Salzburgers

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(Georgia) Salzburgers werden eine Gruppe von Ansiedlern in Amerika, deren Kern vertriebene Salzburger Protestanten bildeten, und deren Nachkommen genannt.

Siedlungsgeschichte

Von den Salzburger Protestanten, die durch die Protestantenvertreibung von 1732 in die Emigration gezwungen wurden, gelangte eine kleine Gruppe nach Georgia (damals eine britische Kolonie, heute ein US-Bundesstaat), wo sie den Kern einer deutschsprachigen Siedlung bildeten.

Die Austreibung der Salzburger Protestanten hatte im protestantischen Europa großes Aufsehen und Mitleid erregt, so auch in England. Hier bestrebte sich die religiöse Gesellschaft „de promovenda cognitione Christi“ („zur Beförderung der Erkenntnis Christi“) zu helfen, indem sie eine Verbindung zwischen den Gründern einer neuen britischen Kolonie in Nordamerika, der Vereinigung „Trustees for Establishing the Colony of Georgia”, und dem Augsburger Pfarrer Samuel Urlsperger, der seine weitgespannten Beziehungen zugunsten der Vertriebenen einsetzte, herstellte. In Augsburg war ein Teil der Auswanderer angelangt. Sie erhielten Zusagen für freie Überfahrt, 50 Morgen Land für jede Person als freies Eigentum, Vieh, Saatgut, Gerätschaften und Verpflegung bis zur ersten Ernte.

42 Auswanderer mit ihren Familien, zusammen 78 Personen, folgten im Jahr 1733 der Einladung und reisten durch Deutschland über Rotterdam (Niederlande) nach Dover (England) und weiter nach Georgia, wo sie im März 1734 anlangten. Hier gründeten sie 26 Meilen landeinwärts von Savannah, der selbst erst 1732 gegründeten Hauptstadt der Kolonie, eine Ortschaft, der sie den biblischen Namen „Ebenezer“ (hebräisch: „Stein der Hoffnung“) gaben. 1736 wurde die Siedlung näher an den Fluss Savannah verlegt. Mittlerweile waren weitere Salzburger Auswanderer aus Deutschland eingelangt: Noch im Winter 1732/33 49 Personen, die in schwäbischen Reichsstädten geblieben waren, 1736 80 andere aus Regensburg, vermehrt um andere deutsche, dann auch schottische Protestanten, zusammen rund 300 Personen. 1741 folgte der vierte und letzte größere Zuzug in Gestalt von 63 bisher im Reich zerstreuten Salzburger Emigranten.

In seinen ersten Jahrzehnten wuchs Ebenezer rasch, wozu auch Zuzüge aus der Umgebung wie auch aus Deutschland beitrugen.

Zerfall

Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg traten Georgia und mehrheitlich auch Ebenezer auf die Seite der Revolutionäre; unter den fünf Abgeordneten (den Familiennamen nach alle deutsch), die Ebenezer nach Philadelphia entsandte, waren die Salzburger Treichl, Stirk und Strohacker.[1] Georgias erster Gouverneur war John Adam Treutlen, ein aus Württemberg stammender Bewohner Ebenezers.

Gleichwohl kam es in Ebenezer zu bitteren Kämpfen zwischen Königstreuen und Revolutionären. 1778 eroberten britische Truppen ganz Georgia; besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde Ebenezer, das überdies den britischen Truppen als Stützpunkt zu dienen hatte.

Nach Kriegsende und dem Abzug der Briten (1783) wurde Ebenezer wieder aufgebaut, ohne die frühere Blüte wiederzuerlangen. 1830 brannte die Siedlung ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Salzburgers aber verschwanden nicht zur Gänze, sondern lebten weiter in der Umgebung, die einst die Kolonie gebildet hatte.

Heute

Die von den Salzburgern erbaute, 1769 vollendete Kirche (Jerusalem Lutheran Church) blieb vom Brand verschont und steht noch. Sie ist das älteste noch erhaltene Gebäude des Bundesstaates Georgia.

Das Andenken der Georgia Salzburgers wird von der 1925 gegründeten Georgia Salzburger Society bewahrt.

Siehe auch

Quellen

Literatur

  • Rebeller, Opfer, Siedler
  • Samuel Urlsperger, Ausführliche Nachricht von den Salzburgischen Emigranten, die sich in Amerika niedergelassen haben. Nebst einer Landkarte von Georgien. Halle 1735-1752. 3 Bde. (oder 18 Stücke)
  • Derselbe, Amerikanisches Ackerwort Gottes, oder zuverlässige Nachrichten von dem Zustande der von den Salzburgischen Emigranten erbauten Stadt Eben-Ezer. Halle 1754 -1766. 4 Stück
  • Philip A. Strobel, The Salzburgers and their descendants: being the history of a colony of German (Lutheran) Protestants who emigrated to Georgia in 1734, and settled at Ebenezer, twenty-five miles above the city of Savannah. Baltimore, 1855. (Google eBook)
  • Hildegard Binder-Johnson, Die Haltung der Salzburger in Georgia zur Sklaverei (1734-1750), in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 78, 1938, S. 183-196
  • Barbara Lawatsch Boomgaarden, Die Seufftzende[n] Salzburger auf der „Insel der Hoffnung“. Frühes Schrifttum zur Geschichte der Salzburger Exulanten und die De Renne Library in Georgia, in: MGSLK 138, 1998, S. 367-382

Einzelnachweise

  1. Quelle: Prinzinger aaO, S. 19.

Weblinks