Adolf Ritter von Guttenberg (Hofrat)

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Adolf Ritter von Guttenberg

Hofrat Professor Dr. h. c. Adolf Ritter von Guttenberg (* 19. Oktober 1839 in Tamsweg[1]; † 23. März 1917 in Wien) war Forstwissenschaftler, Naturschützer und Alpinist. Er war Professor an der Wiener Hochschule für Bodenkultur.

Leben

Adolf von Guttenberg war das sechste von 14 Kindern des Lungauer Oberförsters Anton von Guttenberg und seiner Frau Josefa (* 1807)[2], der Tochter des Werfener Pflegers Anton Sauter.[3] Der General und Eisenbahnfachmann Emil Freiherr von Guttenberg (* 1841; † 1941) ist sein Bruder.

Adolf von Guttenberg studierte an der Forstakademie in Schemnitz, slowakisch Banská Štiavnica, und trat 1862 in den staatlichen Forstdienst in der Obersteiermark. 1867/68 war er Assistent an der Forstakademie in Mariabrunn (Niederösterreich), dann Unterförster in Görz (Küstenland). 1871 übersiedelte er nach Innsbruck (Tirol), 1877 nach Wien, wo er Professor für forstliche Betriebslehre an der Hochschule für Bodenkultur wurde. 1883/84, 1891/92 und 1898/99 war er auch Rektor der Hochschule. 1911 wurde er emeritiert.

Ab 1889 war er Stellvertreter des Vorstandes, von 1897 bis 1910 Vorstand der Sektion Austria des Österreichischen Alpenvereins und wurde am 1. Jänner 1910 in Wien für zwei Jahre zum ersten Vorsitzenden des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins gewählt.[4]

1912 gründete er den Österreichischen Verein Naturschutzpark. Dieser wurde am 4. Februar 1924 in Österreichischer Naturschutzbund umbenannt.[5]

Adolf von Guttenberg war seit 1869 verheiratet mit Adele, geborene Engelhardt, die ihm zwei Töchter schenkte. Nach ihrem Ableben heiratete er 1876 ihre Schwester Friederike Elisabeth, geborene Engelhardt, die ihm neun weitere Kinder schenkte, darunter Adolf (* 1883; † 1924).

Ehrungen

1873 wurde er zum Oberforstingenieur befördert.

1896 erhielt er den Titel "Hofrat".

1902 erhielt er das Komturkreuz des Franz-Josef-Ordens.

Die Universität Gießen (Deutschland) verlieh ihm 1907 ihre Ehrendoktor-Würde, 1908 auch die Hochschule für Bodenkultur in Wien.

Die Sektion Austria des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins ernannte ihn zu ihrem Ehrenpräsidenten. Das am 26. Juni 1914 eröffnete Guttenberghaus[6][7] in Ramsau am Dachstein der Sektion Austria wurde nach ihm benannt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Taufbuch der Pfarre Tamsweg, Band VI, S. 222.
  2. Taufbuch der Pfarre Werfen, Band II, S. 1.
  3. Taufbuch der Pfarre Tamsweg, Band VI, S. 222.
  4. Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins, Ausgabe 1919, S. 8
  5. Stüber, Eberhard: Naturschutzpolitik - eine konfliktbeladene Herausforderung, in: Kriechbaumer, Robert und Richard Voithofer (Hg.): Politik im Wandel. Der Salzburger Landtag im Chiemseehof 1868-2018. Band 2. Wien (Böhlau) 2018, S. 730.
  6. siehe Ennstalwiki → enns:Guttenberghaus
  7. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesternwiki des Salzburgwikis