Salzbund

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Der Salzbund war eine Versammlung von Pongauer und Pinzgauer Protestanten am 5. August 1731 in Schwarzach.

Der originale, nachträglich mit der Salzleckszene bemalte Salzleckertisch

Geschichte

Etwa 150 Vertreter der Evangelischen kamen aus verschiedenen Gegenden in einer Schenke von Schwarzach zusammen, nachdem bekannt geworden war, dass Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian vorbeugend Truppen in die Region senden werde.

Vor der Eröffnung der Verhandlungen tauchte einer nach dem anderen die Finger der rechten Hand in das Salzfass, das auf dem Tisch stand, hob sie in die Höhe und schwor, dass er bei dem evangelischen Glauben beharren und sich durch nichts davon abbringen lassen wolle. Man beschloss, evangelische Prediger zu verlangen und Gewissensfreiheit zu fordern, inzwischen aber sich ruhig zu verhalten. Die Versammlung beschloss ferner, eine Abordnung nach Regensburg zu der Vertretung der evangelischen Reichsstände zu entsenden und zu fragen, wo man sie aufnehmen werde, wenn sie um ihres Glaubens willen genötigt sein würden, die Heimat zu verlassen.

Firmian stempelte die gemeinsame Verabredung des „Salzbundes“ von Schwarzach zum Verbrechen der Rebellion und wandte sich um militärische Hilfe nach Wien an den Kaiser und nach Bayern. 5000 Mann Fußvolk des Kaisers rückten in das Land und erhielten nur bei den Evangelischen Quartier. Die Bauern wurden entwaffnet und die Grenzen gesperrt. Als die Bedrückungen immer ärger wurden, wandten sich die Evangelischen noch einmal in einer Bittschrift an den Kaiser, um bei ihm ihr Recht zu suchen. Sie baten um eine Untersuchung ihrer Beschwerden durch eine aus beiden Glaubensbekenntnissen bestehende Kommission.

Der Verein Salzbund

1902 gründete sich in Salzburg ein Verein zur Pflege evangelischen Lebens, der sich nach dieser Versammlung „Salzbund“ nannte. Bis heute ist es die selbstgewählte Aufgabe des Vereines, protestan­tische Tradition zu wahren und das Gemeinschaftsleben zu fördern.

Der Salzleckertisch

Im Rathaus der Gemeinde Schwarzach im Pongau befindet sich die Tischplatte des Salzleckertisches. Sie wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit einem passenden Gemälde versehen. Dieses zeigt fünf Pongauer Bauern beim Salzlecken, den Prädikanten und zwei Buben. Auf dem abgebildeten Tisch liegen zwei aufgeschlagene Bücher, in deren einem die groß geschriebenen Worte zu lesen sind: "dilexerunt magis tenebras, quam lucem. Joan. C 3 % 19" (" ... liebten die Finsternis mehr als das Licht. Joh. 3,19"). Darüber steht die Beischrift: "Dies ist der nemliche Tisch worauf die Lutherischen Baurn Salz gelekt haben. Im Jahr 1731."

Siehe auch

Quelle

Weblinks

Beiträge zum Thema Protestantenvertreibung