Ilona Rohrmoser

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Ilona Rohrmoser

Ilona Rohrmoser (* 12. Februar 1972 in St. Martin bei Lofer) ist Krankenschwester.

Leben

Sie wuchs mit ihren Eltern und drei jüngeren Geschwistern auf einem Bauerhof auf. Nach der Volksschule und der Hauptschule besuchte sie die HBLA in Saalfelden am Steinernen Meer und dann die Krankenpflegeschule in Salzburg. Zusätzlich machte sie die Ausbildung zur Intensiv-Krankenschwester. Ihren Beruf übte sie in Innsbruck, Salzburg und Zell am See aus. Auf die Alm kam sie zum ersten Mal, als sie einer Freundin in Untertauern im Urlaub drei Wochen half. Da ihr die Zeit dann zu kurz war, entschloss sie sich, den ganzen Sommer auf die Alm zu gehen.

Vorgestellt

Die moderne Technik ist schon überall eingezogen. Früher wechselten die Mägde und Knechte zu Maria Lichtmess am 2. Februar von einem Bauern zum anderen. Ilona Rohrmoser hat ihre Arbeit als Sennerin über das Internet gefunden. Die Pinzgauerin hatte eine Anzeige auf der Homepage der Almwirtschaft Österreich veröffentlicht. Noch am selben Tag meldete sich die Familie Friedl aus Unken. "Es ist nicht leicht, jemanden zu finden, wo es passt", sagt Bäuerin Ingrid Friedl.

Vor einer Woche zog Ilona Rohrmoser auf die Hochalm bei Unken. "Das Auto war vollgepackt", sagt sie. "Man braucht ein Stallgewand, etwas für Schönwetter und Schlechtwetter und etwas Schönes."

Bis September wird sie in der Fuchs-Kaser bleiben. Als Kaser bezeichnet man hier die Sennhütten. Sie haben keinen Stromanschluss, das Wasser kommt aus der Quelle, gekocht wird auf einem Holzofen und als Kühlschrank dient ein Erdkeller.

Der Arbeitstag beginnt vor fünf Uhr. "Zuerst heize ich ein, damit ich das Wasser zum Auswaschen der Milchkannen kochen kann", erzählt die Sennerin. "Dann schreien vor der Hütte schon die Kühe. Sie sind in der Nacht draußen und kommen von selbst, wenn es Zeit zum Melken ist." Am Tag macht sie Käse, am Abend wird wieder gemolken und um neun Uhr geht sie meistens schlafen.

Außer dem Handy für Notfälle hat die junge Frau aus St. Martin alle scheinbar unentbehrlichen Errungenschaften der Technik im Tal gelassen. "Einen Fernseher oder einen Computer brauche ich nicht. Einen Radio habe ich mit, aber den schalte ich eigentlich nie ein." Die Abendunterhaltung besteht in Gesprächen mit den anderen Sennleuten. Auf der Hochalm sind neun Hütten bewirtschaftet. "Man kommt auch mit wenig aus. Das ganze Zeug geht einem nicht ab. Ich bin auch bisher noch nicht ins Tal gefahren. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt runterfahre."

Der schönste Zeitvertreib für sie ist es, die Natur, die Ruhe und die Freiheit zu genießen. Das sind alles Dinge, die sie in ihrem Beruf nicht hat. Ilona Rohrmoser ist ausgebildete Intensiv-Krankenschwester. Zuletzt arbeitete sie im Krankenhaus Zell am See. Auf der Intensivstation wird man oft mit dem Tod konfrontiert. "Wenn es Junge trifft, ist es tragisch", sagt sie. "Aber man darf das nicht an sich heranlassen, sonst kann man es nicht machen."

Um den Sommer auf der Alm verbringen zu können, hat sie im Spital gekündigt. So wie schon zwei Mal vorher. Im September wird sie Urlaub machen. "Da brauche ich ein paar Tage Zeit, damit ich mich wieder an das hektische Leben im Tal gewöhne." Danach wird sie sich eine neue Arbeit als Krankenschwester suchen.

O-Ton

Auf der Alm hat man mehr Freiheit wie im Krankenhaus. Wenn ich hier 20 Minuten später aufstehe, ist das nicht tragisch. Außer die Kühe schreien schon.

Es wäre nicht schlecht, wenn man allen die Möglichkeit gibt, eine Auszeit vom Beruf zu nehmen. Da kann man wieder Kraft tanken.

Ich kann nicht beschreiben, wie man das macht, dass man auf der Alm ohne viele Dinge auskommt. Sie gehen mir nicht ab.

Quelle