Bogensport-Europameisterschaft 2010

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Bogensport Europameisterschaft 2010
Die Fahnen hoch
Targets
Materialkontrolle
Eifrige HSV-Mitglieder beim Einschießen
Es geht los!
Helping hands for Vreni

Die Europameisterschaft der traditionellen Bogenschützen fand vom 21. Mai bis zum 29. Mai 2010 in Stuhlfelden im Pinzgau statt. Sie wurde als offene Meisterschaft ausgetragen.

Allgemeines

Die Europameisterschaft im traditionellen Bogenschießen (EBHC = European Bowhunting Championship) nach IFAA-Reglement (IFAA = International Field Archery Association) wird jährlich abwechselnd in einem europäischen Land abgehalten. Fällt der Turnus der nur alle zwei Jahre abgehaltenen Weltmeisterschaft nach IFAA-Reglement auf Europa, so wird die Europameisterschaft gleichzeitig mit der WM gewertet. Im Jahr 2010 ist dies nicht der Fall, da im Vorjahr die WM in den USA abgehalten wurde und im Jahr 2011 in Australien stattfinden wird. Das Bogendorf Stuhlfelden hat sich bei der Vergabe im Jahr 2008 um die Europameisterschaft 2010 beworben und hat den Zuschlag bekommen. Man erwartete sich durch die zahlreichen Schützen - es nahmen trotz Beschränkung an die 1 400 teil, da es sich um eine offene Meisterschaft handelt - und deren mitreisende Familienangehörige einen wichtigen touristischen Impuls für den Oberpinzgau.

Parcours und Ziele

Die Anzahl der Parcours wurden von den Organisationsverantwortlichen der IFAA mit sechs limitiert. Es wurde an vier Wettkampftagen auf je 28 Ziele (3-D-Tiere, die im Gelände möglichst "artgerecht" aufgestellt sind) geschossen.

Teilnehmer und Teilnehmerinnen

Die Anzahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurde wegen der Limitierung auf sechs Wettkampf-Parcours bei Visierschützen auf 168 Teilnehmer je Klasse und bei visierlosen Schützen auf 252 Teilnehmer je Klasse limitiert. Trotzdem waren nach Anmeldeschluss gezählte 1 344 Bogenschützen und Bogenschützinnen für den Bewerb gemeldet. Alle Angemeldeten scheinen auf der offiziellen Homepage (siehe unter Quellen) auf.

Programm

Die Eröffnung fand am Sonntag, dem 23. Mai 2020 statt. Um 14:30 Uhr begann der Einzug der Nationen am Stuhlfeldener Dorfplatz[1]

Verlauf

Die ersten drei Wettkampftage

Nach der Eröffnung am Sonntag begann am Montag, dem 24. Mai 2010, der eigentliche Bewerb mit dem ersten Schusstag. Da die Wettervorhersagen unter „Vermischtes“ einzureihen waren, waren Schützinnen und Schützen wettermäßig auf alles gefasst. Wider Erwarten blieben die Parcours an den ersten drei Wettkampftagen während des Bewerbs trocken, denn die kurzen Regenschauer erfolgten entweder sehr früh oder erst am Abend. Anderenfalls hätten alle Teilnehmerinnen mit oft überaus rutschigem Gelände, nasser Bekleidung und nassen und dadurch zusammenklebenden Pfeilfedern zu kämpfen gehabt, wie es bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz im Jahr 2007 in einem legendären Ausmaß der Fall war. Andere Schwierigkeiten treten bei Hitze auf, wie bei der diesbezüglich ebenfalls legendären Europameisterschaft in Portugal im Jahr 2005. Es hatte damals teilweise an die 50 Grad Celsius, einige Schützen sind kollabiert und mehrere Bögen wurden durch die Hitze an den Verbundstellen so aufgehitzt, dass sie "aufgegangen" sind und unbrauchbar wurden.

Ein Wettkampftag beginnt für alle früh am Morgen. Zwischen 07:00 Uhr und 08:00 Uhr Aufwärmen und Einschießen, 08:15 briefing, anschließend gestaffelter Transport mittels Bus zu den Wettkampfparcours, von denen vier an der Schattseite und zwei an der Sonnseite des Salzachtal befindlich sind. Am ersten Tag war um 10:00 Schussbeginn, ab dem 2. Tag um 09:30 Uhr. In einem zum Gehen und Schießen unterschiedlich schwierigem Gelände haben jung und alt 28 Ziele zu bewältigen und zwar bei jedem Wetter. Die Schützen gehen in sechser, siebener oder achter-Gruppen von einem Ziel zum nächsten. Der/die Erstgereihte der Gruppe ist der Gruppenchef/die Gruppenchefin (Target captain), die zwei Nächstgereihten die Schreiber (Scorer), die anderen sind für Pfeilsuche und Pfeilziehen verantwortlich. An einem Ziel angekommen, schießt jeder Schütze / jede Schützin vom vorgeschriebenen Pflock in geregeltem Ablauf auf das Target. Nachfolgend werden von den zwei Schreibern nach einem bestimmten System die erreichten Punkte festgehalten. Zwischendurch kommen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu einer sog. Labestation, wo Getränke und Jausenartikel angeboten werden. Auf dem Parcours befinden sich auch Marshals, die für die Kontrolle des Wettkampfes und auch für ev. benötigte Hilfen verantwortlich sind. Etwa zwischen 16:00 und 17:30 erfolgt der Rücktransport der Schützen von den Parcours. So ein Tag beginnt nicht nur früh, er ist auch sehr anstrengend und dauert sehr lang. Erst nach dem Rücktransport vom Parcours kann relaxt und ordentlich gegessen werden. Wer nicht fit ist, merkt das spätestens am Abend, wenn alle Knochen weh tun und noch die Ausrüstung für den kommenden Tag herzurichten ist.

Zwischenstand

Nach den ersten drei von fünf Wettkampftagen (alle Teilnehmer haben an einem der fünf Tage frei) führen auch zwei Salzburger Bogensportler: Kurt Neumayr vom HSV-Saalfelden bei den Langbogen Herren der Allgemeinen Klasse und Bernhard Popelar, ebenfalls vom HSV Saalfelden, bei den Herren in der Allgemeinen Klasse Historical Bow (Primitiv Bogen). Auch noch in den vorderen Rängen liegen nach drei Wettkampftagen Karin Vorderegger aus Salzburg mit derzeit Platz 2 in der Allgemeinen Klasse der Langbogenschützinnen und Christina Nöbauer am dritten Rang in der Altersklasse der Bowhunter Recurve Klasse. Doch zwei Wettkampftage stehen noch aus und da kann sich noch vieles ändern. Alle Ergebnisse siehe Weblink unter Quellen.

Endstand

Nach fünf Wettkampftagen ist es entschieden: Salzburg hat drei neue Europameister, die alle aus dem Bogensport-Eldorado Pinzgau kommen. Bernhard Popelar von der Sektion Bogensport des HSV-Saalfelden, ohne Zweifel seit Jahren einer der weltbesten Bogenschützen, hat die Primbogenklasse (Historical bow) klar gewonnen. Kurt Neumayr, Gründer und langjähriger erfolgreicher Obmann der Sektion Bogensport im Heeressportverband Saalfelden, konnte die stark besetzte Langbogenklasse verdient für sich entscheiden. Harald Günther vom BSV Niedernsill gewann seine Altersklasse bei den Barebow Recurve Herren (Veteran) souverän mit mehr als 300 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten! In der Klasse Barebow Recurve cubs female erreichte Anna Kogler aus Stuhlfelden mit dem 2. Platz die Silbermedaille. Karin Vorderegger und Dietmar Vorderegger vom BSV-Salzburg, beide national und international überaus erfolgreiche Langbogenschützen, belegten je den dritten Platz in der Allgemeinen Klasse Langbogen. Christina Nöbauer rutschte vom dritten auf den 4. Platz in der Altersklasse Bowhunter Recurve und Eva Georg erreichte den guten 5. Platz in der stark besetzten Allgemeinen Klasse Langbogen. Beide sind wie Kurt Neumayr und Bernhard Popelar Mitglieder der Sektion Bogensport des HSV-Saalfelden. Trotz vieler Unkenrufe war die Europameisterschaft der Bogenschützen in Stuhlfelden sportlich ein voller Erfolg und hat der Region Oberpinzgau mit dem Nationalpark Hohe Tauern zahlreiche in- und ausländische Besucher und Besucherinnen gebracht.

Veranstalter

Veranstalter war der 1. Bogendorf Stuhlfelden & 1.BSV. Die hervorragend organisierte Veranstaltung führte jedoch im Jahr 2013 zum Konkurs des Vereins. Der Alpenländische Kreditorenverband meldete im Mai 2013, dass die Veranstalter davon ausgegangen waren, dass die Nenngelder für die Veranstaltung ohne Umsatzsteuer seien. Diese Ansicht hatte jedoch das zuständige Finanzamt nach einer Prüfung nicht geteilt und Nachforderungen gestellt. Der Verein, der nur über 2.700 Euro Vermögen verfügt, sieht sich nun Schulden von rund 37.000 Euro gegenüber.

Bemerkenswertes

Die IFAA European Delegates haben die Durchführung der EBHC 2016 über den ÖBSV dem Verein UBSV Glemmtal - Viehhofen zugesprochen. Näheres ist in absehbarer Zeit unter www.ebhc2016.at abrufbar. Die Europameisterschaft wird also erneut im Pinzgau - diesmal im Glemmtal - ausgetragen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Der weitere Ablauf der Veranstaltung ist unter www.ebhc2010.at ersichtlich