St. Johannes am Imberg

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Innenaufnahme
Karte
hl. Johannes, der Täufer
Blick auf den Hauptaltar.
Die Decke.

Die Kirche St. Johannes am Imberg, auch die beiden heiligen Johannes auf dem Berge genannt wird, liegt an der Imbergstiege auf dem Kapuzinerberg über der rechtsufrigen Altstadt der Stadt Salzburg. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Namenspatrone

Die zwei Kirchenpatrone - die Hll. Johannes der Täufer und Johannes, der Apostel und Evangelist - galten nach dem frühmittelalterlichen Investiturstreit als beliebte Symbole des beschaulichen und des tätigen christlichen Lebenswandels, sowie des Einsiedlers und des christlichen Streiters.

Legende

Dr. Reinhard Medicus schildert in seinem Buch Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit eine Legende, die sich um die Entstehung der Kirche rankt. Dieser Legende nach sollen einst die beiden Heiligen, denen die Kirche geweiht ist, vor den Stadttoren Salzburgs gestanden sein. Aufgrund ihrer ärmlichen Kleidung wollte man sie nicht in die Stadt lassen, da sich niemand zur Aufnahme und Verpflegung der beiden bereit erklärte. Schließlich fand sich aber ein kränklicher Bäckermeister mit Namen Dänkl, der für die Kosten aufkommen wollte. Da Johannes der Evangelist sich als Wegmacher und Johannes der Täufer als Zeugmacher ausgaben, bat Dänkl die beiden, einen Weg und einen Zaun auf dem Imberg auszubessern. Nachdem sich Dankl für die ausgeführten Arbeiten bedankte, fragten sie ihn, ob er denn nicht einen Wunsch hätte. Ja schon, meinte Dänkl, gesund zu werden, aber diesen Wunsch sei wohl nicht erfüllbar. Daraufhin gaben sich die beiden Handwerker zu erkennen und der Legende nach war Dänkl auf der Stelle gesund. Aus Dank für seine Gesundung ließ Dänkl diese Kirche bauen.

Name

Imberg ist eine alte Bezeichnung für den Kapuzinerberg.

Geschichte

Die kleine Kirche unterhalb des Kapuzinerklosters ist ein kleiner und außen schlichter Bau. Er ist im Kern romanisch. 1319 wurde das einschiffige, tonnengewölbte Kirchlein erstmals urkundlich erwähnt. Von 1594 bis 1599 wurde die Kirche als Klosterkirche der Kapuziner genutzt, die damals noch im danebenstehenden Benefiziatenhaus wohnten (bis zur Fertigstellung des Kapuzinerklosters.

Am 18. Februar 1663 brauste ein Orkan über Salzburg, der das Kupferdach des Salzburger Doms zerstörte, die Kirchtürme von St. Andrä und St. Johannes am Imberg mitsamt den Glocken auf die umliegenden Häuser warf.

1681 wurde die Kirche unter Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg barockisiert wiederaufgebaut, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm.

1961 wurde die Kirche zur Baustelle erklärt und blieb geschlossen. Prälat Dr. Johannes Neuhardt, der von 1986 bis 8. August 2012 Rektor dieser Kirche war, nahm sich ab 1986 mit viel Wissen, Liebe und Gespür der Sanierung der Kirche an, die bis 2007 dauerte. Heute ist sie wieder zugänglich.

Ausstattung

Der Hochaltar aus Marmor wurde vom Steinmetz Johann Högler geschaffen. Als Hochaltarbild wurde das alte Bild aus dem Jahr 1681 wiederverwendet, allerdings ergänzt 1774 mit Heiligem Geist und Gott Vater. Das Altarbild des rechten Seitenaltars stellt den Tod des heiligen Josef dar, jenes des linken Seitenaltars Christus am Kreuz. Beide Bilder malte 1774 Franz Nikolaus Streicher. Den Schmuck der Kanzel, Figuren und Zierrat, arbeitete Johann Georg Hitzl. Das Deckengemälde stammt von Andrä Langwieder, der es 1772 fertigte und von Johann Joseph Fackler stammt „ein gemalt Spalier“.

Wappen und Inschrift

Über dem Zugang zur Kirche befindet sich eine Gedenktafel und ein Wappen:

lateinische Inschrift
Ad maiorem SS: Trinitatis gloriam eiusque dilectorum SS: Ioannis Baptistae et SS: Ioannis Apostoli & Evangelistae honorem.
Hanc ecclesiam vetus late collabentem pristino robori & nitori restituit in opem dotavit novis altaribus & S. suppellechii exornavit
Maximilian Gandolphus ex comitibus de Kuenburg Archiepisc:(opus) & Princ:(eps) Salisb:(urgensis) s:(anctae) sed:(is) Apostol: Leg:(atus) nat:(us) & c:(etera) ANNO M.DC.LXXXI
Übersetzung: Zur größeren Ehre der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, diejenige verehrt worden ist durch den Hl. Johannes, den Täufer und den Hl. Johannes, den Apostel und Evangelist.
Diese alte Kirche, die seitlich zusammengebrochen war, wurde in den früheren Zustand an Festigkeit und Glanz wieder hergestellt durch aussteuernde Hilfe (Vermögen oder Macht), sowie ausgeschmückt mit neuen Altären und Seitenkapellen
von Maximilian Gandolf aus dem Geschlecht von Kuenburg, Erzbischof und Fürst von Salzburg, geborener Legat des Heiligen Apostolischen Stuhls, und so weiter, im Jahre 1681

Sonstiges

Anekdote

Das kleine, halbrunde Ölbild des hl. Johannes der Täufer über dem Weihwasserbecken neben dem Zugang wurde um das Jahr 2000 von einem Unbekannten entwendet. Nach einigen Monaten wurde es von einem ahnungslosen Dritten, der das Bild auf einem Flohmarkt als wahrscheinlich unecht günstig erworben hatte und es später durch seine Bemühungen erkannt hatte, als Sachspende an seinen ursprünglichen Platz zurückgeführt.

Bruderschaft

Die Kirche diente der 1756 gegründeten "Vereinigung der Bediensteten des [[Salzburger Fürstenhof|erzbischöflichen Hofes]", auch Heiducken genannt, als Bruderschaftskirche.

Einst gehörten zur Kirche auch noch das große (im 21. Jahrhundert rot verputzte) Haus, das Benefiziatenhaus Imberg, für den Rektor und das Holzhaus für den Mesner. 1906 wurden beide Häuser verkauft, und die Kirche hatte nicht einmal mehr Wasseranschluss.

Eheschließungen

Michael Dengg (* 1879; † 1974), der bekannte Salzburger Schriftsteller, heiratete im Alter von 59 Jahre die um einiges ältere Marianna Mauser vom Zischgengut in Mauterndorf in dieser Kirche. Trauzeuge war Kuno Brandauer.

Bilder

weitere Bilder

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Quellen