Niederalm Brücke

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Die Niederalm Brücke[1] ist eine Straßenbrücke der Salzachtal Straße (B 159) über die Königsseeache.

Geografie

Die Brücke im südlichen Flachgau über die Königsseeache in [[Anif][ in der Ortschaft Niederalm führt in den Norden der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein in der Ortschaft Taxach. In der Mitte der Brücke, über die die Salzachtal Straße führt, verlaufen die Gemeindegrenzen.

Ihr Scheitelpunkt befindet sich rund sechs Meter über dem Wasserspiegel auf 446,5 m ü. A..

Wie auf historischen Karten ersichtlich, nannte man die Königsseeache früher Niederalm (im Gegensatz zur Oberalm am östlichen Salzachufer). Die Brücke führt daher möglicherweise den historischen Namen der heutigen Königsseeache (zur Namensgebung siehe auch Königsseeache#Begriffsgeschichte).

Geschichte

Philipp Apian, Ausschnitt Landtafeln 23 und 24 mit der Teilung der Königsseeache in zwei Arme, wobei über den südlicheren einen Brücke zu sehen ist.
Hans Faistenauer, Karte der Fürstpropstei Berchtesgaden, 1628, mit eingezeichneter Niederalm Brücke.

Auf einer Karte von Philipp Apian aus dem Jahr 1568 erkennt man eine Teilung der Königsseeache in zwei Arme. Über den südlicheren Arm im Gebiete von Rif ist eine Brücke eingezeichnet. Aufgrund der Ungenauigkeit der Karte - Niederalm fehlt - ist eine genauere örtliche Zuordnung der Lage der Brücke nicht möglich.

1628 ist eine Brücke bei Niederalm auf einer historischen Karte verzeichnet. Ebenso verzeichnet sind der Ort Niederalm und die Achen.

1786 und 1787 führten große Überschwemmungen auf bayerischer Seite der Ache zu Zerstörungen zweier Brücken, mehrere Mühlen und Häuser in dessen Umgebung sowie im Markt Schellenberg. Die Niederalm Brücke wurde bei diesem Hochwasser ebenfalls zerstört.[2]

1870 wurde die Niederalm Brücke erneuert.[3][4][5]

Im Jahr 1871 gab es eine Mautverordnung für die Niederalm Brücke.[6]

1873 erfolgte ein weiteres Mal eine Erneuerung der Brücke.[7]

Auf fünf Jahre wurde 1879 das Fischereirecht von der Niederalm Brücke flussabwärts bis zur Mündung in die Salzach verpachtet.[8]

Ein Hochwasser zerstörte 1896 die Schleuse auf Höhe des Hangendenstein Passes, das Wehr in Schellenberg und die Niederalm Brücke. Die Brücke war während ihres Wiederaufbaus vom 7. bis 14. Oktober d. J. für jeden Verkehr gesperrt.[9][10]

Und neuerlich beschädigte ein Hochwasser im Jahr 1899 Brücke so schwer, dass sie wiederum bis auf weiteres unpassierbar wurde.[11]

1912 war sie vom 2. bis 30. Dezember nur für leichtes Fuhrwerk bis zu 2 000 Kilogramm Nutzlast passierbar, da eine dringender Erneuerung erfolgte.[12]

Ein Brücke in Stahlbeton, Typ Eisenbahn-Bogenbrücke, System Oberbaurat Dr. Fritz Emperger, mit einer Spannweite von 60 Metern wurde 1920 neu erbaut. 1921 wurde sie für den Verkehr freigegeben. Sie überspannte die Königsseeache in einem einzigen Bogen mit 34 m Spannweite. Technisch war die Ausführung dadurch interessant, dass zum ersten Mal an Stelle von Stahlgelenken solche aus Eisenbeton mit eingelegten Bleiplatten verwendet wurden, die sich bei der Belastungsprobe glänzend bewährt haben. Das Projekt der Brücke wurde unter der Leitung des Hofrates Ing. Raimund Schneider, von Baurat Ing. Max Utschig ausgearbeitet, der auch die direkte Bauleitung seitens der Landesregierung besorgte. Ausgeführt wurde die Brücke von der Bauunternehmung Kastner & Gruber in Salzburg.[13][14][15]

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, kurz vor dem Zusammenbruch im Mai 1945, wurde die Brücke wie andere auch von den ins Innergebirg zurückweichenden SS-Truppen am 4. Mai gesprengt. Die amerikanischen Truppen errichteten dann eine Holznotbrücke. m 15. Juli 1946 konnte eine neue Brücke eröffnet werden. Sie war vom Landesbauamt Salzburg erbaut worden.[16][17]

Technisch gesehen ist die Brückenkonstruktion der neuen Niederalm Brücke ein statisch bestimmter Dreigelenksbogen‚ dessen Gelenke in Eisenbeton- Spezialkonstruktion ausgebildet sind. Die Brücke wurde als Massivbauwerk für eine Belastung von 70 Tonnen gebaut. Planend- und ausführende Behörde war die Brückenbauabteilung des Landesbauamtes Salzburg unter Leitung des Regierungs-Oberbaurates Ing. Ferstl‚ Ing. Runge. Der Bau wurde von der Baufirma A. Porr-A.-G durch Baumeister Roucka ausgeführt.[18]

Die heutige Brücke ist dann ohne Stützpfeiler in den 1960er-Jahre errichtet worden.[19]

Auf der Tennengauer Seite steht noch heute das ehemalige Brückenmauthaus, Es wurde als Teil des Gasthofs Brückenwirt umgebaut. Unmittelbar neben der Brücke wohnte in einem noch bestehenden Wohnblock der ehemalige Salzburger Landeshauptmann und späterer Bundeskanzler Dr. Josef Klaus.

Sagen

In einer Untersbergsage traf auf der Brücke ein Salzburger Zimmermann, der von einer Hochzeit aus Hallein zurückkehrte, auf die Untersberger Mandln, Sagengestalten des Untersberges.[20]

Eine weitere Sage berichtet von vier allzu übermütigen Musikanten, die dem Berggeist um Mitternacht ein Ständchen darbrachten. Der Gedanke war einem von ihnen bei der Niederalm Brücke gekommen.[21].[22]

Von einem "schlauen Fuhrmann", der mit einer Fuhre Wein aus Tirol an der Brücke in Niederalm ein Bergmännlein aus dem Untersberg traf, handelt eine weitere Sage.[23][24]

Weblink

Bilder

 Niederalm Brücke – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweise

  1. Im Kraftfahrzeuglärmkataster für das Bundesland Salzburg (2015), Hrsg. Amt der Salzburger Landesregierung, ist auf der B 159 bei km 2,827 die "Niederalm Brücke" als Messpunkt verzeichnet, siehe pdf
  2. Brugger, Walter; Dopsch, ‎Heinz; ‎Kramml, Peter F.: Geschichte von Berchtesgaden, 2002
  3. ANNO, Salzburger Zeitung, 25. Jänner 1870, Seite 5
  4. ANNO, Salzburger Zeitung, 28. Jänner 1870, Seite 5
  5. ANNO, Salzburger Zeitung, 1. Februar 1870, Seite 7
  6. ANNO, Salzburger Zeitung, 4. Juli 1871, Seite 5
  7. ANNO, Salzburger Volksblatt, 1. September 1887, Seite 2
  8. ANNO, Salzburger Volksblatt, 14. November 1878, Seite 4
  9. ANNO, Salzburger Chronik, 13. August 1896, Seite 3
  10. ANNO, Salzburger Volksblatt, 5. Oktober 1896, Seite 3
  11. ANNO, Salzburger Volksblatt, 16. September 1899, Seite 6
  12. ANNO, Salzburger Volksblatt, 29. November 1912, Seite 7
  13. ANNO, Der Bautechniker, 1921, Nr. 3, Seite 20
  14. ANNO, Zeitschrift des österreichischen Ingenieur-Vereines, 1930, Seite 88
  15. ANNO, Reichspost, 28. Januar 1929, Seite 4
  16. ANNO, Salzburger Nachrichten, 12. Juli 1946, Seite 3
  17. ANNO, Salzburger Volkszeitung, 16. Juli 1946, Seite 3
  18. ANNO, Salzburger Nachrichten, 5. August 1946, Seite 3
  19. Diskussion:Niederalm_Brücke#Es gab zwei Brücken!
  20. books.google.at/58. Untersberger auf der Niederalmer Brücke
  21. R. Freisauff von Neudegg, Alte Sagen aus dem Salzburger Land
  22. www.sagen.at/dieviermusikanten
  23. Karl Haiding, Österreichs Sagenschatz
  24. www.sagen.at/derweinfuhrmann