Dietrich Mateschitz

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Dietrich Mateschitz
Romana Gastberger mit Udo Jürgens und Dietrich Mateschitz zu Besuch bei Peter Gastberger im scalaria.

Dkfm. Dietrich Mateschitz (* 20. Mai 1944 in St. Marein, Steiermark) ist Inhaber des Red Bull-Imperiums und Milliardär.

Leben

Nach der Matura besuchte Mateschitz die Hochschule für Welthandel in Wien und schloss sein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit dem Diplom ab. In den 1970er-Jahren war Mateschitz als Marketing-Fachmann für verschiedene Unternehmen tätig. Danach arbeitete er im Marketing des Unternehmens "Blendax". Auf einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen lernte er schließlich zu Anfang der 1980er-Jahre in Asien den absatzstarken Markt von Energie- und Aufputschgetränken kennen.

Diese Energiegetränke waren in Europa und den USA zu dieser Zeit noch gänzlich unbekannt, weshalb er 1983 in Asien die Lizenz für ein solches Getränk erwarb. Ein Jahr später, 1984, gründete er zusammen mit seinen thailändischen Partnern Chaleo und Chalerm Yoovidhya das Unternehmen "Red Bull GmbH". Die Abwandlung der Rezeptur des thailändischen "Krating Daeng" und die Entwicklung eines Marketing-Konzepts führten 1987 schließlich zur Markteinführung von "Red Bull" in Österreich.

Das Getränk basierte nach dem Vorbild des thailändischen Getränks "Krating Daeng". Es ist eine Mixtur von Koffein, Vitaminen, der Aminosäure Taurin und anderen Substanzen, die den Organismus zu besonderen, lang anhaltenden Anstrengungen verhelfen sollen. Die Markteinführung erwies sich als schwierig. Konsumententests ergaben große Ablehnung gegen den Geschmack, die Zulassung des neuen Produkts zog sich über Jahre. Mateschitz ließ sich davon aber nicht abschrecken und zog sein Vorhaben konsequent durch. In den späten 1980er-Jahren zeigten sich erste Erfolge auf dem österreichischen Markt.

Dann ging es bald Schlag auf Schlag. Ein Land ums andere wurde erobert. Der Energy Drink avancierte zum Weltmarktführer innerhalb der Branche. Ende der 1990er-erfüllte sich Mateschitz einen großen Traum: Red Bull startete auf dem US-Markt, der Heimat von Coca-Cola. Heute wird bereits jede dritte Dose Red Bull in den USA verkauft. Weltweit wurden 2006 erstmals mehr als drei Milliarden Dosen verkauft. Das rasante Wachstum geht trotzdem weiter und 2008 sorgt Mateschitz für den nächsten spektakulären Coup: Die Bullen bringen ein Red Bull Cola auf den Markt und sagen damit dem Weltgiganten Coca Cola offen den Kampf an.

Um gegen die Konkurrenz zu bestehen, wandte Mateschitz als Fachmann immer neue Marketingstrategien an. Besonders erfolgreich erwies sich die Kombination von Produktwerbung und Sport-Event: Der Manager engagierte sich durch sein außerordentliches Event-Marketing schon frühzeitig im Autorennsport, der zum Symbol für die dynamische Leistungsfähigkeit des 'Red Bull'-Konsumenten wurde. Heute ist Mateschitz mit seinem 'Red-Bull'-Imperium sowohl im Rennsport als auch im Sponsoring von Extremsportarten und Kulturprojekten tätig. In der Stadt Salzburg ließ Mateschitz unter anderem den Kunst- und Gourmettempel Hangar-7 bauen, brachte 1997 die Wellness-Getränkemarke Carpe Diem auf den Markt, initiierte das Gourmetprojekt Carpe Diem Finest Fingerfood und übernahm den Fußballklub SV Austria Salzburg, heute bekannt als "Red Bull Salzburg".

Das bekannte US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzt Mateschitz' Privatvermögen mittlerweile auf drei Milliarden Dollar. Tendenz deutlich steigend. Der Österreicher zählt damit seit Jahren zum fixen Bestandteil der Forbes-Rangliste der reichsten Weltbürger. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung gehört 'Red Bull' aber nicht Mateschitz allein. Er hält "nur" 49 Prozent. Den gleichen Anteil hält die thailändische Familie Yoovidhya. Die restlichen zwei Prozent besitzt mit Chalerm Yoovidhya ebenfalls ein Spross dieser thailändischen Familie. Er lebt in London und ist ein guter Freund von Mateschitz (Quelle Salzburger Nachrichten 2012).

2019: "Beflügelt. Dietrich Mateschitz zum 75. Geburtstag"

Ein Beitrag am 18. Mai 2019 in den 'Salzburger Nachrichten' von Gerhard Kuntschik.

Das ist eine ganz heikle Geschichte. Doch sind Journalisten an solche ja gewöhnt. Heikel ist fast alles, wird so von der einen Seite empfunden oder von der anderen. Oder allen. In diesem Fall geht es um den 75. Geburtstag des erfolgreichsten Unternehmers und Sportförderers Österreichs der vergangenen Jahrzehnte. Richtig, um „den Didi“, wie ihn Freunde hierzulande gern und ohne Widerspruch des Betroffenen nennen, oder um „Dietrich“, wie ihn vor allem seine britischen Kameraden aus der Formel 1 mit etwas mehr Respekt rufen.

Dietrich Mateschitz wird also am 20. Mai 75 Jahre alt, und für ihn ist das kein Grund, in der Zeitung zu stehen – natürlich nicht. Denn eigentlich will er überhaupt nie in Medien vorkommen.

Ich fragte ihn kürzlich vorsichtshalber und vor allem scheinheilig: „Didi, was willst du am 20. Mai in den SN lesen?“ Er entgegnete, humorvoll, aber ziemlich bestimmt: „Gar nix.“ Also trafen wir die Entscheidung, am 20. Mai nichts über den Jubilar zu bringen. (Heute ist erst der 18.)

Dietrich Mateschitz wurde als Gründer, Miteigentümer (51 Prozent hält die thailändische Familie Yoovidhya) und Alleingeschäftsführer der Firma Red Bull eine international anerkannte Unternehmerpersönlichkeit und Österreichs Nummer eins in der alljährlichen „Forbes“-Rich-List – ein Faktum, das er überhaupt nicht erwähnt haben will und dessen Aussagekraft ihm eigentlich zuwider ist. Erfolg ist genauso sein Markenzeichen geworden wie die Scheu vor öffentlichen Auftritten, besonders in Gegenwart von Medien. Interviews mit ihm waren immer schon rar und wurden zuletzt noch rarer. Aussagen vor TV-Kameras lehnt er rundweg ab, das gehört zu seinem „Profil“ wie Jeans, Cowboyhemd und Lederjacke.

Doch ein Mal, ein einziges Mal, überwältigte ihn seine Emotion derart, dass er doch ein paar Sätze in die Kameras von ORF, RTL und Sky sprach – am 14. November 2010, im Flutlicht des Yas-Marina-Kurses von Abu Dhabi, als eben Sebastian Vettel im Red Bull-Renault seine erste Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, als Außenseiter, der gegen Fernando Alonso und Mark Webber zum lachenden Dritten geworden war.

Schon damals war es nicht mehr vorstellbar, dass Mateschitz seinen ersten, winzigen Bekanntheitsgrad 23 Jahre zuvor in einem Salzburger Gasthaus erlangt hatte. Der Salzburger EC lud am 28. August 1987 zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des Eishockey-Bundesligisten in den Lieferinger Hartlwirt. Die Clubführung präsentierte neben der Mannschaft mit den Sowjetstars Viktor Schalimow und Sergej Kapustin auch den neuen Sponsor: „Herrn Mateschitz von der Firma Red Bull.“ Der war tatsächlich persönlich anwesend, stellte seine Firma – die damals niemand kannte –, sein Produkt– kein Mensch wusste mit dem Begriff „Energy Drink“ etwas anzufangen – und sich selbst vor. Die Handvoll Journalisten in dieser kleinen Runde konnte nicht abschätzen, wen sie da eben kennengelernt hatte – und was dieser Herr noch bewegen würde. Mateschitz selbst bestätigte viele Jahre später seine Loyalität zu „seiner“ ersten Sportart: „Dem Eishockey gehört mein Herzblut.“

Für Dietrich Mateschitz, den graduierten Diplomkaufmann, bildete Marketing immer die Grundlage des Wirtschaftens. Und da wieder Sport in vielen Facetten – je „wilder“, desto besser, coole Typen, coole Sportarten, oft extrem. Der Siegeszug der blau-silbernen Dose gerade bei jungen Konsumenten gab ihm recht. In deutschen Medien wird er oft mit einem Hauch Abschätzigkeit (Neid?) „Brausefabrikant“ tituliert. Die Art, wie der Konzern Red Bull mittlerweile in der Sportwelt auftritt, ist zwiespältig wegen des Anspruchs, überall führend zu sein. Von kritiklosem Applaus bis protestierendem Aktionismus reicht das Reaktionsspektrum, aus einem Grund: Wenn Red Bull = Dietrich Mateschitz etwas anpackt, dann gründlich. Mit Zielstrebigkeit zum Erfolg. Kontrovers wird vor allem sein Engagement im Fußball gesehen, weil das Jetzt viel, die Zukunft mehr und die Historie nichts zählt.

Dabei hat Mateschitz auch die Überzeugung (und die Mittel dazu), Visionen anzudenken und auszuführen: nicht nur im Sport mit den außereuropäischen Fußballschulen und der beispielgebenden Nachwuchsakademie (Fußball/Eishockey) in Salzburg, mit Förderung der steirischen Heimat, mit Schaffung eines Bauwerks, das mittlerweile Wahrzeichen ist, sondern auch im Mediengeschäft. Denn als gäbe es mit dem Core Business und allen Sportaktivitäten nicht genug zu tun, wurde Mateschitz auch noch Medienmanager.

Print, Digital, TV. Die mediale Dose zum Lesen, Schauen, Hören, Mitagieren. Klar: Auf besonderem Niveau. Und ohne Betriebsrat, dieser einmalige Versuch verleitete ihn zu einer Massenkündigung, die er tags darauf zurücknahm. Das Delegieren ist nach einer großen Enttäuschung beim Versuch, eine „rechte Hand“ einzusetzen, so gar nicht seins. Was bei ihm am meisten zählt: neben Einsatz vor allem Loyalität.

Pension? In Dietrich Mateschitz’ Wortschatz nicht vorhanden. Wir beginnen zu überlegen, was wir zu seinem Achtziger schreiben werden.

Sein Firmenimperium

Dietrich Mateschitz hält folgende Beteiligungen:

Die Red Bull GmbH hält 100 % an folgenden Firmen:

Im bzw. den Firmen von ihm gehören:

Chronologie

  • Am 20. Mai 1944 wird Dietrich Mateschitz in Sankt Marein in der Steiermark geboren.
  • Nach der Matura studiert er in Wien an der Hochschule für Welthandel, wo er sein Diplom macht.
  • Danach arbeitet er zunächst bei Jacobs Kaffee, dann bei Unilever und schließlich bei Blendax.
  • Anfang der 1980er-Jahre lernt er in Thailand den Energydrink 'Krating Daeng' ("Roter Wasserbüffel" kennen.
  • 1984 gründet er die Red Bull GmbH, die ihm zu 49 Prozent gehört. 51 % hält die thailändische Unternehmerfamilie Yoovidhya.
  • 2001 erzielt das Unternehmen erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.
  • 2004 gründet Mateschitz die gemeinnützige Stiftung "Wings-for-Life", die weltweit Spenden sammelt.
  • Ab 2005 steigt Red Bull mit den Rennställen "Red Bull Racing" und "Toro Rosso" in die Formel 1 ein.
  • 2005 übernimmt Red Bull den SV Austria Salzburg, der fortan FC Red Bull Salzburg heißt.
  • 2007 erwirbt Red Bull 95 % der Anteile von Salzburg TV.
  • 2009 Relaunch als Servus TV.
  • Über 60 Milliarden Red-Bull-Dosen werden bis 2016 verkauft. Heute (2019) erhält man sie in 169 Ländern.

Quelle dieser Chronologie: Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 18. Mai 2019 "Beflügelt"

Weblinks

Quellen

  • Porträt über Dietrich Mateschitz auf t-online
  • Biografie von Dietrich Mateschitz auf focus online
  • Firmenkonstrukt Red Bull, ECHO Salzburg 03/2006, S. 23
  • Salzburger Nachrichten, 8. November 2012