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Federik Mirdita

Federik Mirdita (* 26. Jänner 1931 in Tirana, Albanien; † 18. Februar 2016 in Wien) war ein österreichischer Opern- und Theaterregisseur und von 1981 bis 1986 Intendant des Salzburger Landestheaters.

Leben

Mirdita wuchs in Graz (Stmk.) auf. Hier besuchte er das Lichtenfelsgymnasium. Nach der Matura studierte er in Wien Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft.

Seine ersten Regieerfahrungen erwarb er an Wiener Kleinbühnen. Von 1955 bis 1960 war er Regieassistent an der Wiener Staatsoper. In der Folge war Mirdita als Regisseur an mehr als 40 Bühnen des In- und Auslands tätig.

Er führte an die 200 Mal Regie, wobei Wolfgang Amadé Mozart mit 31 Inszenierungen von elf Werken die Spitzenpostion einnimmt. In leitender Funktion war er unter anderem am Staatstheater Braunschweig (als Oberspielleiter), am Landestheater Linz (als Operndirektor), am Salzburger Landestheater (als Intendant) am Wiener Max-Reinhardt-Seminar (Regieklasse) tätig.

Porträt

Die fünf Jahre von 1981 bis 1986 waren eine turbulente Zeit für das Salzburger Landestheater. Da übernahm der Regisseur Federik Mirdita das Ruder des Hauses und positionierte vieles neu: Er eröffnete eine Kinder- und Jugendtheatersparte und ließ zum Beginn im alten Petersbrunnhof „Ein Fest bei Papadakis“ aufführen, daraufhin formierte sich ein Theaterzug durch die Stadt und am Abend wurde zum Mozart/Salieri-Doppel ins Haus am Makartplatz gebeten: Prima la musica, poi le parole.

Zuerst die Musik, dann das Wort: Das war, obwohl Mirdita auch im Schauspiel aktiv und umtriebig war, durchaus ein geheimes Motto seiner Intendanz. Er revitalisierte, vor allem in Zusammenarbeit mit dem Tenor Werner Hollweg, die Kirchenoper in der Kollegienkirche mit eindrucksvollen Händel-Aufführungen, er überredete seinen Freund Nikolaus Harnoncourt, der damals zwar in Salzburg unterrichtete, dem aber die Tore zu den Festspielen verschlossen waren, zwei Mal im Landestheater zu arbeiten. „Dido und Aeneas“ und „King Arthur“ waren Sternstunden.

Regelmäßig setzte er zeitgenössische Opern an, etablierte etwa die neue Kammeroper im ORF-Landesstudio und sorgte mit der Uraufführung von „König Ubu“ von Franz Hummel für einen wochenlang anhaltenden Skandal mit Publikumsprotesten. Unbeirrt setzte er in den Festspielhäusern nicht nur gängige Titel an, sondern auch „Wozzeck“ und Janáceks „Jenufa“ – was zu damaligen Zeiten hohes Risiko bedeutete. Und er brach, gemeinsam mit der Choreografin Anna Vaughan, eine starke Lanze für das Musical – von „West Side Story“ über „Cabaret“ bis zu „Oliver“.

Lutz Hochstraate, der mit „König Ubu“ erstmals eine Oper inszenierte und der Mirdita 1987 im Amt des Landestheater-Intendanten beerben sollte, wurde wieder Oberspielleiter des Schauspiels, und auch da verstörten unbequeme Titel, etwa Kipphardts „Bruder Eichmann“.

Wer das alles Revue passieren lässt, hat jedenfalls einen leidenschaftlichen Theatermann vor sich, der Strukturen aufbrechen und die Kunst aufmischen wollte. Fünf Jahre waren genug, die beharrenden Kräfte erwiesen sich als stärker. Manches Mal wünschte man sich aber, Theater könnte heute noch so um- und aufrühren wie damals.

Federik Mirdita, 1931 in Tirana geboren, erwarb sich schon als freier Theater- und Opernregisseur einen Namen. Er war in den 1960er-Jahren Oberspielleiter in Braunschweig und Operndirektor in Linz und machte internationale Karriere, vor allem mit Mozart.

Später wurde er wieder freier Regisseur, inszenierte als erster Österreicher am Bolschoi in Moskau und wurde Regielehrer am Wiener Max-Reinhardt-Seminar. Gebrechlich, aber unbeugsam nahm er bis zuletzt lebhaften Anteil am Kulturleben in Wien, wo er, wenige Wochen nach seinem 85. Geburtstag, am Donnerstag den schweren Verletzungen nach einem Verkehrsunfall erlag, den er nur Stunden zuvor erlitten hatte.

Quellen