Kurgarten

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Blick über den nordöstlichen Teil des Kurgartens
Karte
Musizierende Dreiergruppe von Max Rieder (1957) im Kurgarten

Der Salzburger Kurgarten liegt in der Neustadt von Salzburg im Bereich zwischen der Rainerstraße (im Osten) und der Schwarzstraße (im Westen), dem Schloss Mirabell und dem Mirabellgarten (im Süden), sowie dem Kurhaus und dem Kongresshaus an der Auerspergstraße (im Norden).

Geschichte

Dort, wo sich heute der Kurgarten befindet, befand sich einst das große St. Vital Bollwerk, das westlichste von vier mächtigen Bollwerken samt einer weiteren halben Bollwerk, die Fürsterzbischof Paris Lodron durch seinen Baumeister Santino Solari in den Jahren nach 1621 zur Sicherung der Neustadt errichten ließ. Auf dem Bollwerk befand sich seit etwa 1700 der Große Bastionsgarten.

Gedenktafel

Als dieser starke Festungsring 1861 mit seinen Wehrbauten, und Wehrmauer und Wehrgräben aufgelassen wurde, nutzte Freiherr von Schwarz die weitläufigen Anlagen als Steinbruch zur Uferbeschlachtung der begradigten und regulierten Salzach. 1866 überließ Kaiser Franz Joseph I. die ehemaligen Wälle dann der Stadtgemeinde Salzburg.

Der Erdkern des St. Vital Bollwerks ist teilweise als Rosenhügel erhalten. Die umgebenden Flächen wurden eingeebnet und die alten Wehrgräben zugeschüttet, einschließlich der Grabenanlage vor der heutigen Wasserbastei. So entstand ein neugestalteter Garten, der heutige Kurgarten. An den einstigen 'Großen Bastionsgartens' erinnern im Geist des Barock gestaltete geometrische Rosenbeete auf dem Rosenhügel.

Der Kurgarten hat eine Fläche von etwa 30 000 Quadratmetern (inkl. Zwergelgarten und Wasserbastei).

Name

Der Name des Gartens geht auf das alte Kurhaus zurück, das dort am 3. Mai 1868 als „Actien-Badehaus“ aufwändig gestaltet eröffnet worden war. Die Stadt Salzburg hatte 1872 das „Actien-Badehaus“ erworben.

Die Stadt Salzburg war nach 1870 mit dem Kurgarten und dem gründerzeitlichen Kurhaus längere Zeit ein Kurort.[1].

Baumpflanzungen

Als Karl Freiherr von Schwarz seinerzeit den Kurpark gestaltete, richtete auch er - der Zeit gemäß - sein Augenmerk auf die Pflanzung von exotischen und von schönen Bäumen.[2] [3] Die für die Gründerzeit typischen Exoten-Bäume im Kurpark sind vielfach aber nicht von Freiherr Schwarz gepflanzt, sondern später.

  • Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum))
  • Trompetenbaum (Catalpa bignonia) mit liegenden Starkästen
  • Platanengruppe
  • Esskastanie
  • Gingko-Baum, auch Fächerblattbaum genannt ist ein den Nadelbäumen nahestehendes „lebendes Fossil“, der Baum mit seinen eigenartigen Blättern stammt aus China.
  • Elf weiß blühende Kirschbäume der Sorte "Taihaku"[4]

Mahnmal über NS-Euthanasie

Nicht mehr bestehende Gebäude

Stadtansicht von Kulstrunk, im Kurgarten ist die Städtische Kosmoramensammlung (Rundbau) und darunter das alte, nicht mehr bestehende Kurhaus zu erkennen

1870 vermachte Hubert Sattler der Stadt Salzburg das Sattler-Panorama seines Vaters Johann Michael Sattler und in zwei Schritten 127 seiner Kosmoramen. Die Stadt baute ihm dafür 1875 einen ständigen Ausstellungspavillon im Kurpark. 1937 wurde der Ausstellungspavillon - weil mittlerweile baufällig geworden - wieder abgerissen.

Auch das großzügig gestaltete ursprüngliche Kurhaus durch de Fliegerbomben des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt, wurde abgerissen und an anderer Stelle ein deutlich kleineres errichtet, der Raum des Kurhauses wurde wesentlich für den Bau eines Kongresshauses genutzt.

Bilder

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Quellen

Einzelnachweise

  1. 1969 wollte die Stadt Salzburg mit Leopoldskroner Heilquellen wieder eine bekannte Kurstadt werden. Weitläufige Kuranlagen im und am Donnenbergpark waren damals geplant. Der damals verordnete Kurbezirk "Heilbad Salzburg-Leopoldskron" besitzt bis heute kein Heilbad samt Kureinrichtungen, seinerzeitige Bescheidauflagen sind ruhend gestellt, die Homepage der Stadt Salzburg kennt keinen aktuellen "Kurort Salzburg")
  2. anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 16. November 1935
  3. anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 1. August 1872
  4. stadt-salzburg.gv.at/Kirschenhain