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Franz Fuiko

Franz Fuiko
Franz Fuiko (* 31. Juli 1964 in Griffen, Kärnten) ist Spitzenkoch und neuer Küchenchef im Carpe Diem in Salzburg.

Vorgestellt

"Von 0 auf zwei Hauben", "Koch des Jahres", "18 Punkte im Gault Millau". Das waren die Schlagzeilen, die Franz Fuikos Karriere als Koch bis 1995 begleiteten. Da führte er noch das Restaurant Mesnerhaus in Mauterndorf. Das war die eine Seite der Medaille. Auf der anderen fühlte er sich mit 32 Jahren ausgebrannt. Acht Jahre lang alleinverantwortlich auf höchstem Niveau zu kochen, noch dazu an einem Ort, der nicht weiter von den Laufwegen zahlungskräftiger Klientel entfernt sein könnte - das sei manchmal die Hölle gewesen. Denn Fuiko kochte nicht nur, er führte auch die Buchhaltung und wenn es sein musste, fegte er die Straße.

Das Kochen war immer schon seine Leidenschaft. Als er zwölf Jahre alt war, buk er eine dreistöckige Hochzeitstorte. Dabei sei dieses Hobby ursprünglich eher eine Flucht gewesen. Denn wegen eines Nierenleidens durfte er als Kind keinen Sport betreiben. Also suchte er in der Küche seiner Eltern nach Herausforderungen - vor allem aber nach Lob und Anerkennung für seinen Fleiß.

Als wichtig bezeichnet er auch die Freundschaft mit den Werfener Obauer-Brüdern. Die lernte er während seiner ersten Wintersaison in Zürs kennen.

Vor allem aber die acht Monate, die er als Schiffskoch auf hoher See verbracht hat, hätten ihn geprägt. "Da muss man lernen, auf engstem Raum unterschiedlichste Mentalitäten zu respektieren. Sonst geht man unter."

Nach den Weiten der Ozeane zog es ihn wieder in die Enge der Berge zurück. Zunächst nach Ischgl, später in die USA nach Vail (USA, Colorado). Dort erreichte ihn wieder einmal der Anruf seines Freundes Rudi Obauer. Der empfahl ihn bei dem neuen Besitzer des Mesnerhauses als Pächter. Nach den acht Jahren im Mesnerhaus verschwand Fuiko dennoch nie ganz von der Bildfläche. Er eröffnete in Obertauern mit dem Treff 2000 eine neue Art Skihütte: Mit Weinkeller, vor allem aber mit frisch zubereiteten Speisen, was damals, als auf Skihütten noch der Germknödel aus der Mikrowelle regierte, ziemlich neu war.

Vom "Treff 2000" wird sich Fuiko auch nach seinem Engagement im Carpe Diem nicht trennen. Sein zweites Lokal in Mauterndorf, das "1619", gab er dagegen im September 2007 ab.

Auf die Herausforderung im Carpe Diem, das eine Art "Lifestyle-Tempel" für die gleichnamige Getränkemarke von Dietrich Mateschitz ist, freut sich Fuiko ganz besonders. Auch darauf, dass ihm der Geschäftsführer und Service-Chef des Carpe Diem, Roland Neulinger, weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. Fuiko sagt, das Wichtigste sei jetzt, den Leuten zu signalisieren, dass es im Carpe Diem mehr als nur Fingerfood gebe. Das erste Gericht, das er am Dienstag kochen werde, sei deshalb Spanferkel auf Spitzkraut.

O-Ton

Meine Zeit als Schiffskoch hat mich sehr geprägt. Da ist die Crew zugleich deine Familie. Das ist ähnlich wie in einer Küche. Du musst auf engstem Raum mit den unterschiedlichsten Mentalitäten klarkommen. Ohne diese Führungsqualität erleidet jedes Lokal früher oder später Schiffbruch.

In unserer Branche ist es üblich geworden, alles mögliche zu reden, bevor eine Leistung erbracht wird. Ich werde mich jetzt einmal ganz ruhig einarbeiten und versuchen, Leistung zu bringen.

Quelle