Bollwerk St. Vital

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Der Mirabellgarten, Plan 1775, im unteren Bildteil das Bollwerk St. Vital. die hohe Wehrmauer des Bollwerkes ist nur als dünne hellrote Linie sichtbar, sehr deutlich dagegen die Vorbefestigung mit dem Abhang zum Urgelände
Bollwerk St. Vitalis
grafisch sehr frei interpretiert. Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst, 1750 nach einer Vorlage von 1710, (Probst bezeichnet die Wasserbastei irrtümlich "Pastey St. Vital".

Das Bollwerk St. Vital, auch Bollwerk St. Vitalis, Bastei St. Vital, später auch St. Vital Schanze und im späten 18. und im 19. Jahrhundert Bastion St. Vital oder kurz Bastion I genannt, war eines von vier Bollwerken und einem halben Bollwerk der Salzburger Stadtbefestigung am rechten Salzachufer.

Lage

Einstmals direkt am Ufer der Salzach gelegen, bildete es gemeinsam mit den Bollwerken St. Virgil, St. Heinrich, St. Rupert und dem halben Bollwerk St. Sebastian am Kapuzinerberg die starke Lodronsche Stadtbefestigung der rechtsufrigen Altstadt. Das Bollwerk befand sich nordwestlich von Schloss Mirabell, dort, wo sich heute der Kurgarten befindet. Der Erdkern der Bastion ist bis heute als Rosenhügel noch gut zu erkennen. Auf der verbindenden Wehranlage (genannt Kurtine, franz. Courtine) zum östlich gelegenen Bollwerk St. Virgil befand sich das Mirabelltor. Die Kurtine nach Süden hin (d. h. östlich des Zwergelgartens) wurde zwar später im Sockel eingeschüttet, ist aber im Wesentlichen erhalten geblieben. Das Bollwerk war an der Flankenbasis (Kehle) 59 m breit, am breitesten Eckpunkt zwischen Flanke und Face aber 122 m. In nordwestlicher Richtung war es von der Basis bis zur bis zur Spitze des Wehrbauwerkes knapp 100 m lang.

Auch dieses Bollwerk bestand hinter dem tiefen gut 30 m breiten mit der Salzach verbundenen Wehrgraben aus einer hohen und mächtigen Wehrmauer (Bastionsmauer), hinter der sich geschützt der etwa vier bis fünf Meter breite Rondengang befand. Vom Rondengang führte zur oberen Krone der Bastion ein mächtiger und hoher Erdwall, auf dem hinter einer weitgehend kugelsicheren Erddeckung im Verteidigungsfall die Geschütze standen.

Vor dem eigentlichen St. Vital Bollwerk (Bastion) befand sich als Vorwerk das St. Vital Ravelin. Bis zum späten 17. Jahrhundert befand sich noch weiter davor - d. h. als weiteres Vorwerk - das St. Vital Hornwerk. Im Gegensatz zu den anderen Bollwerken besaß dieses im hohen aufgesetzten Erdwall nur eine Kasematte (Casamatta), die stadtseitig mit einem Torbogen endete. Sie war zur Gänze unterirdisch angelegt und mündete versteckt im Rondengang. Im 19. Jahrhundert war hier ein Verwaltungsmagazin untergebracht.

Funktion

Das Bollwerk wurde zwischen 1621 und 1623 errichtet und um 1865 geschliffen. Es diente gemeinsam mit den anderen Bollwerken nicht nur der Sicherung der Rechten Altstadt, sondern gemeinsam mit kleinen Wasserbastei (Bastei am Wasser), auf der derzeit provisorisch die Zwerge des Zwergelgartens stehen, gemeinsam mit dem Klausenkavalier (heute Humboldtterrasse) und der Müllner Schanze (historisch Bollwerk St. Augustin) auch der militärischen Sicherung der damals noch breiten Salzach. Ein wesentlicher Grund für die Schleifung des Bollwerkes war, dass die schweren Blocksteine als günstiges Material zur Uferbefestigung der Salzach bei der Salzachregulierung dienen konnten.

Der Große Bastionsgarten

Hauptartikel Großer Bastionsgarten

Bis um 1700 war dieses Bollwerk rein militärisch genutzt.

Quellen

Weblinks historische Karten

Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg (das allerdings fehlerhaft sein kann!)

Österreichischer Städteatlas Salzburg → diese Quelle erweist sich allerdings vielfach als wenig verlässlich, siehe dazu Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg - Fehlerhaftigkeit des Österreichischen Städteatlas Salzburg