Ortskapelle hl. Sebastian

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Die Weyerkirche im Ort Weyer
Kielbogenportal. Südseitiger Eingang der Weyerkirche

Die Ortskapelle hl. Sebastian, die Weyerkirche, befindet sich im Ortsteil Weyer im Gemeindegebiet von Bramberg am Wildkogel im Oberpinzgau. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Gemeinde.

Entstehung

Sie wurde vermutlich infolge der Pestepidemien in den Jahren 1482 und 1495 errichtet und 1523 vom Chiemseer Bischof Berthold Pürstinger geweiht. Die Kirchenpatrone sind die heiligen Sebastian – er gilt als Pestpatron, sowie Chuniard (auch Kuniald) und Gislar. In der Gegend gilt sie als Sebastianikirche und wird der Sebastianitag im Weyerkircherl, wie der Sakralbau von Josef Lahnsteiner liebevoll bezeichnet wird, seit jeher besonders gefeiert.

Beschreibung

Die Weyerkirche ist im gotischen Stil erbaut. Das Kirchenschiff misst 22 Meter in der Länge und ist elf Meter breit. 1597 wird sie als Capellen Sant Apurgen erwähnt. Das Innere der Kirche wird von Josef Lahnsteiner als sehr interessant und als künstlerisch wertvoll bezeichnet. Der heutige barocke Hochaltar wurde 1713 von Andrä Wallner und Anna Maria Rottmayrin gestiftet. Erwähnenswert ist die im Hochaltar befindliche gotische Madonna aus dem Jahr 1490.

Der heute linke Seitenaltar war früher der Hochaltar. Er trägt die Inschrift: „Wirt Ambros Liebenberger und Frau Maria Gratlin haben 1666 diesen Choraltar richten lassen.

Der rechte Seitenaltar hat keinen Tabernakel. Stattdessen weist er eine gotische Sebastianifigur auf, die ca. 1500 entstanden sein dürfte.

An der Chorwand finden sich geschnitzte Figuren wie Abraham mit Isaak, David mit Harfe, Zacharias mit Buch, Daniel mit Löwen, Lorenz mit Rost und Paulus, ebenfalls mit Buch.

Die Kirche im Laufe der Zeit

1597 heißt es: „Die Altär sind gar zerissen, darbei keine Tafeln und Altarzier, Meßgewänder noch Kelch an wenigsten vorhanden. Das Dach ist schlecht ohne Turm.“ Irgendwann in den Jahren nach 1597 wurde ein Turm auf das Dach des Kirchenschiffes aufgesetzt. 1607 ist die Kirche noch immer baufällig, da das Dach und der Dachstuhl verfault sind. „Das Gotteshaus s. Sebastian und Apurgis ist in bösem Zustand. Das Dach und Zimmerwerk ist verfault. Es war ein feichtenes Legdach darauf, gar niedrig; wenn es geregnet hat, ist dem Priester das Wasser auf den Altar herabgetropft.“ Durch den Tod zweier Pfleger wurde die Renovierung verzögert, sodass sogar das bereits bereit liegende Bauholz darunter gelitten hat. Erst Pfleger Abraham Überackher brachte den Fortgang der beabsichtigten Baumaßnahmen. Schließlich war das Dach mit Lärchenschindeln eingedeckt und das Hauptgemäuer renoviert. Vielleicht wurde im Zuge dieser Arbeiten der Turm aufgesetzt.

1952 entdeckte man im Zuge der Renovierung Reste einer Secco-Malerei, die aus dem 17. Jahrhundert stammen dürfte. Es handelt sich um die Darstellungen biblischer Szenen, nämlich die Opferung Isaaks und Mariä Verkündigung. Da die Abbildungen bereits in einem sehr schlechten Zustand waren, wurden sie wieder abgedeckt.

Quellen