Anklöcken

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Das Anglöcken (auch Anglöckeln, Anklöckeln, in Tirol Anklöpfeln) ist ein alter Brauch der Vorweihnachtszeit.

Allgemeines

Anglöcken leitet sich sprachlich von klöcken = klopfen ab. Im Salzburger Land mit Ausnahme des Lungaus, wo das Anglöcken nie heimisch war, kennt man den Brauch an den Donnerstagen des Advents.

In der Hauptsache gibt es drei Erscheinungsformen:

  • im nordwestlichen Flachgau und im Rupertiwinkel die „Klezi-Klezi“,
  • im Pinzgau heute vor allem das „Herbergsuchen“ mit Josef, Maria und den Hirten,
  • im Pongau, Tennengau und südlichen Flachgau die sogenannten „Lustigen“.

Der Brauch reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Zur Zeit der Gegenreformation kam es zu einer Umdeutung des Brauches. Sängergruppen zogen (und ziehen noch heute) durchs Land von Haus zu Haus, singen und tragen Gedichte vor. Es soll damit die Geburt Christi angekündigt werden. Traditionsgemäß werden die ersten drei Donnerstage vor Weihnachten als Anklöckelnächte bezeichnet. Dabei gilt ein ungeschriebenes Gesetz der Bewirtung der Glöckler durch den Hausbesitzer (zurückgehend auf den Sinn der Nächstenliebe).

Der Brauch erinnert an die vorchristliche Lärmumzüge zur Vertreibung der Winterunholde.

Anklöckl im Pinzgau

Das traditionelle Anklöckln in Rauris

Wie das Perchtenlaufen hatte auch das Anklöckeln in Rauris im Pinzgau traditionell einen bestimmten Ablauf. Im Vorhaus eines jeden Hauses, in dem die Anklöckler erwartet wurden, wurde ein Licht angezündet. Der Vorläufer der Anklöcklergruppe fragte um das „Hereinkommendürfen“, worauf der Hausvater antwortete: „Das wär mir und dem Haus a Ehr“. Maria ritt auf einem Muli, den Josef führte, in die Stube des Hauses. Die Hirten folgten dem Paar. Die Anklöckler sangen alte Adventslieder, Maria sprach den Neujahrsglückwunsch, worauf der Hausvater dankte.

Das traditionelle Anklöckln in der Fusch

Die Anklöcklergruppe "in der Fusch", wie man zu Fusch an der Großglocknerstraße sagt, wurde vom „Rösslträger“ angeführt. Der Rösslträger war ein Bursch, der das „Rössl“, einen Schimmel, ein Holzgestell mit weißem Rupfen (grobes Leinen) bespannt, mit Augen aus Knöpfen, mit „Schaflohren“ und beweglichen hölzernen Hinterfüßen zum Ausschlagen, über den Schultern trug. Er rannte um den Hof und schaffte so unter den Hofleuten Platz. Der „Sterntreiber“ drehte den Stern, die übrigen Anklöckler sangen Adventslieder und wünschten Segen für das neue Jahr.

Anklöckln in St. Georgen im Pinzgau heute

Gegenwärtig sind es in St. Georgen im Pinzgau einige Mitglieder der örtlichen Musikkapelle, die als Maria und Josef und als Wirt verkleidet von Haus zu Haus gehen, Adventlieder spielen und somit den Brauch des Anklöcklns aufrecht erhalten. Auch sie wünschen ein gesegnetes Weihnachtsfest und Glück und Segen für das neue Jahr und gehen, mit einer Geldspende bedacht, für die zum Dank noch ein Stück gespielt wird, zum nächsten Haus.

Siehe auch

Literatur

Quellen

Weblink