Gebrüder Woerle GmbH

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Woerle Käserei Henndorf, Ansicht von Hankham, Juni 2019
Käserei Woerle in Henndorf, Ansicht v. Hankham aus, Dezember 2009
Das einst als Brauerei errichtete Gebäude in Henndorf diente der Käserei Woerle ab 1917 als Produktionsstätte für Emmentaler
Mit Pferdegespannen wurden Laibe von Emmentaler in Holzreifen zum Lager der Käserei Woerle nach Seekirchen angeliefert - ca. 1925.
Käserei Woerle mit Henndorf; Winterbild
Blick von Hankham auf Henndorf mit der Käserei Woerle
Käserei Woerle, Nordansicht
Käserei Woerle, Ostansicht

Die Gebrüder Woerle GmbH in Henndorf zählt mit rund 300 Mitarbeitern zu den größten Privatkäsereien Österreichs.

Firmengeschichte

Der Begründer des Familienunternehmens, Johann-Baptist Woerle, der aus dem Tiroler Teil des Allgäus stammte, zog als visionärer Käsemacher 1870 aus, um ideale Bedingungen für die Produktion von Emmentaler zu finden. Über Murnau und Garmisch kam er zunächst nach Rosenheim, ehe er in Vöcklamarkt (Oberösterreich) ein Gasthaus erwarb. Wie damals üblich gehörten auch ein Sägewerk und eine Landwirtschaft dazu. 1889 errichtete Woerle im Flachgau die erste Emmentalerkäserei.

1902 übergab er das Werk an seine beiden Söhne Johann und Josef Woerle, das Werk nannte sich fortan Gebrüder Woerle. Johann Woerle war viel unterwegs. Schon in den 1930er-Jahren hatte er Mitarbeiter in Rom. Auch Geschäftsverbindungen in Länder der damaligen k. u. k. Monarchie, wie der heutigen Slowakei oder Tschechien, sind dokumentiert. In alten Rechnungsbüchern lassen sich die Höhen und Tiefen ziemlich gut nachvollziehen. Dem Aufschwung in der Monarchie folgte ein Niedergang. So wurden 1917 knapp 700.000 Liter Milch verarbeitet, zwei Jahre später sogar das Doppelte, aber 1920 weniger als 400.000. Laut den Aufzeichnungen dauerte es Jahre, das aufzuholen. Das Unternehmen verfügte zwar über fast 25 Käsereien, aber die Mengen waren bescheiden. Die Käsereien waren wie kleine Waschküchen, wo zehn bis 15 Bauern die Milch von ihren vier oder fünf Kühen ablieferten. In der Nachkriegszeit dienten neben Pferdefuhrwerken auch Hundegespanne zum Milchtransport. Damals wurden auch die Gnadenalm auf dem Tauern und die Abergalm in Saalfelden von der Firma genutzt.

Ein Meilenstein war 1929 das erste Käseschmelzwerk. Wieder kam das Vorbild aus der Schweiz. Das Produkt ist bis heute im Export extrem wichtig, denn Schmelzkäse ist auch ohne Kühlung lang haltbar.

1947 gab es unter den Bauern, die Woerle belieferten, eine Urabstimmung: Sie ging gegen die Gründung einer Genossenschaft aus, die Käserei Woerle überlebte. 1955 wird das Hauptwerk in Henndorf modernisiert und das Schmelzwerk nach Seekirchen verlegt. Die Firma wird nun von Hans und Martin Woerle geleitet.

Unter den neuen Firmenchefs Gerhard und Ingo Woerle wird 1981 eine eigene Exportgesellschaft gegründet, nachdem in den 1970er Jahren erste Erfolge im Exportgeschäft eingefahren werden können. Für den internationalen Markt wird die Marke "Happy Cow" eingeführt.

1985 werden die beiden Standorte im Zentrum von Henndorf und in Seekirchen wieder an einem Ort vereint, um 30 Millionen Euro wird ein modernes Werk am Ortsrand von Henndorf errichtet.

2001 wird die Mondsee Landkäserei in Oberhofen in Pacht übernommen. Die Produktion der Schnittkäsespezialitäten wird in den neuen Standort verlegt und die reichhaltige Woerle Palette noch um weitere Sorten erweitert.

Daten & Fakten

Im Geschäftsjahr 2013 beschäftigte die Käserei rund 300 Mitarbeiter und bezog von knapp 600 Bauern Milch. Der erwirtschaftete Umsatz lag bei 118 Millionen Euro. Pro Jahr werden über 30.000 Tonnen Käse erzeugt, von dem 40% in den Export gehen, neben Europa vor allem in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach Japan, Südostasien, Sri Lanka, Nordafrika und Australien.

Ausbau der Käserei in den Jahren 2018-2019

Um dem weiter steigenden Wachstum der Produktion Rechnung zu tragen, will die Firma die gesamten Abläufe wieder auf einen Standort zusammen bringen. Bisher hatte die Firma Lagerflächen und eine weitere Käserei in Oberösterreich gepachtet. Mit der Zusammenlegung würden jährlich 5000 LKW-Fahrten wegfallen.

Das Unternehmen wird nun in Henndorf für die Errichtung eines vollautomatischen Hochregallagers, die Erweiterung der Käserei für Naturkäse und eine Fotovoltaikanlage einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Es sollen dadurch bis zu 25 neue Arbeitsplätze entstehen. Es habe längerer Verhandlungen bedurft, bis beim jetzigen Standort ein angrenzendes Areal für den Erweiterungsbau erworben werden konnte.

Woerle Reinheitsgebot anno 1889

Es hält fest, dass die Milch für Woerle's Käsespezialitäten von Kühen aus der Region Salzburg und Mondsee stammt, die im Sommer frisches Gras und im Winter bestes Heu erhalten.

Käseauszeichnungen

Bislang 11 Mal wurden Käse der Firma Woerle mit dem Käsekaiser der Agrarmarkt Austria ausgezeichnet:

  • Käsekaiser 1996: Salzburger Bauernkäse
  • Käsekaiser 1997: Salzburger Edelweißer
  • Käsekaiser 1998: Frischkäse Röllchen
  • Käsekaiser 2000: Zillertaler Bergkäse
  • Käsekaiser 2001: Großglockner - milder Alpkäse
  • Käsekaiser 2002: Happy Cow - Frischkäse Natur
  • Käsekaiser 2003: Happy Cow - Frischkäse Kräuter
  • Käsekaiser 2003: Schmelzkäse Scheiben American Toast
  • Käsekaiser 2005: Wiesengrün - mit Buttermilch
  • Käsekaiser 2008: Wiesengrün - mit Buttermilch
  • Käsekaiser 2009: Salzburger Landkäse

Adresse

Enzing 26
5302 Henndorf am Wallersee
Telefon: (0 62 14) 66 31-0

Bilder

 Gebrüder Woerle GmbH – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Baustellenbilder 2018 – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

  • Homepage des Unternehmens
  • Salzburger Nachrichten (zuletzt am 9. September 2014)