Sebastian Stief

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„Predigt des heiligen Severin“ von Sebastian Stief, 1863
Altarbild in Waldprechting von Sebastian Stief
Sebastian Stiefhaus Seekirchen
Gedenktafel für Sebastian Stief in der Pfeifergasse

Sebastian Stief (* 16. Jänner 1811 in Tengling, Rupertiwinkel, damals Teil des Fürsterzbistums Salzburg, heute zu Bayern gehörend; † 28. Juli 1889 in Salzburg) war Maler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sebastian Stief kam als Sohn eines Schneiders zur Welt und zeigte schon als Kind Begeisterung fürs Malen. Stief studierte an der Münchner Akademie von 1828 bis 1832 unter anderem bei Peter Cornelius und Julius Schnorr von Carolsfeld und finanzierte sich dabei sein Studium mit Porträtzeichnungen. Als Porträtmaler begann er in Bayern auch seine künstlerische Laufbahn, bevor er in Seekirchen 1833 von einem Onkel eine Blechspielzeugfabrik erbte und in den Flachgau zog.[1]

Wegen der großen Konkurrenz aus Nürnberg gab er dieses Geschäft an der Hauptstraße 43 in Seekirchen 1838 wieder auf und zog nach Salzburg, wo er alsbald die Tochter des erzbischöflichen Zeichenmeisters August Franz Heinrich von Naumann, Marie (* 24. Oktober 1811 in Linz, ), heiratete.[2] An Aufträgen mangelte es dem Maler nicht, nahezu alle angesehenen Bürger und geistlichen Würdenträger ließen sich von Stief porträtieren. Gleichzeitig gestaltete er zahlreiche Kirchenräume mit seinen Altarbildern aus[1].

Der Köstendorfer Maler Josef Mösl ging von 1840 bis 1841 bei Stief in die Lehre.

Seine Tochter Maria Antonia ist die Mutter des Komponisten und Chorleiter, Dirigent, Musikerzieher und Musikschriftsteller Viktor Keldorfer.

Stief verstarb in Salzburg in seinem Haus im Kaiviertel der Salzburger Altstadt in der Pfeifergasse 4.[3] Er ist in einer privaten Grabanlage am Salzburger Kommunalfriedhof begraben.

In Salzburg ist die Sebastian-Stief-Gasse in der Altstadt, ganz in der Nähe seiner Wohnung, nach dem Maler benannt, in Seekirchen existiert eine Sebastian-Stief-Straße.

Werke

Zu den bekanntesten der 821 im Werkverzeichnis erwähnten Gemälde zählen zwei Bilder aus dem Erzbischöflichen Palais: Die Ankunft des hl. Rupert im zerstörten Juvavum (1859) und die Erbauung des ersten Domes durch den Virgil (1860). Ersteres entstand im Auftrag von Erzbischof Maximilian Josef von Tarnóczy nach dem Vorbild eines themengleichen Deckenbildes (1858) für die Rupertuskrypta des Kollegiatstiftes Seekirchen. Auch auf Seitenaltären der St.-Sebastians-Kirche in der Linzer Gasse kann man Malereien von Stief entdecken. In der Pfarrkirche Maria Hilf in Leopoldskron-Moos malte Stief im Apsisgewölbe das Bild Marienkrönung (1856).

1846 porträtierte Stief den Halleiner Chorregenten und "Stille Nacht"-Komponisten Franz Xaver Gruber.[4] Nach diesem Motiv erschien 2007 eine Sondermarke der Österreichischen Post zum 220. Geburtstag Grubers.

In Seekirchen, wo er ja auch einige Jahre ansässig war, stammen unter anderem der Kreuzweg der Stiftskirche (1849), Malereien in der Krypta (1858), zwei Altarblätter der Stiftskirche (am linken und am rechten Seitenaltar, "Vermählung von Maria und Joseph" und die Muttergottes mit dem hl. Eligius und dem hl. Antonius) sowie das Hochaltarbild des hl. Nikolaus in der Filialkirche St. Nikolaus in Waldprechting (1867) von ihm. Auch in Schloss Seeburg (Seekirchen) findet sich im Trauungssaal Bilder von seiner Hand. Sie zeigen den Patron der Armen- und Suppenstiftung Laurenz Ibertsperger und seine Frau Rosina.

1854 schuf Stief das Altarbild hl. Laurentius für die Pfarrkirche Piesendorf,1863 für die Pfarrkirche Kuchl das Altarbild von der Predigt des hl. Severin.

Quelle

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Adolf Haslinger, Peter Mittermayr (Hg.): Salzburger Kulturlexikon, Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
  2. Elisabeth und Heinz Dopsch (Hg.): 1300 Jahre Seekirchen. Geschichte und Kultur einer Salzburger Marktgemeinde. 1996, Marktgemeinde Seekirchen.
  3. Franz Martin: Salzburger Straßennamen. Verzeichnis der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Brücken, Tore und Parks mit Erklärung ihrer Namen 5. wesentlich überarbeitete Auflage von Willa Leitner-Martin und Andreas Martin. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 25. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006
  4. Stille Nacht Gesellschaft