Verein Naturschutzpark

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Der Verein Naturschutzpark wurde am 23. Oktober 1909 gegründet und ist damit der älteste Naturschutzverein in Deutschland und Österreich. Aus der österreichischen Teilorganisation, die 1912 gegründet wurde, entstand 1924 der seit damals selbstständige Österreichische Naturschutzbund mit dem 1960 gegründeten Salzburger Naturschutzbund als Zweigverein.

Geschichte mit Salzburg-Bezug

In der Zeit der Technisierung in der Gründerzeit und der beginnenden Industrialisierung wurde früh auch die beginnende vielfältige Gefahr für Umwelt, Natur und Landschaft erkannt. Peter Rosegger hatte früh schon diese Probleme erkannt und schriftstellerisch festgehalten. Zuerst hatten sich bereits Vogelschutzverbände zusammengeschlossen, bald wurden auch erste rechtliche Vorschläge zur Sicherung der Naturlandschaften und artenreichen Kulturlandschaften angedacht. Der Verein Naturschutzpark wurde 1909 auf Initiative der Gesellschaft für Naturfreunde "Kosmos" mit dem prominenten Redakteur Kurt Floericke des Dürerbundes und dem österreichischen Reichsbund für Vogelkunde und Vogelschutz in München gegründet. Er war zuerst beim Kosmos-Verlag in Stuttgart angesiedelt. Nach dem Vorbild der amerikanischen Nationalparks und ersten Schutzgebieten in Skandinavien wollte der Verein in Mitteleuropa in den wichtigen und repräsentativen Naturräumen – Hochgebirge, Mittelgebirge und Tiefland – vier große Gebiete von jeweils mindestens 20 000 Hektar unter Schutz stellen.

Gemeinsam mit dem Wiener Hochschulprofessor Dr. Adolf Ritter von Guttenberg und dem Salzburger Rechtsanwalt und zeitweiligen Landeshauptmann-Stellvertreter August Prinzinger konnten auf Anraten Prinzinger vom Verein Naturschutzpark ab 1913 elf Quadratkilometer im Salzburger Stubachtal und dem Amertal angekauft werden. Weitere vorgesehene Ankäufe verhinderte der Erste Weltkrieg und die folgende Weltwirtschaftskrise, eine langfristige Pacht angrenzender Gebiete im Eigentum der Österreichische Bundesforste war vor dem Ersten Weltkrieg unmittelbar vor dem Abschluss gestanden.

1918 folgte der Deutsch-Österreichische Alpenverein mit Ankäufen in Kärnten und später in Tirol, im Glockner- und Venedigergebiet. 1919 wurde ein Teil der Hohen Tauern vom Land Salzburg vorerst als Pflanzenschutzgebiet ausgewiesen. Ein erster Entwurf eines Naturschutzgebietes Nationalpark Hohe Tauern stammt aus dem Jahr 1939, nachdem schon Jahre vorher die Errichtung eines Tauernparkes vielfach diskutiert worden war.

1929 hatte anderseits der Salzburger Landtag beschlossen eine Studiengesellschaft zu gründen die ein Projekt prüfen sollte, das die Ableitung und energetische Nutzung aller Tauernbäche über insgesamt 1 000 km Hangkanälen vorsah. Zwei Stauwerke sollten im Kapruner Tal entstehen (Mooserboden, Orglerboden) eine dritte riesige Stufe bei St. Johann im Pongau. Der Verein Naturschutzpark stellte damals fest, "dass unser Alpenpark durch das Tauernprojekt vernichtet wird und alle unsere Arbeit umsonst geleistet, das viele Geld vergebens aufgewendet wird."

Dr. Heinrich Medicus berichtete als damaliger österreichischer Präsident des Vereins Naturschutzparke im Juli 1929 aber auch, dass dieser Plan in der österreichischen Bevölkerung auf massiven Widerstand stößt und nur die Arbeiterkammer den Plan unterstützt. Zwar waren von den folgenden konkreten Kraftwerksplanungen die Flächen des Vereines noch nicht unmittelbar betroffen, die Unberührtheit des Tales war aber schon mit dem für die Kraftwerksarbeiten erforderlichen Straßenbau durch den dortigen Wiegenwald verloren. Die eigentlichen Stauseebereiche waren in der Folge allerdings sehr wohl betroffen. Der Verein war daher um einer Enteignung zu entgehen gezwungen in der Folge im Tauschweg Ersatzflächen im Oberen und Unteren Sulzbachtal anzunehmen. 1942 wurden als Vorarbeit für den Nationalpark Salzburger Gebiete der Hohen Tauern nach dem Reichsnaturschutzgesetz als alpines Landschaftsschutzgebiet geschützt.

Nach dem Europäischen Naturschutzjahr 1970 trafen die Bundesländer Kärnten, Salzburg und Tirol 1971 die Heiligenbluter Vereinbarung zur Errichtung eines Nationalparkes. Kärnten erklärte 1981, Salzburg 1983 erste Teilgebiete zum Nationalpark. Der Osttiroler Teil wurde erst 1991 und 1992 in den Nationalpark einbezogen.

Quellen