Emigrationspatent

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Unter der Bezeichnung Emigrationspatent versteht man einen Erlass aus dem Jahr 1731, der die Protestantenvertreibung aus dem Gebiet des Fürsterzbistums Salzburg zur Folge hatte.

Inhalt

Im Emigrationspatent, das von Hofkanzler Cristani verfasst und am 31. Oktober 1731 von ihm und Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian unterzeichnet wurde, wird zunächst alles (aus Regierungssicht) geschildert, was bis zur Verhaftung der protestantischen Rädelsführer geschehen ist.

Besonders wird darin auf die Versammlung der Protestanten am 5. August 1731 in Schwarzach eingegangen.

Sodann wird die Absicht, alles Protestantische „von der Wurzel auß zu vertilgen“, bekundet und die Emigration der Protestanten verfügt.

Am Schluss des Patentes wird allen Behörden befohlen, „es gewiß und festiglich zu befolgen und sich dann weder durch Grab, Freund- oder Feindschaft, noch Haß oder Liebe hindern zu lassen.

Auf die Anfrage des Pflegers von Gastein, ob denn das Patent in dieser Jahreszeit wirklich durchgeführt werden müsse, erging der Befehl:

Die Emigrationspatente müssen vollzogen werden, es gehe, wie es wolle, leide daran, wer leiden kann; keine Gnade, keine Mildt, ein anderes ist nicht zu hoffen.

Menschliche und wirtschaftliche Folgen

In mehreren Zügen wurden die Unangesessenen (Taglöhner, Handwerker, Dienstboten) binnen weniger Tage mitten in der kalten Jahreszeit vertrieben, die Angesessenen erhielten eine Frist von drei Monaten, um vor der Emigration ihre Besitzangelegenheiten zu regeln.

Mehr als 20 000 Salzburger mussten das Land verlassen. Männer, Frauen und Kinder, von denen viele bereits unterwegs den Tod fanden und zahlreiche andere in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft in den Asylländern als Folge der belastenden Umstände verstarben.

Vor allem im Pongau und im Pinzgau standen nach der Emigration zahlreiche Höfe leer. Einige Pongauer Dörfer verloren mehr als die Hälfte ihrer Bevölkerung, was auch wirtschaftliche Konsequenzen hatte, die lange negativ nachwirkten.

Siehe auch

Quelle

Weblink