Stille Nacht Museum Arnsdorf

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Verleihung des Österreichischen Museumgütesiegel anlässlich des Österreichischen Museumstags - Museen ohne Grenzen 2013 in Bozen, Südtirol, an das Stille Nacht Museum Arnsdorf
Karte
Unterschrift von Franz Xaver Gruber
Küche
Schulbank
F.X. Gruber-Schule, Stille Nacht-Museum u. Wallfahrtskirche Maria im Mösl in Arnsdorf

Das Stille Nacht Museum Arnsdorf in Arnsdorf, Gemeinde Lamprechtshausen, informiert über das Leben und die Tätigkeit des Liedschöpfers von Stille Nacht, Heilige Nacht, Franz Xaver Gruber.

Auszeichnung

Es wurde beim 24. Österreichischem Museumstag - Museen ohne Grenzen 2013 in Bozen, Südtirol, am 20. September 2013 mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet.

Das Museum im Jahr 2011

Im ältesten Schulhaus Österreichs, in dem noch unterrichtet wird, lebte Gruber mit seiner Familie 21 Jahre. Im ersten Stock, dem heutigen Museum, wohnte und unterrichtete er, ebenerdig ist heute der neue Klassenraum. Auf dem Firstbalken des Gebäudes ist die Jahreszahl 1771 zu lesen.

Das Museum wurde 2011 unter der fachkundigen Leitung von Ausstellungsgestalterin Ilse Renate Pürstl neu konzipiert. Für den Besucher soll die Zeit Grubers und seine Welt, aus der die Melodie zu „Stille Nacht“ stammt, dargestellt werden. Ein Ort der Besinnung und der Begegnung ist entstanden.

Im Eingangsbereich treffen wir auf den Blick des Komponisten. Hier wird sein Wirken in Arnsdorf zeitlich eingeordnet. Doch wird gleich klar: Hier wird nicht ein großer Komponist gefeiert. Das Konzept setzt bei der Schlichtheit von Grubers Leben an. Das neu konzipierte Museum will Ausschnitte aus seinem Alltag zeigen, will hinweisen auf eine Ära, die wir geschichtlich aus den Augen verloren haben. Und es will uns eine Botschaft mitgeben. Es ist eine Friedensbotschaft, die nicht nur zu Weihnachten Saison hat.

In der alten Rauchkuchl wird Gruber als Familienmensch spürbar. Hier beeindruckt die wuchtige, alte Esse. Sensible Lichtregie und die Reduktion auf Authentisches lenken unsere Blicke auf die Schlichtheit der damaligen Lebensumstände. Auf dieser einfachen Eckbank teilte er Trauer und Freuden mit seiner Familie. Hier, unter dem schlichten Kreuz, mussten wohl auch Gespräche mit kirchlichen Würdenträgern statt gefunden haben.

Gruber war noch sehr jung, als er die Stelle als Mesner und Lehrer in Arnsdorf antrat. Über zwei Jahrzehnte hat er hier unterrichtet. Auch im Klassenzimmmer wird auf lehrmeisterliche, raumfüllende Ausstattung verzichtet: das tut dem Auge und der Stimmung gut. Mit Pult und Schulbänken aus jener Zeit, wird der Eindruck erweckt, als ob Franz Xaver Gruber und seine Schützlinge gerade die Schule nach dem Unterricht verlassen hätten. Eine moderne, dezent installierte Multimedia Anlage verrät, dass wir uns im Heute befinden, aber trotzdem den Geist von damals erleben können.

Der Raum erlaubt einen Unterricht ‚anno dazumal’, Power Point und Filmvorführungen, Workshops. usw.

Wo ergänzende Schauflächen gestaltet wurden, halten sich diese dezent im Hintergrund. Ein Wechselausstellungsraum befasst sich mit Grubers Tätigkeit als Mesner in der Arnsdorfer Wallfahrtskirche Maria im Mösl, dem vielleicht ältesten Marienwallfahrtsort Österreichs. Welchen Stellenwert hatte Religion vor 200 Jahren? In den Vitrinen sind Versatzstücke rund um das kirchliche Leben am Beginn des 19. Jahrhunderts ausgestellt. Der Besucher entdeckt beim Blättern durch ein ‚Schaubuch’ wertvolle Autographen Joseph Mohrs und Franz Grubers. Da es zu Stille Nacht und Arnsdorf viele Anknüpfungspunkte gibt, können hier zukünftig immer wieder neue Blickwinkel ausgeleuchtet werden.

Und doch ist dies kein Heimatmuseum. Hier werden spannende Einblicke gewährt. Hier werden wertvolle Preziosen inszeniert und dem Besucher die Möglichkeit gegeben, diese kontemplativ erfahrbar zu machen. So wird z. B. der Weihnachtskrippe, mit den ca. 30 Figuren aus dem 17. Jahrhundert ein eigener Raum gewidmet. Schon Franz Xaver Gruber hat diese aufwändig gefertigten Gliederpuppen mit geschnitzten Köpfen und wunderschönen Stoffen Jahr für Jahr in der Kirche in Arnsdorf aufgestellt. Den Besucher erwartet eine stimmungsvoll gestaltete Szenerie mit einem wechselnden Bildhintergrund. Der Raum lädt ein, auf einem der Hocker vor der Krippe Platz zu nehmen und per Kopfhörer in der Melodie,Stille Nacht Heilige Nacht´ zu versinken.

Entstehung der Neugestaltung 2011

Das Gruber Museum Arnsdorf wurde schon 1957 von Sepp und Ottilie Aigner errichtet und 1961 eröffnet. Sie waren Lehrer und Direktoren der Gruberschule. Das Lebenswerk der Aigners diente als Fundament für die Neugestaltung. Der Weltruhm der Melodie verpflichtet zu einer behutsamen Umsetzung. Dem wurde in großer Verantwortung Rechnung getragen. Bis zum Jahr 2007 wurde das Gruber Museum von OSR Ottilie Aigner betreut und geführt. Dann legte sie es in die Hände des eigentlichen Trägers, der Gemeinde Lamprechtshausen. Bürgermeister Johann Grießner, fachlich kompetent, vertraute die Geschicke des Museums einer kleinen Gruppe an:

  • Ilse Renate Pürstl, Ausstellungsgestalterin
  • Andrea Danninger, Obfrau des Kulturausschusses
  • Hans Gann, engagierter Sammler und Berater
  • Max Gurtner, Kustos

Das Grundanliegen aller Beteiligten war:

- eine bauliche Grundsanierung der Räumlichkeiten mit Beauftragung entsprechender Fachfirmen unter Beteiligung des Denkmalamtes;
- Neukonzipierung des Museums in Richtung Authentizität und Vermittlung jener Zeit und jenes Geistes, aus denen „Stille Nacht“ entstanden ist;
- Eine entsprechende Präsenz im Internet mit all den möglichen modernen Kommunikationsmöglichkeiten.

Besichtigung

Mittwoch bis Sonntag von 15 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. In der Vorweihnachtszeit täglich geöffnet.
Anmeldung per E-Mail: office@stillenachtarnsdorf.at
Anmeldung per Telefon: Max Gurtner, Kustos, Telefon: 06 64 - 15 89 400
Eintritt: 3 € / 2 € (2011)

Gastronomie

Neben dem Stille Nacht Museum Arnsdorf bietet der Stille Nacht Hof bodenständige Kost und Augustiner Bier.

Bilder

 Stille Nacht Museum Arnsdorf – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

  • Presseinformation auf der Webseite des Museum (April 2011)
  • Quelle MMag. Michael Neureiter, Presseaussendung April 2011