Heinz Baron v. Löwenstern

Aus Salzburgwiki
(Weitergeleitet von Heinz v. Löwenstern)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heinz Baron v. Löwenstern

Heinz Baron v. Löwenstern v. Rigemann a. d. Hs. Rösthof (* 25. April 1923 in Potsdam, Deutschland; † 1. August 2012 in Ainring, Deutschland) stammte aus der Familie Baron v, Löwenstern von Rigemann aus dem Hause Rösthof mit Ursprung in Estland im Baltikum. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind sie auch in der Tennengauer Marktgemeinde Oberalm ansässig. Im Jahr 1870 wurde die Freiherr v. Löwenstern'schen Glas-Marmor-Fabriken zu Oberalm gegründet.

Herkunft

Die Familie der Barone v. Löwenstern v. Rigemann a. d. Hs. Rösthof sind deutsch-baltischen Adelsgeschlechts. Eine Kaufmanns- und Gutsbesitzerfamilie aus Estland. Sie findet ihren Ursprung im Jahr 1387. Eingetragen unter Nr. 78 im Ritterhaus zu Riga. Zu den Besitztümern der Familie in Estland, Baltikum, zählten unter anderem die Güter Walküll, Jendel, Forell, Rasik, Campen, Pikwa, Wechmut und Allafer in einer Größenordnung von ca. 29 000 ha. Im Jahr 1820 veräußerte sein Ur-Ur-Großvater Georg Heinrich Baron v. Löwenstern aus dem Hause Rösthof (* 23. November 1786 in Reval; † 20. September 1856 in Kiel), verheiratet mit Adelaide Laura Tugendreich, geborene Gräfin von Schimmelmann aus dem Hause Lindenbourg, seine Güter in Estland und zog zusammen mit seiner Familie nach Dänemark ins Herrenhaus Hellebek bei Helsingör auf Seeland und der Villa Seelust bei Kopenhagen.

Reichsadel durch Kaiser Maximilian II, urkundlich 1537. Aufnahme in den schwedischen Adelsstand durch Königin Christine von Schweden am 14. November 1650, eingetragen unter Nr. 741 im Ritterhaus zu Stockholm. Aufnahme in den dänischen Adelsstand durch offenen Brief des Dänischen Königs vom 8. Juni 1827 in Kopenhagen. In Österreich und Preußen erfolgte die Anerkennung und Eintragung bei Siebmacher für Österreich-Salzburg, Schleswig-Holstein, Deutschland und Schlesien. Preußische Adelsanerkennung des Barontitels durch Heroldamtsreskript Berlin am 30. März 1868. Am 5. Jänner 1923 wurde die Familie Baron v. Löwenstern von der Deutschen Adelsgenossenschaft in die EDDA "Eisernes Buch Deutschen Adels Deutscher Art" unter der Nr. 144 eingetragen.

Eltern

Er war der Sohn von Georg Hermann Christian Adelbert Baron v. Löwenstern (* 31. März 1881 in Kiel; † 9. August 1956 in Potsdam) und Auguste Charlotte, geborene von Teichman und Logischen (* 9. November 1882 auf Gut Bredow in Bredow (Osthavelland); † 8. Jänner 1988 in Schleswig). Sie hatten vier Kinder: Gerda, Heinz, Ludolf, Manfred. Sein Vater war Gutsbesitzer, u. a. Gut Hellebek bei Kopenhagen, Villa Löwenstern in Potsdam und dem Anwesen Villa Löwenstern in Oberalm. Studium der Rechtswissenschaften in Lausanne, Freiburg und Leipzig. Jurist, Regierungs-Assessor und ORegRat. Rittmeister der Reserve im Husaren-Regiment „Kaiser-Franz-Josef von Österreich und König von Ungarn“ in Schleswig. Mitbesitzer und Direktor des gräflich Schimmelmann'schen Fideikommis. Auszeichnungen: Eisernes Kreuz II. und Eisernes Kreuz I. Klasse des königlich-preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern, Hamburger Hanseaten Kreuz, Österr. Militär-Verdienst-Kreuz, Ehrenkreuz für Frontkämpfer, Deutsches Verdienstkreuz in Silber und in Gold, Olympia-Ehrenzeichen II. Klasse. Am 16. August 1913 wurde er vom späteren General-Feldmarschall von Hindenburg zum Ehrenritter des Johanniter-Ordens geschlagen.

Leben

Arved Georg Heinz Baron v. Löwenstern heiratete am 27. September 1947 in der St.-Nikolai-Kirche in Flensburg Gertrude Christine Anna (geborene Jäger in Frankfurt am Main, * 4. Mai 1925; † 24. November 1995 in Oberalm). Sie hatten zwei Söhne: Arved, geboren 1952 in Kiel, und Ludolf, geboren 1956 in Kiel. Heinz Baron v. Löwenstern war Gutsbesitzer, Mäzen, Oberleutnant zur See a. D. (Crew V/41), Ing. für Hochbau, Dipl. Ing. für Architektur und Unternehmer.

Militärische Karriere

Oberleutnant zur See (Crew V/41): Grundausbildung auf dem Dänholm, Stralsund. Kadettenausbildung und Seekadett auf dem Schlachtschiff Gneisenau. Kanaldurchbruch "Unternehmen Cerberus" im Februar 1942 auf dem Schlachtschiff Gneisenau - zusammen mit dem Schlachtschiff Scharnhorst und dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen. U-Boot-Fahrer (U 706 – Kdt. von Zitzewitz, La Rochelle). Gruppen-Offizier an der U-Torpedoschule in Mürwik/Flensburg, U-Torpedolehrer UTO. Erster Ordonnanz-Offizier im Auffangstab. Adjutant von Ritterkreuzträger Korvettenkapitän Reinhard Hardegen. Auszeichnungen: Eisernes Kreuz II. als See-Kadett (28.03.1942), Kriegsabzeichen für U-Bootfahrer, Kriegsabzeichen für Minensuch- und U-Bootsjagd.

Ausbildung und Unternehmertum

Studium an der Staatsbauschule Eckernförde (Abschluss 1950 als Ing. für Hochbau). Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Braunschweig (Abschluss 1956 als Diplom-Ingenieur für Architektur). 1950 bis 1958 Tätigkeiten bei Architekt Delz in Möltenort und Schnittger in Kiel. 1959 bis 1961 bei Architekt Janko in Salzburg. Gemeinsam mit Dipl. Ing. Architekt Franz Dorfmann (ehem. Professor an der HTL Salzburg) gründete er 1961 in Salzburg ein Büro für Architektur im Alten Bürgerspital St. Blasius‎‎ an der Pferdeschwemme, welches er bis zum Erreichen des Alters von 65 Jahren führte. Sein Unternehmen projektierte unter anderem den Bau der Mirabell-Wäscherei, Feller-Hosen-Fabrik, Lufttechnische Werke Nitsche, Kaufhaus Quelle, diverse Fabriken, Tanklager sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Unternehmervillen, den Ausbau der Volksschule und den Neubau des Kindergartens in Oberalm.

Unternehmer und Gutsbesitzer, u.a. Gut Hellebek in Dänemark und Villa Löwenstern in Oberalm mit diversen Liegenschaften, Grundstücken, Wäldern sowie Fischgewässern, u.a. Oberalm, Moertlbach, Mühlbach, Spumbach. Mitbesitzer des gräflich Schimmelmann'schen Fideikommisses. Anteilseigner von Gut Hellebek bei Kopenhagen. Mitbesitzer des Baron v. Löwenstern Familien Trust. Gründungsmitglied des Lions Clubs Hallein, Ehrenmitglied des Fischereiverein Hallein, MOV-MOH Marine-Offiziers-Vereinigung und Marine-Offiziers-Hilfe, Ehrenmitglied des Freundeskreis der Fregatte HAMBURG.[1]

Er ist der Verfasser des Familienbuches der Barone v. Löwenstern v. Rigemann a. d. Hs. Rösthof.

Zusammen mit seiner Ehefrau und seinen beiden Söhnen lebten sie in Schleswig-Holstein. 1960 zogen sie auf das familieneigene Anwesen in Oberalm.

Heinz Baron v. Löwenstern starb am 1. August 2012 in der Senioren-Residenz Mozart in Ainring in Oberbayern im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens. Die Trauerfeier fand am 31. August 2012 in der Pfarrkirche Oberalm und der Familien-Grabstätte statt. Die See-Bestattung erfolgte am 20. September 2012 vom Marinestützpunkt Kiel aus in der Ostsee am Stollergrund.

Literatur

Weblinks

Quellen

  • Vom einstigen Messinghüttenwerk zur Marmorindustrie Kiefer in Oberalm von Dr. Günther Wilhelm, Historiker, Referat für Naturschutzgrundlagen der Landesregierung Salzburg (Internetlink siehe Salzburgwiki-Artikel Löwenstern)
  • Salzburger Nachrichten, 25. August 2012 Parte von Heinz Baron v. Löwenstern

Einzelnachweise