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Mario Fuchs

Mario Fuchs (© GEPA)

Mario Fuchs (* 9. August 1976 in Piesendorf, Pinzgau) ist ein ehemaliger Salzburger Snowboarder, der für den Sportklub Maishofen startete.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Mario Fuchs stand schon seit 1987 auf dem Snowboard, interessierte sich aber nie für Parallelrennen und so kam er erst am 29. Jänner 2003 als "Spätberufener" und "Externer" (nicht im Kader des ÖSV) zu seinem Weltcupdebüt in Innichen (Südtirol). Eine Woche später stand er bei seinem Heimrennen in Bad Gastein am 5. Februar 2003 als Dritter erstmals auf dem Podium. In der selben Saison feierte Fuchs auch den Sieg in der Europacupwertung und qualifizierte sich damit für den Weltcup 2004.

Am 5. Jänner 2006 gelang ihm wiederum in Bad Gastein der erste von bislang drei Weltcupsiegen. Dieser sicherte ihm das Ticket für die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Turin, wo er zwar das Finale erreichte, aber nur Platz 30 belegte.

Seine erfolgreichste Saison im Weltcup beendete er 2008 mit zwei weiteren Siegen und Platz 3 in der SBX-Weltcupwertung.

Bei bisher drei WM-Teilnahmen (2005, 2007, 2009) erzielte er mit Platz 6 in Arosa 2007 ein achtbares Resultat.

Im Sommer hält sich Fuchs gerne als Mountainbike-Führer fit und geht auch manchmal seinem erlernten Beruf als Zimmerer nach. Zudem hat er bereits eine Ausbildung zum Snowboardtrainer abgeschlossen.

Für die Olympischen Winterspielen in Vancouver qualifizierte er sich unter anderem mit einem dritten Platz im Snowboardcross von Bad Gastein im Jänner 2010. Im Olympia-Crossbewerb am Cypress Mountain am 15. Februar war Fuchs aussichtsreich unterwegs und hatte als Führender des Halbfinales schon den Einzug unter die Top 4 vor Augen, ehe er stürzte und somit Rang sechs belegte.

In die Saison 2011 startete Fuchs sehr solide, zog sich dann aber Anfang Jänner beim Training für die deutschen Meisterschaften in Grasgehren bei einem Sturz im linken Knie einen Riss des vorderen Kreuzbands, eine Kapselverletzung und eine Eindellung des Schienbeinkopfs zu und fiel damit für den Rest der Saison aus. Als Folge dieser Verletzung verkündete Fuchs am 15. September 2011 seinen Rücktritt vom aktiven Sport.[1]

Vorgestellt

Ein ungewöhnlicher Typ, dieser Mario Fuchs. Bereits 26 Jahre alt, wollte er es plötzlich wissen. Mit seinem dritten Platz beim Weltcup-Boardercross (BX) in Bad Gastein verblüffte der Piesendorfer, der seit fünf Jahren in Maishofen lebt, alle. Nur wirkliche Insider kannten den "spätberufenen" Pinzgauer. Fuchs steht zwar seit seinem elften Lebensjahr auf dem Board, aber "Parallelrennen interessierten mich nie". Er ging lieber Freeriden. Vor zwei Jahren kam die Wende: Freunde überredeten ihn bei einem ASA-Bewerb mitzufahren. Der Neuling legte in seinem ersten Rennen die zweitbeste Qualifikationszeit hin und spürte: "Boardercrossing ist super!" Fuchs hatte die Fährte gefunden. Um sich auf seine erste FIS-Saison vorzubereiten, investierte Mario Fuchs sein Erspartes in ein Trainingslager in Neuseeland. Das erwies sich als gute Anlage: 8. bei einem FIS-Rennen in Cortina, 11. bei einem weiteren in Braunwald (CH). Am 27. Jänner 2003 biss Fuchs erstmals kräftig zu: Sieg beim Europacup in Berchtesgaden! Dieser brachte dem Pinzgauer die Chance für einen Weltcupstart in Innichen zwei Tage später. Für dieses Rennen lieh der Verband dem kaderlosen Newcomer einen ÖSV-Anorak - zwecks standesgemäßem Auftritt. Auflage: "Den musst du nachher wieder zurückgeben." Fuchs wurde Achter (bester Österreicher) - und durfte das Kleidungsstück auch beim BX-Bewerb in Bad Gastein tragen. Nach dem dortigen dritten Rang verlängerte der ÖSV die Frist für die Anorak-Rückgabe, und Mario erlebte Ungewohntes: Er kassierte 2000 Euro und - "ich wurde massiert". Aber am meisten freute den Pinzgauer, dass er neben seinem Vorbild - Weltmeister Xavier Delerue - auf dem Stockerl stehen konnte.

"Der Mario ist ein cooler Typ", sagt einer seiner Freunde. Diese "Coolness" sei nicht gespielt, sondern angeboren. Zum Start käme er stets erst im letzten Augenblick, seine Ausrüstung sei nicht wirklich up to date - Fuchs gelte als Nostalgiker unter den Boardern. "Naja, über mein altes Kaufhaus-Board hat der ÖSV-Servicemann nur den Kopf geschüttelt", erzählt Mario Fuchs. Er sei froh gewesen, dass er für sein Renngerät nicht den vollen Kaufpreis hinblättern musste. "Vermarkten müsste man sich halt besser können", so der Weltcup-Neuling. Öffentlichkeitsarbeit ist nicht die Stärke des "zufälligen" Snowboard-Racers. So wurde er vom Deutschen Sportfernsehen für ein Interview gesucht - vergeblich: Der Pinzgauer war bereits abgedüst. Er ahnte ja nicht, dass man plötzlich mit ihm reden wollte. Der gelernte Zimmerer nimmt sich nicht wichtig, ist aber immer für Überraschungen gut. So ging er nach einer Wintersaison als Skilehrer nicht auf Urlaub, sondern flog nach London und wurde - Straßenkehrer! Zwei Monate lang sorgte Mario Fuchs für Sauberkeit in Londons Straßen und polierte gleichzeitig sein Englisch auf. "Eigentlich wollte ich Ferien in Mexiko machen, aber das Geld reichte nicht", klärte Mario auf. Seine Freundin Daniela war damals in England und holte den "verhinderten Urlauber" nach London. Nebeneffekt: Heute liest Mario die Buchausgabe von "Herr der Ringe" in der englischen Version. Aber mit solchen Geschichten will sich Mario nicht wichtig machen. Schlussfolgerung: Ein Fuchs wechselt maximal das Fell, aber nicht den Charakter.

Erfolge

  • 3 Weltup Siege
  • 9 Podestplätze im Weltcup
  • 3. Platz SBX-Weltcupwertung 2008
  • 2 Europacup Siege
  • Europacup-Gesamtwertung 2003
  • 1x Österreichischer Meister

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • Pinzgauer Nachrichten
  • FIS Biografie Mario Fuchs