ 27,50 für eine Tageskarte statt € 37,50) und für E-Motorräder (€ 21,- statt regulär € 27,50)
  • durchgängige E-Ladesicherheit auf der gesamten Großglockner Hochalpenstraße mit derzeit 25 E-Ladepunkten – vom Beginn der Alpenstraße in Bruck beziehungsweise Fusch an der Großglocknerstraße (im Norden) und in Heiligenblut am Großglockner (im Süden) über weitere E-Tankstellen beim Piffkar, Haus Alpine Naturschau, Hochtor, Schöneck bis hinauf zu Österreichs höchstgelegener Elektro-Tankstelle und Tesla-Chargern auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe;
  • kostenloses Laden (G-E-FREE) an den Ladestationen innerhalb der Glockner-Kassen
  • günstiges Schnellladen (G-E-FAST) Kassenstellen Ferleiten und Heiligenblut
  • Adapter für E-Motorräder (Haus Alpine Naturschau) und
  • ausgewiesene Parkplätze (grün markiert) zum Beladen der E-Fahrzeuge
  • Tests mit E-Bussen auf der Hochgebirgsstraße (siehe Leistungstest auf der Großglockner Hochalpenstraße mit einem Elektro-Bus) – mit dem langfristigen Ziel eines lärmfreien E-Shuttles zwischen Parkplatz Hoher Sattel und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Einsatz von Elektro-Fahrzeugen in der GROHAG-Flotte, Geschäftsführung, Straßendienst, Lieferdienst, Parkraumüberwachung udgl

Zitate zum Thema GROHAG und Elektromobilität (Sommer 2021)

  • David Gruber, E-Mobilitäts-Experte und Mitgründer der Firma elektroauto.at, die die neuen Fast-Charger errichtet hat:

    „Eine Ladeinfrastruktur, die einfach zu bedienen ist und bei der das Bezahlen transparent und ohne Registrierung oder über eine App abgewickelt werden kann, wird Ausschlag gebend für den weiteren Erfolg der E-Mobilität sein. Stellen Sie sich vor, Sie stehen mit Ihrem leeren E-Auto auf einem Berg und wollen laden, haben keinen Handy-Empfang und können die fürs Laden nötige App nicht öffnen. Außerdem: Warum sollte man sein Elektro-Auto nicht so einfach laden und dafür bezahlen können, wie man heute ganz selbstverständlich seinen Benziner tankt?“

  • Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Aufsichtsrats-Vorsitzender der GROHAG:

    „Die Großglockner Hochalpenstraßen AG hat eine lange Tradition, verschließt sich aber seit über 80 Jahren ihres Bestehens als eine der schönsten Panoramastraßen Europas nicht den aktuellen Entwicklungen. Mit der Errichtung von Schnell-Ladestationen auf beiden Ausgangspunkten der Glocknerstraße und insgesamt 100 neuen E-Ladepunkten in den Regionen wird dem Trend zur umweltfreundlichen E-Mobilität Rechnung getragen. Damit wird nicht nur die „Ladesicherheit“ garantiert, sondern auch ein starkes Zeichen für Innovation und Klimaschutz gesetzt“.

  • Johannes Hörl, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG Gruppe), unterstreicht diese Bestrebungen:

    „Mit dem Ausbau des E-Ladenetzes, der Errichtung von 100 neuen E-Ladepunkten ´rund um den Großglockner´ sowie weiteren Schnell-Lademöglichkeiten zu leistbaren Tarifen können wir alternative Antriebstechnologien und hunderttausende Gäste, die elektrisch anreisen, konkret unterstützen. Unsere Vision und Hoffnung ist es, dass sich schon in wenigen Jahren ein Großteil unserer Gäste weitgehend emissions- und lärmfrei auf unseren in Schutzgebieten befindlichen Straßen fortbewegen. Alle unsere Maßnahmen leisten einen Beitrag dazu, den ökologischen Fußabdruck auf allen unseren Panoramastraßen und vor allem auch am Großglockner, im Herzen des Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Schutzgebiet der Alpen, noch weiter zu verbessern.“

Daten

  • 2019 fuhren 147 E-Fahrzeuge auf der Großglockner Hochalpenstraße.[3]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Zitat Seite 261
  2. Zuna-Kratky, Gabriele: „Die Entwicklung der Mobilität“, ein Streifzug durch die Geschichte der (Auto)-Mobilität, in: „Die Großglockner Hochalpenstraße. Erbe und Auftrag.“ Seite 289ff
  3. www.sn.at, 28. Oktober 2020
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