Salzburger Emigranten

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Trailer "Salzburgs Exulanten", 2017, 0:51 min. Video

Unter Salzburger Emigranten werden meist jene Untertanen der Salzburger Erzbischöfe verstanden, die wegen ihres protestantische Glaubens ihre Heimat verlassen mussten. Dies geschah vorwiegend im Zuge planmäßiger Protestantenvertreibungen. Die betroffenen Protestanten werden in der Geschichtswissenschaft als Exulanten bezeichnet, sodass man in diesem Zusammenhang auch den Ausdruck Salzburger Exulanten findet.

Allgemeines

Die größte Salzburger Protestantenvertreibung war die von 1731/32. Sie betraf rund 20 000 Personen, die, soweit sie die Strapazen der Austreibung, des Weges in eine neue Heimat und der Ansiedlung in einem fremden Land überstanden, teilweise in ihrer neuen Heimat eigene Kolonien, und somit lange Zeit hindurch wohlunterscheidbare Gruppen bildeten, vor allem

– und

Als „verspätete Salzburger Emigranten“ können auch die aus dem ehemaligen salzburgischen Zillertal ausgewiesenen Protestanten angesehen werden, denen die von Kaiser Joseph II. für seine Erbländer gewährte Toleranz verweigert wurde.

Bildungsfilm 2017

Zur Salzburger Protestantenvertreibung im 18. Jahrhundert gibt es 2017 einen neuen Film für den Schulunterricht. Dieser neue Bildungsfilm zeigt in beeindruckender Weise, wie sich die Menschen evangelischen Glaubens im 18. Jahrhundert in Salzburg fühlten.

Zur Darstellung der Protestantenvertreibung haben die Filmemacher auf die Vermittlungsform eines dokumentarischen Dramas gesetzt. Hauptfigur des Filmes ist der zwölfjährige Bauernsohn Martin Aignerhofer, der 1731 mit seiner Familie im Gasteinertal lebte. Im Geheimen war die Familie evangelisch und damit im Fürsterzbistum Salzburg der Verfolgung durch den damaligen Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian ausgesetzt. Der Konflikt eskalierte als Firmian im Herbst 1731 den Emigrationserlass verfasste: Alle Nichtkatholiken haben das Fürstentum Salzburg zu verlassen. Die "Angesessenen" innerhalb von drei Monaten, die "Unangesessenen", wie Tagelöhner, Mägde, Bergleute und Handwerker innerhalb von acht Tagen. Letztlich mussten bis Juni 1732 mehr als 20 000 Salzburger und Salzburgerinnen das Land verlassen. Martin erlebte dabei Unterdrückung, Gewalt und Vertreibung der Evangelischen aus seiner kindlichen Sicht. Der Film dauert insgesamt 25 Minuten und steht allen Salzburger Pflichtschulen zur Verfügung.

Literatur

  • Ostpreußen (Beispiele):
  • Sonstiges Deutschland:
    • Uwe Jens Wandel, Salzburger Emigranten im Remstal, in: MGSLK 122, 1982, S. 321-340
    • Jost Casper, Johann Sebastian Bach und die Salzburger Emigranten. Eine unheilige Legende, in: MGSLK 122, 1982, S. 341-370
    • Hedda Baerfacker, Die Salzburger Emigranten in Sachsen (1732). Beitrag zu Dokumentation "Die Salzburger Emigranten in Sachsen und Thüringen", in: MGSLK 130, 1990, S. 485-500
  • Georgia: Siehe den Artikel „Salzburgers

Siehe auch

Quellen

Weblinks


Beiträge zum Thema Protestantenvertreibung