Siegfried Filippi

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Siegfried Filippi (* 31. August 1940) ist eine in Gneis in der Stadt Salzburg lebende Narren-Persönlichkeit.

Leben

Die ersten Jahre verbrachte er mit seiner Mutter und dem Großvater in der Nähe der serbischen Stadt Novi Sad. "Wir hatten dort ein Gasthaus und ein bewirtschaftetes Feld, zudem zahlreiche Mitarbeiter", sagt Filippi. 1944 musste er mit seiner Mutter das Dorf verlassen. Serbische Partisanen waren gekommen und vertrieben die deutschstämmigen Bewohner. "Wir waren gerade beim Mittagessen, als die Partisanen vor der Tür standen. Innerhalb weniger Minuten mussten wir unsere Sachen packen und mit ihnen mitkommen", sagt der Gneiser, der damals vierzehn Jahre alt war. Gemeinsam mit seiner Mutter kam er in ein Arbeits- und Vernichtungslager bei Jarek. Dort waren über 30 000 Menschen. Unter schlimmsten Bedingungen mussten sie dort drei Jahre bleiben. "Viele Menschen wurden umgebracht oder sind gestorben." Der Großvater blieb im Dorf und musste die Partisanen bewirten.

1947 gelang Filippi mit seiner Mutter die Flucht. Über Ungarn zog die Familie nach Oberösterreich und später nach Gneis, wo er seit 1955 wohnt. Über eine Mitarbeiterin in seiner Drogerie kam Siegfried Filippi zum Salzburger Narrensenat, dem er später 33 Jahre als Obmann vorstand. In dieser Funktion organisierte er zahlreiche Bälle zur Faschingszeit, er verlieh den "Stier der Hohensalzburg" an prominente Personen aus Wirtschaft, Kultur und Sport. Er sammelte durch Tombolas und den Verkauf von Festschriften zahlreiche Spenden, unter anderem für behinderte und krebskranke Kinder. Etwas Sinnvolles zu tun, stand bei seiner Obmannschaft im Vordergrund.

1986 folgte ein weiterer Schicksalsschlag. Filippi erblindete aufgrund von Unterdruck in den Augen. Bereits Anfang der 1960er-Jahre hatte er auf dem Nachhauseweg einen schweren Verkehrsunfall, bei dem er fast ein Bein verloren hätte.

"Ich habe in all den Jahren aber nie meine gute Laune verloren und mein Leben weiterhin so gelebt wie davor. Eine große Stütze waren meine Mutter und der Glaube, der mir bis heute sehr wichtig ist." Für seine Tätigkeiten bekam er zahlreiche Auszeichnungen. Im vergangenen Jahr war er beim Wiener Opernball in der Loge des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen.

Seit acht Jahren lässt es Siegfried Filippi, der zweifach geschieden ist, ruhiger angehen. Das Amt des Obmanns im Narrensenat gab er ab. "Die viele Arbeit wollte sich aber niemand mehr antun. Daher wurde der Senat leider aufgelöst." Der bald 80-Jährige schreibt nach wie vor Gedichte und Texte. Zudem arbeitet er an einem Libretto für die Operette "Natascha, die Gräfin von Mönchstein".

Zusammen mit Robert Laibl schrieb er das Buch Die Geschichte des Senats mit Herz.

Quellen