Salzburger Verein e.V. - Vereinigung der Nachkommen Salzburger Emigranten

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Am 22. Februar 1911 findet beim Salzburgerfest in Gumbinnen[1] die Gründung des Salzburger Vereins e. V. mit Gottesdienst in der Salzburger Kirche (Markus 9, 50 b: Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander) statt.

Geschichte

Bereits am 18. März 1911 erscheint das Heft 1: "Der Salzburger - Mitteilungen des Salzburger Vereins Gumbinnen".

Im Jahr 1921 wird der erste Salzburger Zweigverein in Ostpreußen in Tilsit für die Kreise Tilsit, Ragnit und Niederung sowie für das Memelland gegründet. Bereits 1923 gibt es neben dem Zweigverein in Tilsit auch solche in Kraupischken, Szittkehmen, Königsberg, Goldap und Insterburg, später auch in Lötzen, Rastenburg, Lyck, Pillkallen, Berlin, Danzig, Dresden, Eydtkuhnen und Angerburg/Gerdauen sowie natürlich auch in Gumbinnen. Durch die Höhen und Tiefen der Zeit bleibt der Salzburger Verein bis fast zum Ende des Zweiten Weltkrieges bestehen.

Am 16. Mai 1954 findet in Bielefeld, Bundesrepublik Deutschland, die Wiedergründung des Salzburger Vereins e. V. statt, gleichzeitig wird die Patenschaft der Salzburger Landesregierung über den Salzburger Verein verkündet. Der Verein entwickelt sich stetig weiter. Im Laufe der Jahre werden Landesgruppen in verschiedenen Teilen Westdeutschlands, seit der Maueröffnung im Jahr 1989 auch in Mitteldeutschland, gegründet.

Besonders wird durch den Salzburger Verein die Familienforschung der Nachkommen Salzburger Exulanten gefördert. Seit 1963 erscheint auch wieder Der Salzburger. Die Kontakte zur Heimat der Vorfahren werden durch regelmäßig dort stattfindende Treffen und durch Fahrten alle zwei Jahre ins Salzburger Land gepflegt.

2012 besuchte der Verein Hallein

„Wir haben heute wieder ein gutes Verhältnis zur Katholischen Kirche“ betonte Jürgen Schroeter, Präsident des protestantischen Salzburger Vereins e.V. anlässlich seines Besuches im Juni 2012 in Hallein. Die Teilnehmer, die am Donnerstag, den 7. Juni 2012, mit ihren eigenen Pkw nach Hallein zum Gasthof Brückenwirt angereist waren, verbrachten zwei Tage im Raum Hallein. Am Freitag, den 8. Juni, führte sie ihr Ausflug nach einem Besuch im Halleiner Keltenmuseum über die Roßfeld Panoramastraße nach Berchtesgaden, wo sie einen evangelischen Gottesdienst feierten. Auch aus dem Gebiet um Berchtesgaden mussten rund eintausend Protestanten, überwiegend Bergknappen, im 18. Jahrhundert ihre Heimat verlassen.

Mit dem Administrator der Erzabtei St. Peter, Pater Benedikt Röck, wurde dann am Nachmittag eine katholische Messe zelebriert. Pater Benedikt lernten die Nachfahren der vertriebenen Protestanten vor zwei Jahren bei ihrem letzten Salzburger Besuch in Abtenau kennen, wo er Pfarrer war. Bei einem Heimatabend am Freitagabend im Gasthof Brückenwirt im Halleiner Stadtteil Taxach begrüßten der Bürgermeister der Stadt Hallein, Dr. Christian Stöckl und der Vorsitzende des Tourismusverbands Hallein – Bad Dürrnberg, Ernst Kronreif, die Gäste, die aus ganz Deutschland angereist waren. Dr. Stöckl begeisterte als Musiker und Sänger im Rahmen des Heimatabends und Ernst Kronreif übergab jedem Teilnehmer persönlich ein Buch von Hallein als Erinnerung an ihren Aufenthalt und ehemalige Heimat. Musikalisch und mit Tänzen umrahmte der Trachtenverein d’Schmittenstoana aus Bad Vigaun den Heimatabend, wobei unter anderem Alois Schnöll mit seinen Töchtern Anna und Katharina das Salzburger Volkslied „Oh wie schön ist’s auf den Höhn“ („…Geliebtes, schönes Salzburg, mein Heimatland, lebe wohl!“) sang.

Verleihung des „Großen Verdienstzeichens des Landes Salzburgs“ an Präsident Jürgen Schroeter

Landtagsabgeordnete und zweite Landtagspräsidentin Gudrun Mosler-Törnström (li) bei der Verleihung des "Großen Verdienstzeichens des Landes Salzburgs" an Jürgen Schroeter, Präsident des Salzburger Vereins e. V. Bielefeld (im Bild mit Gattin)

Im Rahmen des Abschiedsabends am Samstag, den 9. Juni, wurde Präsident Jürgen Schroeter von LAbg und zweiten Landtagspräsidentin Gudrun Mosler-Törnström mit dem großen Verdienstzeichen des Landes Salzburgs für seinen Beitrag zur Beziehung zu Salzburg geehrt. Gudrun Mosler-Törnström hob die gute und herzliche Beziehung zwischen dem Verein und Salzburg hervor, insbesondere den Einsatz von Jürgen Schroeter für die Beziehungen zwischen den Nachfahren in Deutschland und in Salzburg.

Der Salzburger Verein e. V. bringt in seiner Vereinszeitschrift "Der Salzburger" immer wieder interessante Ergebnisse von Forschungsarbeiten. In der aktuellen Ausgabe berichtet beispielsweise Dr. Gustav Rohrer über ein Schriftstück aus dem Jahr 1899, in dem über eine Anfrage über den Namen „Rohrer“ berichtet wird: „… Durch wiederholte persönliche Nachforschungen in Goldegg im Pongau habe ich ermittelt, daß zur Zeit der Auswanderung auf dem Großrohrer, dem Gute Knollen und auf dem Lehengut, sämmtlich zur Gemeinde Goldegg gehörig, Rohrer als Besitzer gewohnt haben. In den Anlagen erlaube ich mir in 2 Bogen meine Stammbäume beizufügen mit dem bemerken, daß Johan Rohrer, geb. 7.3.1712 in Großrohrer bei Goldegg, vermuthlich mit dem an der Spitze des 2. Bogens…“.

Vielen der Teilnehmer haben noch heute Verbindungen zu ihren zurückgebliebenen Verwandten oder kennen zumindest die Geschichte ihrer Vorfahren. So erzählte Dr. Eckhard Schlemminger von der Landesgruppe Hamburg – Schleswig Holstein - Nordniedersachsen, seine Urahnen stammen aus Schladming (Schlemming…) und waren 1732 nach Sankt Johann im Pongau gewandert, wo sie den Mittermaschlof bewohnten.

In der Vereinszeitschrift „Der Salzburger“, im 770seitigen Buch „Die Salzburger Emigration – eine Chronik der Marschzüge“ sowie auf der Homepage des Vereins lassen sich Geschichte und Gegenwart nachlesen.

Literatur, erhältlich beim Salzburger Verein e. V. (Auszug)

Paul Brock: „Die Salzburger in Ostpreußen“, von ihrer Austreibung und Aufnahme in Preußen, Nachdruck 2006, 50 Seiten
Dorothea Benkmann: „Salzburger Erbgüter 1732“, 53 Seiten
Gerhard Florey: „Geschichte der Salzburger Protestanten und ihrer Emigration 1731/32“, Neuauflage 2005, 276 Seiten
Hermann Gollub: „Stammbuch der ostpreußischen Salzburger“, Namensverzeichnis, Kopie der Erstausgabe von 1934, 210 Seiten
Norbert Stein: „Chronik der Marschzüge – Salzburger Emigranten“, erschienen 2011, ca. 700 Seiten

Weblinks

Quelle

  • Joachim Rebuschat: Zeittafel zur Geschichte und Vorgeschichte der Salzburger Vereinigungen, 5. Auflage Bielefeld, 2000

Fußnote

  1. der preußisch-deutsche Landkreis Gumbinnen bestand in der Zeit zwischen 1818 und 1945, siehe Wikipedia Landkreis Gumbinnen
Beiträge zum Thema Protestantenvertreibung