Djuja Becirevic

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Djuja Becirevic (* 1969) ist Schuhdesignerin, Vorstandsmitglied der Salzburger Arbeiterkammer und ehemalige Gemeinderätin (SPÖ) der Stadt Salzburg.

Im Profil

An den 8. Jänner 1988 kann sich Djuja Becirevic noch genau erinnern. Damals war die heute 45-Jährige (2014) von Jugoslawien nach Bad Hofgastein gekommen. „Ich wollte eigentlich nur für eine Saison hier arbeiten, um meine bevorstehende Hochzeit zu finanzieren“, erinnert sie sich. Ihre Deutschkenntnisse seien zu dieser Zeit noch schlecht gewesen. Oft habe sie von acht Uhr morgens bis Mitternacht gearbeitet.

Aus der einen Saison sind nun über 26 Jahre geworden. Sie löste ihre Verlobung auf und blieb in Bad Hofgastein. Nach der Heirat mit einem gebürtigen Bosnier bekam sie zwei Töchter. 1998 folgte die Scheidung, Djuja Becirevic zog mit ihren beiden Töchtern nach Salzburg. „Ich wollte, dass meine Kinder mit ihren kulturellen Wurzeln in Verbindung kommen. Darum sind wir dem serbischen Kultur- und Sportverein beigetreten. Dort bin ich heute Vizepräsidentin“, so Becirevic.

Nach der Übersiedlung arbeitete sie bei Maco, war dort auch im Betriebsrat vertreten. 2009 wurde sie in den Vorstand der Arbeiterkammer gewählt, wo sie für die Vertretung der Migranten zuständig ist. Drei Jahre zuvor hat sie die Sektion Integration in der SPÖ gegründet. „In Salzburg gibt es Migranten aus rund 140 Ländern. Ich habe stets versucht, zu allen einen guten Draht zu finden, was mir auch sehr gut geglückt ist“, so Becirevic.

2011 rückte sie in den Gemeinderat nach, den Job bei Maco hat sie schlussendlich aufgegeben. „Ich war jeden Tag in der Woche unterwegs, es war irgendwann zu viel.“ In der Arbeiterkammer kommen zahlreiche Leute zu ihr, die sich diskriminiert fühlen. „Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund haben eine sehr gute Ausbildung, bekommen aber oft schon aufgrund des Nachnamens nicht die Chance, sich zu beweisen. Man kann aber nicht viel machen, weil die Unternehmen dann andere Ausreden finden, warum sie jemanden nicht anstellen.“ Dabei würden die Unternehmen sogar profitieren. „Kinder von Migranten sprechen oft mehrere Sprachen fließend.“

Djuja Becirevic, die so wie ihre beiden Töchter seit 2002 die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, kritisiert vor allem deren Vergabe. „Selbst hier geborene Kinder von Migranten, die perfekt Deutsch sprechen und bestens integriert sind, müssen mittlerweile Sprach- und Wissenstests über das Land machen. Das ist für viele eine Beleidigung und gegen unsere Ehre.“ Solche Tests seien nur dann in Ordnung, wenn jemand nicht hier geboren und aufgewachsen ist.

In Zukunft will sich Djuja Becirevic wieder mehr um die Familie und die Freunde kümmern. „Die sind in den vergangenen Jahren viel zu kurz gekommen.“

Djuja Becirevic war von 2011 bis 2014 Mitglied des Salzburger Gemeinderates.

Quellen