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Karajan und der Motorsport

Karajan und der Motorsport beleuchtet die motorsportlichen Ambitionen der beiden Brüder Wolfgang und Herbert von Karajan.

Inhaltsverzeichnis

Herbert von Karajan

1929, als 21-Jähriger, besaß er bereits ein Harley-Davidson-Motorrad. 1934 erhielt er sein erstes Auto, 1938 seinen ersten Sportwagen, einen BMW, mit dem er aber nie an Rennen teilgenommen hatte. Nach dem Krieg kaufte er sich 1954 einen Mercedes 300 SL „Flügeltürer“. Dann folgte ein Porsche 718 und damit begann die lebenslange Bindung zur Automarke Porsche, wenngleich er auch mit Fahrzeugen dieser Marke niemals Rennen fuhr, da er aus Alters- und Berufsgründen dies nicht mehr konnte. 1959 kaufte er vom Porsche-Rennfahrer Richard von Frankenberg dessen 550A Spyder.

1966 kam dann ein blauer Ferrari 275 GTB zur Sportwagensammlung von Karajan. Einen 335-PS-starken Ford GT 40 erhielt er zu seinem Geburtstag. Von diesem Fahrzeug wurden nur 31 Stück gebaut. Karajan sein Ford hatte das Kennzeichen S 112.

Im Herbst 1969 testete er am Salzburgring, der gerade erst eröffnet worden war, den 908/02 "Flunder"[1]. Bei dieser Testfahrt waren unter anderem anwesend: Ing. Herbert Kaes (Ingenieur, Neffe von Ferdinand Porsche), Regierungsrat Fritz Stengl (Chefzeitnehmer bei Motorsportveranstaltungen in Salzburg) und dessen Sohn Manfred Stengl (Olympiasieger im Doppelsitzerbewerb der Rennrodler in Innsbruck 1964, Bobfahrer und Motorradrennfahrer) und der seinerzeit bekannteste Sportreporter Salzburgs Hans Klettner.

Immer wieder zog es Karajan auf Rennstrecken, auf denen er, alleine, seine Runden in Rennwagen ziehen konnte. So beispielsweise in einem Porsche 908/2 Spyder (350 PS, 650 Kilo Gewicht, Spitzengeschwindigkeit 300 km/h). 1975 ließ sich Karajan in Stuttgart ein eigenes Auto bauen, den 'Karajan-turbo', einen 911 turbo RSR mit silberner Farbe und rot-hellblau-dunkelblauen Streifen. Schon über 70 Jahre alt kaufte er sich einen Renault 5 Turbo, dann noch einen Audi Urquattro.

Als Karajan auf 80 Jahre zuging, wurde er von Porsche gebeten, mit dem neuen 959 eine Probefahrt zu unternehmen. Was der Maestro auch tat und sich von den etwa 290 gebauten Exemplaren gleich zwei kaufte. Den ersten verlor er durch überhöhte Geschwindigkeit; den zweiten in der Farbe rot erhielt er am 4. März 1988 vor die Haustüre in seinem Winterdomizil nach St. Moritz, Schweiz, geliefert. Es sollte Karajans letztes Auto sein, das er auch schon Anfang 1989 wieder verkaufte. Denn seine Kräfte schwanden. Am 16. Juli 1989 starb Karajan.

Verwechslung mit Wolfgang von Karajan

Einer der Salzburger Irrtümer: Obwohl Quellen immer wieder davon schreiben, dass Herbert von Karajan auch ein Rennfahrer gewesen wäre, war er es nicht, sondern sein Bruder Wolfgang. Neben seinen beruflichen Tätigkeiten war Wolfgang von Karajan nämlich ein begeisterter Motorsportler. So nahm er 1925 als 19-Jähriger beim Internationalen Tauernrennen auf Douglas (englische Motorradmarke) erfolgreich teil: er gewann die Klasse bis 750 cm³ vor Anton Seeber aus Bischofshofen. Beim zweiten Tauernrennen, 1926, war Wolfgang als technischer Kommissar bei der Abnahme tätig und nicht mehr als aktiver Rennfahrer. Das dritte Rennen besuchte er als Privatmann ohne Funktion[2].

1927 taucht Wolfgang von Karajan abermals auf einem Bild als Sportkommissar im Rahmen der österreichischen 24 Stunden Fernfahrt am 11. Juni[3] auf. 1928 war er wieder als Sportkommissar bei dieser Veranstaltung tätig, die in Wien gestartet wurde[4].

1930, am 31. August, beim zweiten Gaisbergrennen, wurde das Rennen erstmals im Radio übertragen. Die Sprecher waren der spätere Mozarteumsdirektor Prof. Dr. Bernhard Paumgartner und Wolfgang von Karajan.

Bildlink

Quellen

  • Ein Dirigent am Steuer, Porsche-Kundenmagazin Christophorus, Ausgabe 331
  • www.datum.at

Einzelnachweise

  1. siehe de.wikipedia.org Porsche 908
  2. Quelle österreichische Motorradzeitschrift "Das Motorrad", Ausgaben 1925, 1926, und 1927, detaillierte Quellenangaben im Artikel über die Tauernrennen
  3. Bild in der Motorradzeitschrift "Das Motorrad", Jahrgang 1927, Ausgabe 53, Seite 88
  4. Motorradzeitschrift "Das Motorrad", Jahrgang 1928, Ausgabe 77, Seite 101