Johann Matthias Wurzer

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Johann Matthias Wurzer (* 1760 in Siegsdorf, Oberbayern; † 19. April 1838 in Salzburg) war ein Salzburger Maler.

Leben und Werk

Wurzer kam im Alter von 16 Jahren nach Salzburg zu dem Maler Zirker oder Zircher[1] in die Lehre und arbeitete bei diesem sechs Jahre und einige Monate (also ungefähr von 1776 bis 1782).

Bei dem besagten Meister, den der Gurker Fürstbischof Franz II. Xaver Altgraf von Salm-Reifferscheidt-Krautheim beschäftigte, lernte dieser den jungen Wurzer kennen und fand Gefallen an ihm. Er sandte ihn an die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien und bezahlte für ihn den Lehrer, Professor Drexler[2], damit sich der junge Künstler in seinem Lieblingsfach, der Blumen- und Fruchtmalerei, ganz besonders ausbilde. Nachdem Wurzer neun Jahre an der Akademie zugebracht hatte, wurde er vom Fürsten Salm nach Klagenfurt berufen, wo er sechs bis sieben Jahre verblieb, beschäftigt mit der Aufnahme der Pflanzen der dortigen und der benachbarten Alpengegenden.

Ca. 1795 kehrte er nach Salzburg zurück, wo er 1797 das Bürgerrecht erwarb. Er heiratete Theresia Starchl (* ca. 1762; † 1837), Gärtnerstochter von Gnigl. Er malte nicht nur, sondern erteilte auch Unterricht in seiner Kunst.

Werk

Wurzers Oeuvre umfasst neben Bildnissen vor allem künstlerisch herausragende, botanisch genaue Blumenstücke. Diese gehören zu den gesuchtesten Werken deutsch-österreichischer Stilllebenmalerei ihrer Epoche.

Überhaupt tat sich Wurzer auf dem Gebiete der Stilllebenmalerei – mit Blumen und Fruchtstücken, dann Moos-, Rinden- und (damals sehr beliebt) Spinngewebstücken – ganz besonders hervor.

Bekanntheit erlangte Wurzer durch die 1806 angefertigten Deckenfresken für die Kirche in St. Johannes am Imberg.

Im Salzburger Museum befinden sich von seiner Hand (laut Wurzbach [1890])

  • zehn große Ölbilder (sechs Blumen- und vier Fruchtstücke);
  • zwei kleinere Fruchtstücke: je eine weiße und blaue Traube, sich von einer Holzwand abhebend, Öl, 1824;
  • zwei Abbildungen von Marktweibern (Gemüsehändlerinnen), Öl, 1829;
  • zehn Cretins in einem Zimmer versammelt, Öl, 1800;
  • zwei große Blumenstücke, mit Deckfarben gemalt;
  • Bildnis des Erzbischofs Hieronymus Grafen Colloredo, Öl;
  • Bildnis des Dr. Sylvester Barisani (* 1719; † 1810), erzbischöflichen Leibarztes, Öl;
  • Selbstbildnis des Malers, auf einem Stuhl (unter dem ein großer Bierkrug sichtbar ist) sitzend und malend, Öl;
  • 33 große Blätter mit Aquarellen exotischer Blumen.

Weitere Werke:

Literatur

  • Heinrich Fuchs, Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts, Wien 1974.

Quellen

  • Constant von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich (59. Teil, 1890), S. 27 f, gestützt hauptsächlich auf handschriftliche Nachrichten Alexander Petters, Direktors des Salzburger Museums
  • Österreichischen Nationalbibliothek, Verzeichnis der künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachlässe in Österreich, Personenlexikon, Eintrag „Johann Matthias Wurzer“
  • Franz Martin, Eintrag „Wurzer, Johann Matthias“ in Ulrich Thieme, Felix Becker, Hans Vollmer (Hg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Sechsunddreißigster Band (Leipzig, Verlag von E. A. Seemann, 1947), S. 316.

Einzelnachweise

  1. Franz Martin (aaO) nennt K. A. Zircher, der aber nach demselben Nachschlagwerk schon im Jahr 1773 verstorben war. Statt an Karl Anton Zircher ist daher etwa an dessen Sohn Franz Karl zu denken.
  2. Franz Martin (aaO) nennt den „Porzellanmaler Josef Drexler“, während dessen Sohn Johann Baptist Drexler der Professor für Blumenmalerei war; vgl. den Wikipedia-Artikel „Johann Baptist Drexler“.