Sonnblick-Wetterwarten-Gipfelkreuz auf dem Goldzechkopf

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Die Geschichte zum Sonnblick-Wetterwarten-Gipfelkreuz auf dem Goldzechkopf.

Wetterwarte möchten ein Andenken am Berg hinterlassen

Seit über 40 Jahren (Stand Jänner 2021) ist Ludwig Rasser Wetterwart im Observatorium auf dem Gipfel des Hohen Sonnblicks. Die korrekte Bezeichnung für diese Tätigkeit lautet mittlerweile eigentlich Observatoriumstechniker. Denn die ZAMG führt auf dem Berg eine Fülle von Messungen und Forschungsprojekten durch, zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftern.

Seit 20 Jahren wünscht sich Rasser ein Gipfelkreuz auf dem Sonnblick, das er als ein Andenken auf dem Berg hinterlassen möchte. Es sollte ein Ausdruck des Dankes dafür sein, dass ihm in all den Jahren nie etwas passiert ist. Obwohl es einige Male knapp war. Neben seinem Beruf ist Rasser seit 40 Jahren auch Mitglied der Bergrettung Rauris und rückt aus, wenn im Bereich des Sonnblicks ein Einsatz nötig ist.

Aber irgendwie sei dieses Kreuz auf dem Sonnblickgipfel nie zustande gekommen. Es lag vielleicht auch daran, dass man eine Genehmigung vom der Nationalparkverwaltung Hohe Tauern und anderer Institutionen dazu benötigt. Doch dann hatten 2020 die Wetterbeobachter ein Kreuz entworfen und es mithilfe von Sponsoren bei der Schlosserei Neureiter in Rauris, die auch die Sonnblick-Seilbahn wartet, bauen lassen.

Das Kreuz kann jedoch nicht auf dem 3 106 m ü. A. hohen Sonnblickgipfel selbst aufgestellt werden. Denn dessen Gipfelplateau ist bekanntlich seit 1886 mit dem Observatorium und dem Zittelhaus verbaut. Also wählten die Wetterwarte den Nachbargipfel, den 3 042 Meter hohen Goldzechkopf. Der ist vom Sonnblick über das Kleinfleißkees und einen teilweise gesicherten Steig in rund einer Stunde vom Sonnblickgipfel erreichbar (Luftlinie rund 1 250 m Entfernung). Man hat vom Gipfel des Goldzechkopfs einen guten Blick hinunter ins Hüttwinkltal auf Kolm-Saigurn. Und von dort kann dann Rasser in seiner Pension mit dem Feldstecher auf sein Gipfelkreuz schauen.

Das 80 bis 100 Kilogramm schwere Kreuz wurde in Teilen mit der Seilbahn zum Observatorium befördert. Von dort transportierten es die Wetterwarte am 25. Oktober 2020 mit dem Ackja über das Kleinfleißkees zum Goldzechkopf. Das letzte Stück zum Gipfel wurde das Kreuz dann teilweise getragen und teilweise gezogen. Einen mit Felsankern befestigten Sockel hatte man schon davor angebracht. Das Kreuz wurde zusammengebaut und aufgestellt.

Die Arbeit konnte aber nicht fertiggestellt werden. Zum Beispiel fehlt noch die Metallkassette mit dem Gipfelbuch. Doch ein innerhalb einer viertel Stunde aufgekommener Föhnsturm mit 50 bis 70 km/h machte ein Weiterarbeiten unmöglich. Der aufgewirbelte Schnee kam waagrecht daher. Nach diesem Tag ließen die Wetterverhältnisse eine Fortsetzung der Arbeit im Jahr 2020 nicht mehr zu. Und so wird das Kreuz im Frühjahr oder Sommer 2021 vollendet. Dann wird es auch noch geweiht, wenn es die Coronapandemie zulässt. Schließlich muss man den Pfarrer auf den Berg bringen. Derzeit darf außer den Angestellten niemand zum Observatorium hinauffahren.

Quelle