Keltische Münzen

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Keltische Silbermünze vom Typus Kugelreiter, Bürgkogel, Kaprun

An mehreren ehemaligen Siedlungsplätzen und entlang wichtiger Wege wurden im Bundesland Salzburg neben anderen Funden aus der Keltenzeit auch Keltische Münzen gefunden.

Einführung

Die Kelten machten auf ihren Wanderungen Bekanntschaft mit den Münzprägungen anderer Völker und ahmten deren Prägungen seit Beginn ihrer eigenen Münzherstellung – was das verwendete Metall, den Münzfuß, das Münzbild, die Legenden auf den Münzen und das Prägeverfahren betraf - nach. Je nach Region entstanden unterschiedliche Münzgruppen und Untergruppen.

Keltische Prägungsgruppen

Die gesamte Periode keltischer Münzherstellung dauert nicht länger als etwa ein Jahrhundert und endet um ca. 50 v. Christus. Je nach Region verwendeten sie als Münzmetall Gold oder Silber. In der Münzkunde unterteilt man die Prägungsgruppen der Kelten in

  • die keltiberische,
  • die gallische,
  • die boische und
  • die ostkeltische.

Keltische Prägungen in Österreich

In Österreich finden sich mehrere Typen keltischer Prägungen, die von Karl Pink in die Nordostgruppe, die Nordwestgruppe, die Typen des Burgenlandes, die Südostgruppe, die Südwestgruppe, in Norisches Kleinsilber und in das Muschelgold und in das Boische Silber eingeteilt werden.

Keltische Prägungen in Norikum

Dazu zählen das Norische Kleinsilber mit den Karlsteinern, die Südostgruppe (Ostnoriker) und die Südwestgruppe (Westnoriker). Das Bundesland Salzburg war in vorrömischer Zeit Teil von Norikum. Das Zentrum des keltischen Königreiches Norikums bildete aller Wahrscheinlichkeit nach die befestigte Siedlung auf dem Magdalensberg in Kärnten. Die Eigenprägung in Kärnten, Westnoriker genannt, zählte zur sog. Südwestgruppe und ist die jüngste und letzte norische Prägung. Hier sind – ausgenommen den Kugelreiter - nur beschriftete Stücke mit Häuptlingsnamen zu finden, wie zur selben Zeit auch in Gallien und später beim boischen Großsilber. Auf dem Avers befindet sich der Apollokopf, der Revers zeigt immer den Reiter. Diese jüngsten und letzten norischen Prägungen umfassen hauptsächlich die Namen Atta, Nemet und Adnamat. Das Durchschnittsgewicht dieser Münzen ist zehn Gramm und der Silbergehalt ist bereits gering.

Fundorte keltischer Münzen in Salzburg

Keltische Münzen wurden bereits an mehreren Orten Salzburgs gefunden und zählen mehrheitlich zur Gruppe der Westnoriker. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zählen zu den Fundorten u.a. prähistorische Siedlungsplätze wie der Steinerbichl in Uttendorf (Westnoriker vom Typ EICCAIO), der Bürgkogel in Kaprun (Westnoriker vom Typ Kugelreiter), der Biberg in Saalfelden (Westnoriker vom Typ ATTA und ADNAMAT), der Dürrnberg bei Hallein, sowie Maxglan und Rainberg in der Stadt Salzburg.


Keltische Münzen fanden sich aber auch an Altwegen wie in Rauris (die hier gefundenen Münzen sind leider verschollen) und am Niederen Tauern oder Mallnitzer Tauern, ein Hinweis auf die prähistorische Nutzung dieser auch in geschichtlicher Zeit noch als Saumpfade genutzten Handelsrouten.

Quellen

  • Karl Pink, Einführung in die keltische Münzkunde, Franz Deuticke, Wien, 1974